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| Acker-Gauchheil
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Bild:Illustration Anagallis caerulea0.jpg Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis)
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| Systematik
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| Abteilung: | Bedecktsamer(Magnoliophyta)
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| Klasse: | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
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| Unterklasse: | Asternähnliche(Asteridae)
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| Ordnung: | Heidekrautartige(Ericales)
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| Familie: | Myrsinengewächse(Myrsinaceae)
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| Gattung: | Gauchheil(Anagallis)
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| Wissenschaftlicher Name
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| Anagallis arvensis
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| L.
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Der Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis) ist eine Pflanzenartaus der GattungGauchheil(Anagallis). Anagallis ist ein griechischerPflanzenname, weitere deutsche Namen sind Nebelpflanze, Weinbergsstern, Wetterkraut und Roter Gauchheil. Die Gattung wurde traditionell zu den Primelgewächsen(Primulaceae) gezählt. Neuere molekularbiologischeForschungsergebnisse haben aber eine engere Verwandtschaft mit den hauptsächlich in den Tropenverbreiteten Myrsinengewächsen(Myrsinaceae) ergeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Aussehen
- 2 Die Form Anagallis arvensis f. azurea
- 3 Lebensraum
- 4 Verwendung
- 5 Sonstiges
- 6 Literatur
- 7 Weblinks
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Aussehen
Der Acker-Gauchheil ist eine einjährige, sommerannuelle niederliegende Kriechpflanze oder winterannuelle aufsteigend wachsende Halbrosettenpflanze. Er ist schwach giftig in all seinen Teilen, aber vor Allem in der Wurzel, durch Saponine.
Die Sprossesind 5-30 cm lang, die Stängel sind scharf vierkantig. Die gegenständigen, sitzenden Blätternsind eiförmig und ganzrandig.
Die radiären Blütensind Pollen-Scheibenblumen, stehen einzeln in den Blattachseln und blühen von Mai bis Oktober. Sie messen etwa 10-15 mm im Durchmesser. Die Blüten sind nur von 7-14 Uhr geöffnet und schließen sich bei aufziehendem Unwetter. Die Antherenbesitzen Futterhaareund ziehen verschiedene Bestäuber an, besonders Fliegen. Es kommt vor dem Abblühen jedoch auch zu spontanen Selbstbestäubungen. Die Kronblättersind in Mitteleuropameist zinnoberrot gefärbt, nur selten blau. Dagegen sind sie bei der im Mittelmeergebietvorkommenden, etwas größere Blüten besitzenden Unterart subsp. latifolia meist blau gefärbt. Blaublütige Formen des Acker-Gauchheils werden oft mit dem Blauen Gauchheil(Anagallis foemina) verwechselt.
Die Früchte des Acker-Gauchheils sind Deckelkapseln, deren Fruchtreife von August bis Oktober erreicht wird. Der Fruchtstil krümmt sich mit der Schwerkraft und die Samen werden durch Wind ausgeblasen oder als Regenschwemmlinge verbreitet.
Die Form Anagallis arvensis f. azurea
Die Blütenfarbe des Acker-Gauchheils kann die unterschiedlichsten Farbtöne annehmen. So sind die Formen arvensis mit leuchtend bis mennigroten, carnea mit fleischfarbenen, lilacina mit lilafarbenen, pallida mit weißen, sowie azurea mit blauen Blüten beschrieben. Bei der Bestimmung der Pflanze kann die Form "azurea" durch Verwechslungsmöglichkeit mit dem Blauen Gauchheil(A. foemina) Schwierigkeiten bereiten. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die Kronzipfel: Die beim Blauen Gauchheil deutlich unregelmäßig gesägten Kronblätter tragen nur etwa 5 bis 10, höchstens 15 Drüsenhaare. Bei der Form A. arvensis f. azurea sind dies etwa 50 bis 70 Stück. Diese sitzen an nicht oder nur wenig gesägten Kronzipfeln.
Die Form A. arvensis f. azurea zusammen mit einer der f. carnea angenäherten Farbvariante.
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A. arvensis f. azurea. Deutlich sind (im vergrößerten Bild) die endständigen Drüsenhaare zu erkennen, die in diesem Fall mindestens 50 Stück betragen.
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Lebensraum
Der Acker-Gauchheil ist weltweit verbreitete, häufige Pflanze, die auf Äckern, in Gärten, Weinbergen sowie auf Schuttplätzen und an ähnlichen Ruderalstandorten vorkommt. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeergebiet, in ganz Europa ist sie jedoch ein Archäophyt.
Verwendung
Der Acker-Gauchheil wird in der Schulmedizinnicht verwendet, findet jedoch als Anagallis Arvensis Herba Anwendung in verschiedenen homöopathischenErzeugnissen gegen verschiedene Ausschläge und Nervenleiden. Früher fand der Acker-Gauchheil Verwendung zur Behandlung von Geschwüren und zur Heilung von Geisteskrankheiten(Gauch= Narr, Kuckuck). Im antiken Griechenland setzte man ihn zur Behandlung von Melancholie ein.
Bauern benutzten den Acker-Gauchheil früher zur Vorhersage des Wetters, da der Acker-Gauchheil schon frühzeitig die Blüten schließt, wenn eine Wetterverschlechterung bevorsteht. Daher kommen die deutschen Namen Nebelpflanze und Wetterkraut.
In Indien wird die Pflanze wegen ihrer schwachen Giftigkeit zum Fischfang benutzt.
Sonstiges
Der Acker-Gauchheil heißt auf Englisch Scarlett Pimpernel und ist damit Namensgeber des RomansThe Scarlet Pimpernel (deutsch: Das scharlachrote Siegel) von Emmuska Orczy, und des gleichnamigen Musicalsvon Frank Wildhornund Nan Knighton.
Literatur
- Düll, R. & H. Kutzelnigg (1994): Botanisch-ökologisches Exkursionstaschenbuch. 5., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer (Heidelberg, Wiesbaden). ISBN 3-494-01229-6
- Schmeil / Fitschen (1993): Flora von Deutschland und angrenzender Länder. 89., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer (Heidelberg, Wiesbaden). ISBN 3-494-01210-5
- Grey-Wilson, Christopher / Blamey, Marjorie / Faarlund, Torbjørn / Sunding, Per (2000): Teknologisk forlags store illustrerte flora for Norge og Nord-Europa. 3. Auflage, Domino Books (Jersey). ISBN 82-512-0355-4.
Weblinks
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| Commons: {{{2|Anagallis arvensis}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
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