Kandidose
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Eine Kandidose ist eine Sammelbezeichnungfür Infektionendurch Pilzeder GattungCandida, wobei Candida albicansam häufigsten anzutreffen ist, und wird auch als Candidosis, Candidiasis, Candidamycosis, Kandidamykose, oder Soor, veraltet auch als Moniliasis bezeichnet.
Kandidosen werden durch bestimmte Faktorenwie Alkoholmissbrauch, Schwangerschaft, Immunschwächeoder feuchtes Milieu begünstigt und treten bei immunkompetenten Personen vor allem an exponierten und feuchten Körperregionen auf.
Kandidosen werden in vier große Gruppen eingeteilt:
- Hautmykosen
- Schleimhautmykosen
- bronchopulmonale Mykosen
- Systemmykosen
Inhaltsverzeichnis
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Erkrankungen durch Candida albicans
Meist bei Vorliegen einer Grunderkrankung / unter der Wirkung bestimmter Medikamente und bei bestimmten begünstigenden Bedingungen. Grundkrankeiten können sein: schwerer Diabetes, Leukämien, AIDS. Medikamente die eine Candidamykose begünstigen oder erst möglich machen: Antikontrazeptiva (die "Pille"), Medikamente die die Resistenzlage gezielt oder als Nebenwirkung herabsetzen, Antibiotika in hoher und häufiger Dosierung, Cortikoide hoch dosiert über lange Zeit und Zytostatika. Abzutrennen sind intrauterine Infektionen des Fötus bei infizierter Mutter.
Candidainfektionen zeigen sich auch manchmal bei Schwangeren, (Östrogeneinfluss) und bei gestörtem Säureschutz der Haut durch falsche Waschmittel.
Ein hoher Alkoholkonsum begünstigt eine Candidiasis.
1. Befall von Schleimhäuten und Haut mit Krankheitscharakter: Meist sind hier die Mundhöhle (Mundsoor - Stomatitis candidomycetica), die Mundschleimhaut unter Prothesen, der Rachen, die Speiseröhre, der Darm, der Bereich um den After, die Schleimhäute der Genitalorgane, die Haut zwischen Fingern und Zehen, feuchte Hautfalten (insbesondere bei adipösen Menschen), unter der Brust bei Frauen und die Nägel betroffen. Auf der Haut erkennt man eine starke Rötung mit Juckreiz. Auf den geröteten Schleimhäuten erscheint bei einer Infektion der weissliche Belag ("Joghurt") der als Soor bezeichnet wird und der mechanisch entfernbar ist. Es kann dann bei der Entfernung zu kleineren Blutungen aus der Schleimhaut kommen. Ein feuchtes Milieu gehört zu den Faktoren die eine Infektion der Haut begünstigen. Häufig ist auch der Befall der Vagina (Candida Colpitis) mit starkem Brennen und Juckreiz sowie Soor. Der weißliche Ausfluss wird als Fluor bezeichnet. Auch der Penis kann befallen sein, es kann zu einer Balanitis kommen. Beim Mann tritt eine Rötung, später ein weißer, schuppiger, teils juckender Belag der Eichel auf.
2. Organmykosen und generalisierte Infektionen, der "innere Befall" mit Krankheitscharakter: Typisch für Menschen mit stark geschwächter Abwehrlage, oder unter der Therapie immunsuppressiver wirkender Medikamente. Ein zu hoher pH-Wert des Magens kann eine Infektion begünstigen. Bei einem Befall des Darmes im Rahmen einer Candidiasis kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen. Lebensbedrohlich ist die candida-Sepsisbzw. Soor-Sepsis (auch Pilzsepsis genannt) bei der die Erreger in großer Zahl im Blut zu finden sind, häufig bei lang liegenden (Venen-)Kathetern.
Diagnose
Die Diagnose einer Candidiasis wird mikroskopisch gestellt. Schleimhautabstriche, Stuhlproben, Urin oder Blut können geeignet sein. Häufig sind allerdings falsch positive Ergebnisse, während gerade bei der Soorsepsis auch falsch negative Befunde nicht selten sind. Sichere Diagnosewege sind hier vor allem Antikörperassays.
Behandlung
Zunächst werden disponierende Faktoren soweit möglich erkannt und beseitigt, Medikamente die die Infektionbegünstigen soweit möglich nicht mehr gegeben.
Meist spricht Candida der Schleimhäute und Haut gut auf eine lokale und ausreichend lange Behandlung mit Antimykotikasowie spezielle Reinigungsmittel der Haut an. Die Haut wird möglichst trocken gehalten. Für den systemischen und Organbefall stehen ebenfalls wirksame Medikamente zur Vefügung. In wenigen Fällen wurde bei candida eine Resistenz gegen bestimmte Antimykotikafestgestellt.
