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A96-Lassa-Fieber

Lassafieber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Lassafieber ist eine meldepflichtige Erkrankung, gehört wie das Marburg-Fieberzu den viralen hämorrhagischen Fiebernund wurde 1969 zum erstem Mal beschrieben. Zu dieser Zeit starb in Nigeriaeine amerikanische Missionsschwester, eine weitere erkrankte und wurde zur Behandlung in die USAausgeflogen. Das Viruswurde nach der Stadt Lassabenannt, in der die erste Krankenschwestergearbeitet hatte. In New York Citytraten unter Wissenschaftlern, die das Virus isolierten, zwei Laborinfektionen auf, einer der Infizierten ist in Folge der Erkrankung verstorben.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Erreger
  • 2 Vorkommen
  • 3 Übertragung
  • 4 Diagnose
  • 5 Krankheitsverlauf/Symptome
    • 5.1 Komplikationen
  • 6 Therapie
  • 7 Vorbeugung
  • 8 Statistik
  • 9 Literatur
  • 10 Weblinks

Erreger

Der Verursacher des Lassa-Fiebers ist ein behülltes einzel(-)-Strang-RNA-Virus= ss(-)RNA mit hoher Virulenzund gehört zu Gattung Arena-Virusund damit zur Familie Arenaviridae. Zur selben Virenfamilie gehören auch die Erreger des Junin-Fiebersund des Machupo-Fiebers. Sie alle werden der höchsten biologischen Sicherheitsstufe 4 zugeordnet. Vom Lassa-Virus sind bisher vier serologische Subtypen bekannt: Typ Nigeria, Sierra Leone, Liberia und Typ Zentralafrikanische Republik.

Die relativ hohe Sterblichkeit der durch diese Viren ausgelösten Erkrankung deutet darauf hin, dass die Lassa-Viren noch nicht besonders stark an den Menschen angepasst sind. Ein an seinen Wirt angepasstes Virus hat kein Interesse daran, ihn zu zerstören, denn es braucht ihn für seine Vermehrung. SerologischeDaten lassen jedoch vermuten, dass zumindest in Westafrika etwa 90 bis 95% aller Infektionenohne Krankheitsausbruch (inapparent) verlaufen könnten. Das würde bedeuten, dass regional begrenzt bei den einheimischen Menschen im natürlichen Verbreitungsgebiet des Virus eine Anpassung des Menschen und/oder der Viren schon stattgefunden hat.

Als natürlicher Reservoirtfür das Lassa-Virus ist neben andren Kleinnagern hauptsächlich die Natal-Vielzitzenmaus(Mastomys natalensis) festgestellt.

Vorkommen

Man findet das Lassa-Virus ständig präsent (endemisch) in den westafrikanische Ländern Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Fasound Nigeria. Daneben ist es auch in weiteren tropischen Ländern wie der Zentralafrikanische Republikund Namibiafestgestellt worden. Verwandte Viren gibt es aber auf dem ganzen afrikanischen Kontinent, diese lösen jedoch bei Menschen keine Erkrankung aus. In den genannten Gebieten sind bis zu 15 Prozent der Vielzitzenmäuse mit dem Virus infiziert.

Übertragung

Das Lassa-Virus wird durch die in afrikanischen Häusern weit verbreitete Natal-Vielzitzenmaus(Mastomys natalensis) per Kontaktinfektionbzw. Schmierinfektionüber die Ausscheidungen der Tiere auf anschließend vom Menschen verzehrte Lebensmittel übertragen. Daneben können die Erregerviren auch über Tröpfcheninfektion, Wundinfektionund durch Sekretedirekt von Mensch zu Mensch wie auch durch Geschlechtsverkehrübertragen werden. Vor dem Krankheitsausbruch - also während der Inkubationszeit- ist lediglich über das Blut eine Übertragungsmöglichkeit durch infizierte Menschen festgestellt worden.

Bisher ging man von einem saisonalen Anstieg der Inzidenzwährend der Trockenzeit von Januar bis März aus. In Sierra Leonehingegen wurde ein Epidemiegipfelim Übergang zur Regenzeit (Mai bis November) beobachtet.

Diagnose

Testung auf Erreger der Rachenspülflüssigkeit, des Pleura- oder Aszitespunktats oder durch Titeranstieg in der Komplementbindungsreaktion. Diese Untersuchungen sind nur in Labors mit speziellen Sicherheitseinrichtungen durchführbar.

Differentialdiagnostisch kommen Malaria, Influenza, Typhusund septischesFieber in Frage.

