West-Nil-Virus
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
Das West-Nil-Virus ist ein seit 1937 bekanntes, behülltes Einzel(+)-Strang-RNA-Virus (ss(+)RNA) der Flaviviridae-Familie, das sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Gebieten vorkommt. Das Virus infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferdeund andere Säugetiereübergreifen.
Inhaltsverzeichnis
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Übertragung
Das Virus wird durch Stechmückenübertragen. In Nordamerika ist es die gemeine kleine Hausmücke(Culex Pipiens) und ein Hybridaus Culex Pipiens und Culex molestus. Dieser Hybrid, der sich sowohl von Vögeln wie auch von Menschen ernährt, ist dort der Überträger. Da in Europa fast ausschließlich die sich nur von Menschen ernährende Art Culex molestus vorkommt, findet das Virus hier keine Verbreitung, da es von dieser Mückenart nicht von Vögeln auf Menschen übertragen wird.
Symptome
Beim Menschen ergeben sich in 80% der Fälle keine Symptomedurch die Infektion. In anderen Fällen ergeben sich Grippe-ähnliche Symptome, bekannt als West-Nil-Fieber. Das Virus ist in der Lage die Blut-Hirn-Schrankezu passieren und kann dadurch eine Enzephalitis(Entzündung des Gehirns) oder eine Meningitis(Entzündung der Hirnhaut) auslösen (in 0,7% der Fälle), beide Fälle können tödlich enden. Personen über 50 Jahre haben ein höheres Risiko, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln. Die Symptome entwickeln sich nach 3 bis 14 Tagen, eine wirksame Behandlung ist nicht bekannt. Aktuell sind Forscher der Washington University School of Medicinein St. Louis, USA, dabei, einen bei Mäusen entdeckten, gegen das Virus wirksamen Antikörperfür die Anwendung beim Menschen weiterzuentwickeln. Es ist ihnen gelungen diesen Antikörper E16so umzubauen, dass er vom menschlichen Immunsystemnicht mehr als fremd erkannt und abgestoßen wird. Dieser so entstandene monoklonaleAntikörper E16 hat sich schon bei den Mäusen als genauso wirksam in der Virusabwehr erwiesen, wie sein Ursprungsmodell. Wenn sich in weiteren Studien die Wirksamkeit und Sicherheit des neuen Antikörpers bestätigen sollte, soll er danach beim Menschen getestet werden.
Geschichte
Es gibt die These, dass schon Alexander der Großeebenfalls vom West-Nil-Virus hingerafft wurde, da Plutarchberichtete, dass vor Alexander's Ableben Raben tot vom Himmel fielen.
Das West-Nil-Virus wurde zum ersten Mal 1937im West-Nil-District von Ugandabei einer erkrankten älteren Frau isoliert und bekam daher diesen Namen. 1957trat es in Israelauf und wurde weiterhin ab 1960in Frankreichund Ägyptenbei Pferden festgestellt. In den letzten Jahren sind epidemische Häufungen der vom West-Nil-Virus ausgelösten Enzephalitisin Algerien(1994), Rumänien(1996/97), der Tschechischen Republik(1997), der Demokratischen Republik Kongo(1998), Russlandund Nordamerika(1999) und Israel (2000) dokumentiert worden.
Mit dem ersten Auftreten des West-Nil-Virus in Nordamerika 1999 rückte die Thematik in das mediale Rampenlicht. In den USAbegann der Virusausbruch im Gebiet von New York City. Es gibt eindeutige Hinweise dafür, dass das Virus von einer infizierten Mücke, entkommen aus einem Israelischen Flugzeug der Linie Tel Aviv - New York, eingeschleppt wurde. Die ersten Anzeichen waren Vögel, die tot von den Bäumen des Central Parksfielen. Bald darauf wurden ältere Menschen in der Gegend infiziert und erkrankten. Eine Ärztin aus der New Yorker Bronxmit Tropenerfahrung glaubte das West-Nil-Fieber zu erkennen und verständigte forschende Militärärzte, die den Verdacht bestätigen konnten. Es breitete sich seitdem auf dem ganzen nordamerikanischen Kontinent aus. Als Gegenmaßnahmen wurde und wird versucht, den Überträger des Virus, die Moskitos, mit Pestizidenzu bekämpfen. Auch die Anwendung von Insektizidenim Fracht- und Personenbereich von Interkontinentalflugzeugen vor der jeweiligen Landung wurde weltweit erheblich verstärkt.
Statistik
In den USA sind von 1999bis 2001149 Infektionen mit 18 Todesfällen dokumentiert. Im Jahr 2002stieg diese Zahl auf 4156 Infektionen und 284 Tote; 20039858 Infektionen und 262 Todesfälle.
Literatur
- I. Stock: Das West-Nil-Virus. Chemotherapie Journal 13(4), S. 166 - 173 (2004), ISSN 0940-6735
- Helge Kampen: Vektor-übertragene Infektionskrankheiten auf dem Vormarsch? Wie Umweltveränderungen Krankheitsüberträgern und -erregern den Weg bereiten. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(4), S. 181 - 189 (2005), ISSN 0028-1050
- Hermann Feldmeier: Bedrohung West-Nil-Virus. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(6), S. 335 - 337 (2005), ISSN 0028-1050
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