Hausmittel, die möglicherweise hilfreich bei einer Candidiasis sein können:
- Knoblauch
- vorübergehender Verzicht (für einige Wochen) auf hefehaltige Backwaren
alternativmedizinische Sichtweise bei Darmmykosen
Dieser Teil baut auf Erfahrung von Ärzten, die alternativmedizinisch behandeln, sowie auf Erfahrungen von Selbshilfegruppen zu diesem Thema auf. Wissenschaftliche Studien fehlen teilweise.
Ursachen für eine übermäßige Besiedlung von candida alblicans im Darm
Candida alblicans ist praktisch bei jedem Menschen im Stuhl zu finden. Unter gewissen Umständen kann er sich krankhaft vermehren und diverse Beschwerden verursachen. In der Regel liegen mehrere Faktoren vor, die eine krankhafte Vermehrung des Pilzes begünstigen:
1. Schwächung des Immunsystems (z.B. Aids, Allergienen, ev. auch das Epstein-Barr-Virus,...) 2. Arzneimittel- und Therapiefolgen (häufig Antibiotika, Langzeitantibiotikabehandlung, Hormone, Kortison,..) 3. Lebensweise (Stress, sehr kohlenhydratreiche Ernährung,...)
Beschwerden
Im Vordergrund stehen vor allem Verdauungsbeschwerden, sowie Folgen des daduch entstehenden Mineral- und Viterminmangels:
- aufgeblähter Bauch
- Durchfall
- Blähungen
- Hautprobleme (Schuppenflechte=Psoriasis, Neurodermitis, Seborrhoische Dermatitis, Akneaußerhalb der Pubertät,..)
- extremes Müdigkeits- und Abgeschlagenheitsgefühl
- extremer Heißhunger auf Süßes
- schlechte Verträglichkeit von Alkohol
- unerklärbare Leber oder Gallenprobleme
- Herzrythmusstörungen
- Gelenkschmerzen
- Vergesslichkeit
Problem Diagnose
Eine Diagnose rein auf die Laboruntersuchung von Stuhl bzw. Blut (Antikörper) zu stützen ist schwierig (Grenzwertproblematik). Man sollte sich nicht scheuen, sich auch der Symptomatik zu bedienen.
Behandlung
- Ernährung: "Anti-Pilz-Diät", vollständige Streichung von Zucker und Weißmehl sowie von süßem Obst(Saures Obst ist in geringen Mengen erlaubt)
- dem Darmaufbau von Dünn- und Dickdarm (via Bakterienpräparate wie Symbioflor 1 und 2, Bactisubtil, Mutaflor, Omniflora, Paidoflor)
- Anti Pilz Mittel. Es kommen sowohl Medikamente als auch Naturheilmittel zu Einsatz.
Die Behandlung dauert in der Regel 4-6 Wochen.
Candida-(Hypersensitivitäts-)-Syndrom, candidiasis hypersensitivity syndrome, "Truss/Crook-Hypothese": Basierend auf Arbeiten und Annahmen anderer Autoren publizierten in Büchern O. Truss und William Crook eine Hypothesenach der der Darmbefall durch Candida albicans der Grund für eine Vielzahl von meist chronisch verlaufenden Krankeiten und Symptomen ware, die jedoch durch eine Anti-Pilz-Diät und andere Maßnahmen behandelbar wären. Bis jetzt ist nicht eindeutig geklärt welchen Stellenwert eine derartige Diät bei diesen - der Anwesenheit von Candida zugeordneten - Symptomen zufällt.
Literatur
- Eva-Maria Kraske: Candida - natürliche Hilfe bei Darmpilzen
- Herbert Hof: Candida, Aspergillus und Co: Pathogene Pilze. Pharmazie in unserer Zeit 32(2), S. 96 - 103 (2003), ISSN 0048-3664
- WE Dismukes, JS Wade, JY Lee, BK Dockery, and JD Hain, A randomized, double-blind trial of nystatin therapy for the candidiasis hypersensitivity syndrome NEJM 323:1717-1723 http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/323/25/1717
- Lacour M, Zunder T, Huber R, Sander A, Daschner F, Frank U. The pathogenetic significance of intestinal Candida colonization--a systematic review from an interdisciplinary and environmental medical point of view. Int J Hyg Environ Health. 2002 May;205(4):257-68. Review http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12068745&dopt=Abstract
- Die Antipilz Diät aus der Sicht der deutschen Gesellschaft für Ernährung http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=292
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