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Unter dem Begriff Post-Abortion-Syndrom (PAS), auch mit den SynonymenPost-Abortion-Stress (PAS) oder Post-Abortion-Stress-Syndrom (PASS) bezeichnet, werden mögliche psychisch-emotionale Symptomeals Folge eines Schwangerschaftsabbruchsverstanden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Entstehung des Begriffs und behauptete Symptome
- 2 Medizinische und psychologische Bewertung
- 3 Literatur
- 4 Weblinks
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Entstehung des Begriffs und behauptete Symptome
PAS wurde Anfang der 1980erJahre erstmals von dem amerikanischen Psychotherapeuten Vincent Ruebeschrieben, der für die Pro-Life-OrganisationRamah-International arbeitete. Er sah Abtreibung als die willentliche Zerstörung eines ungeborenen Kindes und ordnete sie als traumatisch und außerhalb üblicher menschlicher Erfahrungen ein. Daher hielt er PAS für eine Variante der Posttraumatischen Belastungsstörung. Weder gibt es eine einheitliche Definition, noch handelt es sich um eine allgemein anerkannte Diagnose.
Es gibt unterschiedliche Ansichten, aus welchen Symptomendas Syndromzusammengesetzt sein soll.
Als minderschwere Symptome werden von verschiedenen Autoren neben Schuldgefühlen, Trauerund Zukunftsängsten auch Ärger und Wut benannt, auf bzw. gegen sich selbst und andere Personen, die gegebenenfalls die Abtreibung befürwortet haben.
Weiterhin werden verstärkt Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magenschmerzen beschrieben und von einer erhöhten Bereitschaft berichtet, Beziehungen aufzulösen. Schwere Komplikationen wie Depressionenoder - im Extremfall - Suizidwerden hingegen als selten bezeichnet.
Medizinische und psychologische Bewertung
Weder das medizinische Diagnoseschema ICD-10noch das psychologisch-psychiatrische Diagnoseschema DSM 4kennen den Begriff. Auch in der Beschreibung der Auslöser für eine Posttraumatischen Belastungsstörungwird Abtreibung von der American psychiatric Association(APA) nicht aufgeführt.
Studien, die vordergründig psychische Folgen einer Abtreibung nachzuweisen schienen, die über normale Trauer oder Unsicherheiten hinausgehen, genügen aktuellen wissenschaftlichen Ansprüchen nicht. Weitere Studien, welche einzelne der unter "PAS" beschriebenen Symptome untersuchten, konnten keinen kausalen Zusammenhang mit der Abtreibung herstellen.
Insbesondere von Abtreibungsgegnern wird PAS jedoch weithin als Faktum angenommen. Sie sehen sich durch PAS in ihrer Einschätzung der Abtreibung bestätigt und nutzen den behaupteten Gesundheitsschaden als zusätzliches abschreckendes Argument gegen Abtreibungen. Als wesentliche Belege für die Existenz von PAS werden dabei insbesondere Einzelberichte von betroffenen Frauen angeführt, die psychische Probleme auf eine Abtreibung zurückführen.
Literatur
- Maja Langsdorff: Kleiner Eingriff - großes Trauma?
- Dorothee Erlbruch: Das Trauma danach
- Marina Knopf, Elfie Mayer, Elsbeth Meyer: Traurig und befreit zugleich
- Frank E. Peretti: Tilly. Eine Erzählung (Verarbeitung eines länger zurück liegenden Schwangerschaftsabbruchs)
Weblinks
- SVSS - Psychische Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs - Mythen und Fakten
- Selbsthilfe nach Abtreibung - Webseite von und für Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben
- Rahel e.V. - Informationen
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