estg §18 - §20 - Drucken

Einkommensteuergesetz

§ 19

(1) <1>Zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gehören

1.  

Gehälter, Löhne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bezüge und Vorteile für eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst;

2.  

Wartegelder, Ruhegelder, Witwen- und Waisengelder und andere Bezüge und Vorteile aus früheren Dienstleistungen.

<2>Es ist gleichgültig, ob es sich um laufende oder um einmalige Bezüge handelt und ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht.

(2) <1>Von Versorgungsbezügen bleiben ein nach einem Vomhundertsatz ermittelter, auf einen Höchstbetrag begrenzter Betrag (Versorgungsfreibetrag) und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei. <2>Versorgungsbezüge sind

1.  

das Ruhegehalt, Witwen- oder Waisengeld, der Unterhaltsbeitrag oder ein gleichartiger Bezug

a)  

auf Grund beamtenrechtlicher oder entsprechender gesetzlicher Vorschriften,

b)  

nach beamtenrechtlichen Grundsätzen von Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtlichen Verbänden von Körperschaften

oder

2.  

in anderen Fällen Bezüge und Vorteile aus früheren Dienstleistungen wegen Erreichens einer Altersgrenze, verminderter Erwerbsfähigkeit oder Hinterbliebenenbezüge; Bezüge wegen Erreichens einer Altersgrenze gelten erst dann als Versorgungsbezüge, wenn der Steuerpflichtige das 63. Lebensjahr oder, wenn er schwerbehindert ist, das 60. Lebensjahr vollendet hat.

<3> Der maßgebende Vomhundertsatz, der Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:


-----------------------------------------------------------
I Versorgungsfreibetrag I Zuschlag
Jahr des ------------------------------- zum
Versorgungs- I in v. H. der I Höchstbetrag I Versorgungs-
beginns I Versorgungs- I in Euro I freibetrag
I bezüge I I in Euro
-----------------------------------------------------------
bis 2005 I 40,0 I 3.000 I 900
ab 2006 I 38,4 I 2.880 I 864
2007 I 36,8 I 2.760 I 828
2008 I 35,2 I 2.640 I 792
2009 I 33,6 I 2.520 I 756
2010 I 32,0 I 2.400 I 720
2011 I 30,4 I 2.280 I 684
2012 I 28,8 I 2.160 I 648
2013 I 27,2 I 2.040 I 612
2014 I 25,6 I 1.920 I 576
2015 I 24,0 I 1.800 I 540
2016 I 22,4 I 1.680 I 504
2017 I 20,8 I 1.560 I 468
2018 I 19,2 I 1.440 I 432
2019 I 17,6 I 1.320 I 396
2020 I 16,0 I 1.200 I 360
2021 I 15,2 I 1.140 I 342
2022 I 14,4 I 1.080 I 324
2023 I 13,6 I 1.020 I 306
2024 I 12,8 I 960 I 288
2025 I 12,0 I 900 I 270
2026 I 11,2 I 840 I 252
2027 I 10,4 I 780 I 234
2028 I 9,6 I 720 I 216
2029 I 8,8 I 660 I 198
2030 I 8,0 I 600 I 180
2031 I 7,2 I 540 I 162
2032 I 6,4 I 480 I 144
2033 I 5,6 I 420 I 126
2034 I 4,8 I 360 I 108
2035 I 4,0 I 300 I 90
2036 I 3,2 I 240 I 72
2037 I 2,4 I 180 I 54
2038 I 1,6 I 120 I 36
2039 I 0,8 I 60 I 18
2040 I 0,0 I 0 I 0
-----------------------------------------------------------

<4>Bemessungsgrundlage für den Versorgungsfreibetrag ist

a)  

bei Versorgungsbeginn vor 2005

das Zwölffache des Versorgungsbezugs für Januar 2005,

b)  

bei Versorgungsbeginn ab 2005

das Zwölffache des Versorgungsbezugs für den ersten vollen Monat,

jeweils zuzüglich voraussichtlicher Sonderzahlungen im Kalenderjahr, auf die zu diesem Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht. <5>Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag darf nur bis zur Höhe der um den Versorgungsfreibetrag geminderten Bemessungsgrundlage berücksichtigt werden. <6>Bei mehreren Versorgungsbezügen mit unterschiedlichem Bezugsbeginn bestimmen sich der insgesamt berücksichtigungsfähige Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag nach dem Jahr des Beginns des ersten Versorgungsbezugs. <7>Folgt ein Hinterbliebenenbezug einem Versorgungsbezug, bestimmen sich der Vomhundertsatz, der Höchstbetrag des Versorgungsfreibetrags und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag für den Hinterbliebenenbezug nach dem Jahr des Beginns des Versorgungsbezugs. <8>Der nach den Sätzen 3 bis 7 berechnete Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag gelten für die gesamte Laufzeit des Versorgungsbezugs. <9>Regelmäßige Anpassungen des Versorgungsbezugs führen nicht zu einer Neuberechnung. <10>Abweichend hiervon sind der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag neu zu berechnen, wenn sich der Versorgungsbezug wegen Anwendung von Anrechnungs-, Ruhens-, Erhöhungs- oder Kürzungsregelungen erhöht oder vermindert. <11>In diesen Fällen sind die Sätze 3 bis 7 mit dem geänderten Versorgungsbezug als Bemessungsgrundlage im Sinne des Satzes 4 anzuwenden; im Kalenderjahr der Änderung sind der höchste Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag maßgebend. <12>Für jeden vollen Kalendermonat, für den keine Versorgungsbezüge gezahlt werden, ermäßigen sich der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in diesem Kalenderjahr um je ein Zwölftel.