Salmonellen
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Salmonella | ||||||||||||
| Lignieres 1900 | ||||||||||||
| Arten | ||||||||||||
*wahrscheinlich Serovariante von |
Salmonellen gehören zu den Bakterienund sind gramnegative, 2-3 µm große, sporenlose und vorwiegend bewegliche, peritrich begeißelte, aerobe(fakultativ anaerobe) kurze Stäbchenaus der Familie der Enterobacteriaceae. Sie sind eng verwandt mit der GattungEscherichia. Der Erreger kommt weltweit vor.
Man unterscheidet zwischen den Enteritis- und den Typhus/Paratyphus-Salmonellen, wobei letztere aufgrund eines Kapselproteins (Virulenz-Antigen) schwerere Erkrankungen verursachen (z.B. Salmonella enterica subsp. enterica Serovar Typhi, kurz Salmonella typhi).
Enteritis-Salmonellen (z.B. Salmonella enterica subsp. enterica Serovar Enteritidis, kurz Salmonella Enteritidis oder Salmonella Typhimurium) verursachen beim Menschen meist spontan ausheilende Durchfallerkrankungen, die in der Regel nicht antibiotisch behandelt werden sollten.
In Deutschland gehören Salmonellosen(Erkrankungen durch Salmonellen) zu den so genannten meldepflichtigenErkrankungen (§6 bzw. §7) des Infektionsschutzgesetzes.
Salmonellen sind außerhalb des menschlichen bzw. tierischen Körpers wochenlang lebensfähig. In getrocknetem Kot sind sie über 2,5 Jahre lang nachweisbar. Durch Hitzeeinwirkung sterben Salmonellen bei 55°C nach 1 Stunde, bei 60°C nach einer halben Stunde ab. Durch Einfrieren werden die Bakterien nicht abgetötet. In sauren Medien sterben die Bakterien rasch ab. Gebräuchliche Desinfektionsmitteltöten die Salmonellen innerhalb weniger Minuten.
Inhaltsverzeichnis
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Historie und Nomenklatur
- 1880wurde der Erreger des Typhus abdominalisbeim Menschen von Carl Joseph Ebertund Robert Kochentdeckt.
- 1884gelang Georg Gaffkydie Züchtung des Erregers in Reinkultur.
- 1885fand Daniel Elmer Salmon, nach dem die Gattung Salmonella benannt wurde, die "Schweinecholera"-Bakterien.
Die Nomenklaturder Salmonella-Arten ist traditionell gewachsen. In der Fleischbeschau und Lebensmittelüberwachung werden Salmonellen auch als "Fleischvergifter" bezeichnet.
Die meisten "Salmonellenarten" sind nach heutiger Kenntnis lediglich Serovareder ArtSalmonella enterica. Es gibt nach dem Kaufmann-White-Schemainsgesamt ca. 2.500 Salmonellen-Serovare, die sich aufgrund des Vorkommens von unterschiedlichen O- und H-Antigenenunterscheiden. Zusätzlich verfügen einige Arten über über ein zusätzliches Hüllenantigen (= K-Antigen).
- O-Antigen (= somatisches Antigen), lokalisiert in der Zellwand, thermostabil, Formaldehydunbeständig.
- H-Antigen (= Geißelantigen), thermolabil, Formaldehydbeständig.
- K-Antigen (= Hüllenantigen), besteht aus 3 Fraktionen mit unterschiedlicher Wärmeempfindlichkeit und wird der Zellwand zugerechnet.
Subspezies (früher: Subgenus I - VII)
- enterica, vereint die Serovare mit Bedeutung für den Menschen und homoiothermeTierarten
- salamae
- arizonae
- diarizonae
- houtenae
- bongeri
- indica
EpidemiologischeGruppen
Einordnung der Serovare nach der Anpassung an bestimmte Wirte
- An den Menschen angepasste Serovare, die bei diesem Typhusoder Paratyphusverusachen (z. b. S. typhi, S. paratyphiA, B und C).
- An bestimmte Tierarten angepasste Serovare, die tierspezifische Erkrankungen hervorrufen und für andere Tierarten und den Menschen nicht von Bedeutung sind.
- Serovare ohne spezielle Wirtsanpassung, die bei allen Tierspezies als Erreger von Enteritidenauftreten und beim Menschen Lebensmittelvergiftungenhervorrufen.
- Serovare ohne spezielle Wirtsanpassung, die bei Mensch und Tier als Erreger von Salmonellosenauftreten und eine hohe Virulenzbesitzen.
Infektionsmöglichkeiten
- Durch Unsauberkeit im Lebensmittelbereich, insbesondere in Großküchen
- Durch die Ausscheidungen erkrankter, aber auch klinisch gesund erscheinender Menschen und Tiere (gefährdet: andere Tiere, Pflegepersonal)
- Durch verunreinigtes Oberflächenwasser
- Durch unhygienisch und schlecht aufgetautes Geflügel (viele Bakterien befinden sich im Tauwasser)
- Durch Eier, die von salmonellenpositivem Geflügel stammen
Medizinisch bedeutsame Vertreter
- S. arizonae, bei Kaltblütern, Geflügel, Säugetieren
- S. cholerae-suis (Bacillus paratyphosus B und C), Darmkommensaledes Schweines, pathogenbei Resistenzschwäche; Menschen können sich durch den Verzehr vom Fleisch erkrankter Schweine infizieren.
- S. enteritidis, Vorkommen im Darm von Rindern, Nagern, Enten(auch deren Eiern) und Menschen; Erreger des Kälberparatyphusund akuter Gastroenteritisdes Menschen.
- S. paratyphi
- S. paratyphi A, rein humanpathogen, Erreger des "Paratyphus A" (Paratyphöse Gastroenteritis), Übertragung durch Kontakt und infektiöse Lebensmittel oder Wasser.
- S. paratyphi B, in Mitteleuropa meist humanpathogen, Erreger des "Paratyphus B", Übertragung durch Kontakt und infektiöse Lebensmittel, Wasser oder Fliegenkot.
- S. typhi, Vorkommen in gemäßigten und subtropischen Zonen, humanpathogener Erreger des Typhusabdominalis, Übertragung durch Kontakt und infektiöse Lebensmittel, Wasser oder Fliegenkot. 3 - 5 % aller Erkrankten bleiben Dauerausscheider.
- S. typhimurium, Erreger einer meist tödlich verlaufenden, fieberhaften Darminfektion bei Vögelnund Säugetieren, durch kontaminierteLebensmittel. Auslöser der Salmonellenenteritis("Lebensmittelvergiftung") des Menschen.
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