Aktinomyzeten
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| Wissenschaftlicher Name | |||||||||||||||
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Aktino- und Streptomyzeten sind grampositive, filamentöse, meist aeroblebende Bakterienmit hohem GC-Gehalt. Sie bilden zwei artenreiche Gattungeninnerhalb der Klasse der Actinobacteria. In der älteren Fachliteratur werden sie auch als "Strahlenpilze" bezeichnet: Das myzelartigeWachstum dieser Bakterien lässt sie wie eine Pilzkolonie erscheinen.
Aktino- und Streptomyceten stellen einen wesentlichen Bestandteil der Bodenmikroflora dar, nur wenige Arten leben aquatisch.
Einige Arten sind Symbiontenvon Pflanzen. Vertreter der verwandten Gattung Frankia gehen beispielsweise eine Symbiose mit Erlenein. Im Gegensatz zu Pilzen (die ebenfalls Symbionten von Pflanzen sein können) haben diese Actinomyceten jedoch die Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden und so für die Pflanze verfügbar zu machen. Die Pflanze deckt den für diesen Prozess hohen Energiebedarf in Form von Kohlenhydratenaus der Photosynthese. Die Anreicherung mit Stickstoff ist so hoch, dass man unter Erlen häufig stickstoffliebende Pflanzen wie zum Beispiel Brennesseln(Urtica sp.) als Begleitflora antrifft.
In Anlehnung an den Begriff "Mykorrhiza" für die Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen spricht man bei Aktinomyceten von einer "Actinorhiza". Dies ist ein Beispiel für konvergente Entwicklung. Filamentöse Mikroorganismen sind aufgrund ihrer einzelligen Struktur viel besser in der Lage, gelöste Stoffe aus dem Boden aufzunehmen, als Pflanzenwurzeln. Dies begünstigt die Entstehung symbiotischer Beziehungen mit Pflanzen.
Actino- und Streptomyceten sind oft in der Lage, Sporen zu bilden. Diese entstehen am Ende eines Filamentes und haben eine charakteristische Form und Struktur. Deshalb werden die Sporen zur Klassifikation dieser Bakterien herangezogen. Die Sporen sind jedoch bei weitem nicht so widerstandsfähig wie die von Bacillusarten.
Viele bodenlebende Aktinomyceten produzieren Geosmine. Diese flüchtigen Stoffe sind für den charakteristischen Geruch frischer Erde verantwortlich und können zum Beispiel auf gepflügten Feldern wahrgenommen werden.
Große Bedeutung haben Streptomyceten als Produzenten von Antibiotika. Bei der Suche nach neuen antibakteriellen oder fungizidenWirkstoffen konzentriert man sich seit langer Zeit auf diese Bakterien. Einzelne Arten produzieren zum Beispiel Chloramphenicol, Polyene, Makrolide, Tetracyclineoder Aminoglycosidewie Streptomycinoder Neomycin, Streptomyces achromogenes produziert Streptozotozin.
Streptomyceten sind ernährungsphysiologisch vielseitig. Einige Arten können ungewöhnliche und schwer abbaubare, komplexe Verbindungen zersetzen. Sie spielen daher eine wichtige Rolle beim Abbau von Schadstoffen und der Selbstreinigung des Bodens.
Aktino- und Streptomyceten haben sehr große Genome. Die DNAist im Gegensatz zu den meisten anderen Bakterien nicht in einem circulären, sondern oft in mehreren linearen Chromosomenangeordnet.
Das Genomvon Streptomyces coelicolor wurde vollständig sequenziert und 2002veröffentlicht (siehe sequenzierte Organismen). Es beinhaltet die meisten Genealler bisher untersuchten Bakterien.
Als Krankheitserreger spielen Aktino- und Streptomyceten kaum eine Rolle. Actinomyces bovis ist der erste in der Literatur beschriebene Aktinomycet und eine der wenigen anaeroblebenden Arten. Er ist der Erreger der Aktinomycose, die hauptsächlich bei Rindern vorkommt und bei der der Kieferknochen befallen wird.
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