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D74-Methämoglobinämie

Methämoglobinämie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Unter Methämoglobinämie versteht man in der Medizin eine erhöhte Konzentration von Methämoglobin(Met-Hb) im Blut. Das in den roten Blutkörperchenvorhandene Hämoglobin, das dem Sauerstofftransport dient, wird dabei in das funktionsunfähige Methämoglobin umgewandelt (oxidiert, siehe Methämoglobin)) und steht damit nicht mehr für den Sauerstofftransport zur Verfügung.

Befund: Ab einer Met-Hb-Konzentration von mehr als zehn Prozent des Gesamthämoglobins kommt es zur Zyanose(Sauerstoffmangel im Blut) mit einer Blauverfärbung der Hautund der Schleimhäute. Das Blut bekommt eine schiefergraue Farbe. Bei über vierzig Prozent kommt es zu Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, beschleunigter Herztätigkeit, Atemnotund Somnolenz(Benommenheit, Schläfrigkeit). Eine Konzentration größer als 70 bis 80 Prozent führt zum Tode.

Ursachen: Neben einem erblichen Defekt des Hämoglobins oder einem erblichen Enzymdefekt, ist vor allem die Aufnahme bestimmter Substanzen, die zu einer Oxidation des Hämoglobins führen, Ursache für die Methämoglobinämie (toxische Methämoglobinämie). Zu oxidierenden Substanzen zählen einige Medikamente (z.B. Phenacetin, Chinin), Stickoxide, aromatische Nitro- und Aminoverbindungen (Poppers) und andere. Für Säuglinge bestehen Gefahren durch den Genuss von Trinkwasser oder Gemüse mit zu hohen Nitratwerten.

Behandlung: Bei toxischer Methämoglobinämie muss die auslösende Substanz abgesetzt werden. Eventuell soll Ascorbinsäureoder Methylenblauverabreicht werden. Bei erblichen Ursachen ist keine Behandlung möglich.




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