Trichinen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Trichinen | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
|||||||||||||
| Systematik | |||||||||||||
|
|||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | |||||||||||||
| Trichinella | |||||||||||||
| Arten | |||||||||||||
|
Trichinen (Trichinella) sind eine Gattungder Fadenwürmermit parasitischerLebensweise. Säugetiere, Vögel und Menschen dienen als Zwischen-und Endwirt. Hauptüberträger für den Menschen sind Hausschweine. Bei Befall spricht man von Trichinose.
Inhaltsverzeichnis
|
Verbreitung
Die Trichine ist durch mehrere Arten weltweit verbreitet. Vor Einführung des ?Reichsfleischbeschaugesetzes? unter der Federführung von Rudolf Virchowum 1900 gab es in Deutschland nach Schätzungen etwa 15.000 Erkrankungen jährlich. Durch die Fleischbeschausank diese Zahl in nur 50 Jahren auf nahezu Null. In den westlichen Ländern tritt die Trichine nur noch im ?silvatischen Zyklus? auf, dabei werden die Würmer durch Füchse und Nager verbreitet. In nördlicheren Gebieten durch Bären, Schlittenhunde und Robben. Ein ?urbaner Zyklus? ist ebenfalls vorhanden, dieser geschieht vor allem über Ratten und Schweine. Zu menschlichen Infektionen kommt es in Ländern ohne Fleischbeschau. Vereinzelte Infektionen in Deutschland werden durch individuell gezogene Schweine verursacht, die keiner Fleischbeschau unterzogen werden.
Merkmale
Die adultenTiere erreichen eine Länge von 1,5 Millimetern, deutlich kann man das verdickte Hinterende erkennen, das den Darm beherbergt. Die Larven kapseln sich im Muskelgewebe ein und bilden dort einen ?Ammenzellnährkomplex?, eine Kapsel, die reichlich mit Blutgefäßen versorgt wird und dadurch die Larve am Leben erhält. Sie erreicht eine Größe von rund einem Millimeter und ist dann infektiös.
Lebenszyklus
Bei Trichinen dient zunächst jeder Wirt als Zwischenwirt, da die Larven zuerst im Darm zu Würmern heranreifen. Mit dem infizierten Fleisch werden die eingekapselten Larven aufgenommen, die Kapseln im Dünndarm aufgelöst und die Larven somit freigesetzt. Die Würmer bohren sich in das Dünndarmepithelein und entwickeln sich innerhalb von 30 Stunden zum adulten Tier, danach findet eine Paarung statt. Dort angesiedelt bringen die Weibchen lebendgebärend bis zu 1500 Larven zur Welt. Die Larven bohren sich nun durch den Dünndarm und erreichen so die Lymphe oder den Blutstrom. Sie treiben durch den Kreislauf und lassen sich vor allem im quergestreiften Muskelgewebe nieder. Bevorzugt werden hierbei Zwerchfell, Augen, Zunge und Extremitäten. Nun beginnt die Bildung des erwähnten Ammenzellnährkomplexes. Diese Kapsel bleibt infektiös, solange der Parasit lebt. Ab dem fünften Monat findet im menschlichen Gewebe jedoch eine Verkalkung statt, die zum Absterben der Ammenzelle und der Larve führt.
Schadwirkung
Die adulten Würmer im Darm rufen Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen und Schwindel hervor. Danach beginnen die durch die Larven hervorgerufenen Symptome mit Ödemen im Gesichtsbereich, Fieber, Schwäche. Diese Symptome halten bis zu einem Jahr an und verschwinden danach ohne bleibende Folgen. Jedoch führt dies bei bereits geschwächten Personen zum Tod.
Vorbeugung
Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die Trichinenschau, bei der die Kapseln der Larven gezielt erkannt werden. Man kann eine Abtötung der Larven mit Kochen erreichen, dabei muss das Fleisch mindestens 65 °C erreichen, des Weiteren gilt das Gefrieren als Abtötungsmaßnahme. Jedoch kann die im hohen Norden verbreitete Art T. nativa selbst tiefen Temperaturen lange widerstehen. Auch durch Räuchern, Pökeln, Salzen können die Trichinen unschädlich gemacht werden, wenn Mindestzeiten und -konzentrationen eingehalten werden. Vorsicht ist bei Import von Fleisch aus dem Nicht-EU-Ausland geboten, da in manchen Ländern bei Wild, Haus- und Einzelschlachtungen keine obligatorische Fleischbeschau stattfindet. Gegebenenfalls ist eine Beschau durch das Veterinäramt bei der jeweiligen Verwaltungsbehörde nachzuholen und auch zu empfehlen.
Rechtliches
- Deutschland, Österreich Schweiz:
Lebensmittelgesetz, Meldepflicht, Lebensmittelimportbestimmung
Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