Krankheitsverlauf/Symptome

Die Inkubationszeit des Lassa-Fieberss beträgt zwischen 6 und 21 Tagen, meist jedoch 7 bis 10 Tage.

Nach einem schleichendem Krankheitsbeginn mit Abgeschlagenheit, grippeähnlichen Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen ensteht ein Dauerfieber (Kontinuafieber) von 40°C. Ab dem 3. bis 7. Tag stellen sich zuerst Entzündungserscheinungen im Rachen ein später dann weißliche Plaquesund Ulzerationen. Die Patienten sind stark allgemeinreduziert und apathisch. Die Zervikallymphknoten(Halslympfknoten) sind vergrößert und druckdolent (Schmerzen beim Draufdrücken).

Ab dem 7. Tag entsteht oft ein makulo-papulöses Exanthem(fleckiger Hautausschlag mit kleinen erhabenen Knötchen) im Gesicht, am Hals und an den Armen beginnend, das sich dann auf den ganzen Körper ausbreitet. Um die gleiche Zeit treten kolikartige Bauchschmerzen auf, die Stuhlentleerungen sind von breiiger bishin zu Durchfall artiger Konsistenz. Erbrechen ist aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes möglich. Gelegentlich kommt es zur generalisierten Lymphknotenschwellung. Die Krise tritt zwischen dem 7. und 14. Tag ein. Die Nahrungsaufnahme ist aufgrund der Ulzerationen und Schwellungen erschwert; auch die Atmung kann beeinträchtigt sein. Die meisten Patienten weisen eine Hepato-Splenomegalie(Leber- und Milzvergrößerung) auf. Zur hämoffhagischen Diathese(Blutungsneigung) kommt es auf grund der verminderten Gerinnungsfaktoren bei normaler Thrombozytenzahlund erhöhter Permeabilitätder Kapillarendurch Wandschädigungen. Auf die Nierenbeteiligung weisen eine Proteinurieund Mikrohämaturiehin. Nach einer kurzen Entfieberung nach dem 5. - 7. Tag kann es zu einem neuerlichen Fieberanstieg nach weiteren 3 - 5 Tagen kommen. Die Prognose ist ernst und Die Letalität liegt bei in einem Krankenhaus behandelten Patienten bei etwa 15%, bei schwangeren Frauen jedoch bei etwa 50 %.

Komplikationen

Zwischen dem 5. und 8. Tag des Ausbruchs des Lassa-Fiebers stellt die hämorrhagische Diatheseeine gefürchtete Komplikation dar. Des Weiteren die Pneumonie, unter Umständen mit Begleitpleuritisund Erguß. Sie tritt häufig in der zweiten Woche auf und ist in einigen Fällen die Todesursache gewesen. Zu nennen sind noch Meningismus, Verwirrtheitszustände, Benommenheit. Die Rekonvaleszenzist deutlich verzögert und Kreislaufprobleme können noch lange nach der Erkrankung anhalten.

Therapie

Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt. Innerhalb der ersten sechs Tage der Erkrankung war das VirostatikumRibavirin(oral, intravenös oder als Immunplasma) erfolgreich. In anderen 6 Fällen wurde Rekonvaleszentenserum gegeben und war bei 5 dieser 6 Fälle ebenfalls erfolgreich. Bei Ebola-Fieber reduziert die Gabe von Humanplasma mit ebolaspezifischen Antikörpern die Virämie. Fiebersenkende Mittel werden gegeben und sorgfältigste Pflege ist selbstverständlich. Ständige Überwachung des Flüssigkeitshaushaltes und des Kreislaufes sind erforderlich.

Vorbeugung

Gegen diese Erkrankung existiert bislang keine Schutzimpfungzur Vorbeugung, an der Entwicklung eines Impfstoffes wird jedoch gearbeitet [1].

Zur Verhinderung einer Ansteckung sind allgemeine Hygieneregelnzu beachten und ein enger, ungeschützter Umgang mit erkrankten Personen und deren Körperausscheidungen zu vermeiden.

Statistik

Schätzungen zufolge kommen in Westafrika jedes Jahr etwa 100.000 - 300.000 Fälle von Lassa-Fieber vor, etwa 70% verlaufen subklinisch. Die Sterblichkeitsrate rangiert zwischen 2% in den Dörfern, 16% in den Krankenhäusern und 30% bei schwangeren Frauen. In Westafrika kam es mehrfach zu Ausbrüchen in Krankenhäusern vor allem in Nigeria, Liberiaund Sierra Leonehäufig mit Todesfällen unter dem medizinischen Personal.

Literatur

Todeszone 4 - von Joseph McCormick




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