| Adenoviren
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| Systematik
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| Reich: | Viren
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| Baltimore K. | (dsDNA-Viren) I
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| Ordnung: | N/A
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| Familie: | Adenoviridae
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| Wissenschaftlicher Name
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| Adenoviridae
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Adenoviren sind Virenaus der Familieder Adenoviridae. Adenoviren befallen sowohl Menschen als auch Tiere. Erstmalig wurden sie aus menschlichen Rachenmandeln(Adenoiden) isoliert, daher wurde auch der Name dieser Viren-Familie abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Allgemein
- 2 Infektionen mit Adenoviren beim Menschen
- 2.1 Klinik
- 2.2 Epidemiologie
- 2.3 Diagnose
- 2.4 Therapie
- 2.5 Prävention
- 2.6 Spätkomplikationen
- 2.7 Therapeutische Anwendung von Adenoviren in der Medizin
- 3 Weblinks
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Allgemein
Ein Virusbesteht aus einer Nucleinsäure (DNAoder RNA), der von einer Proteinhülle umgeben wird. Die Kombination von Nucleinsäure und Proteinhülle kann entweder mit einer Hüllmembran umgeben sein oder auch nackt vorliegen.
Die Adenoviren gehören zu den Viren, die keine Hüllmembran besitzen. Sie haben eine Polyederform aus zwanzig Flächen (Ikosaeder). Sie sind rund 60 - 90 nmgroß und luftresistent, ihr Genmaterial ist eine doppelsträngige lineare DNA. Man unterscheidet 49 immunologischunterschiedliche Arten von Adenoviren, die zu Infektionen beim Menschen führen können. Adenoviren zeichnen sich durch eine ungewöhnliche Stabilität gegenüber chemischen und physikalischen Einwirkungen aus und tolerieren widrigste pH-Werte, was ihnen eine vergleichsweise lange Überlebenszeit außerhalb des Wirtskörpersermöglicht.
Infektionen mit Adenoviren beim Menschen
Klinik
Adenoviren verursachen hauptsächlich Erkrankungen der Atemwege. Abhängig vom jeweiligen Serotypkönnen allerdings auch eine Reihe anderer Erkrankungen hervorgerufen werden, so beispielsweise Gastroenteritis, Konjunktivitis, Zystitis, Rhinitis, Pharyngitisoder Durchfälle. Die Symptome der Atemwegserkrankung durch Adenoviren reichen von der einfachen Erkältungüber die Bronchitisbis zur Pneumonie. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystembesteht eine besondere Anfälligkeit für ernsthafte Komplikationen der Adenoviren-Infektionen, wie zum Beispiel das ARDSoder Acute Respiratory Distress Syndrome.
Außerdem wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Virustyp Ad-36 und Fettleibigkeitbeim Menschen gibt.
Epidemiologie
Obwohl die epidemiologischenMerkmale der Adenoviren von Typ zu Typ verschieden sind, werden doch alle durch direkten Kontakt, fäkal-orale und gelegentlich durch Wasserübertragung weitergegeben. Einige Arten verursachen persistente, asymptomatische Infektionen von Hals- und Rachenmandeln oder Magen-Darm-Trakt des Wirtes; eine Ausbreitung kann über Monate oder Jahre erfolgen. Wenige Adenoviren (beispielsweise die Serotypen 1, 2, 5 und 6) sind nachgewiesenermaßen in einigen Zonen der Welt endemisch, die Infektion erfolgt hier in der Regel bereits in der Kindheit. Andere Arten verursachen bei ansonsten sporadischen Infektionen gelegentliche Ausbrüche. So wird zum Beispiel die epidemische Keratokonjunktivitisdurch die Serotypen 8, 19 und 37 ausgelöst.
Epidemischauftretende fieberhafteErkrankungen mit Konjunktivitis sind oftmals mit Adenoviren assoziiert und treten im Allgemeinen im Umfeld unzureichend chlorierter Schwimmbecken und kleiner Seen auf. Gastroenteritiden werden, insbesondere bei Kindern, durch die Serotypen 40 und 41 ausgelöst.
Bei einigen Serotypen variiert das klinischeSpektrum der infektionsassoziierten Erkrankungen abhängig von der Eintrittspforte. So geht beispielsweise eine Infektion mit Adenovirus 7 durch Inhalation mit schwerwiegenden Erkrankungen der unteren Atemwege einher, während eine orale Übertragung des Virus keine beziehungsweise nur eine milde Infektion verursacht.
Diagnose
Antigen-Detektion, PCR-Assay, Virusisolation, Elektronenmiskroskopieund Serologie dienen zum Nachweis von Adenoviren-Infektionen. Die Typbestimmung wird in der Regel durch Hämagglutinationshemmungsreaktion oder Neutralisation mit typspezifischen Antisera vorgenommen. Da Adenoviren über einen längeren Zeitraum ausgeschieden werden können, bedeutet der Nachweis des Virus nicht unbedingt auch den Nachweis einer Erkrankung.
Therapie
Die meisten Infektionen verlaufen mild und erfordern keine Therapie beziehungsweise eine symptomatische Behandlung. Aber auch bei ernsthaften Erkrankungen durch Adenoviren-Infektionen besteht die Behandlung mangels virusspezifischer Therapie in einer Behandlung der Symptome und Komplikationen der Infektion.
Prävention
Für die Serotypen 4 und 7 wurden Impfstoffeentwickelt, die allerdings nur zur Prävention schwerer Atemwegsinfektionen bei Rekruten der US-Streitkräfte verfügbar sind. Für die effektive Beschränkung der Ausbreitung Adenovirus-assoziierter Erkrankungen, wie zum Beispiel die epidemische Keratokonjunktivitis, die 2004die vorübergehende Schließung mehrerer Bundeswehr-Stützpunkte bedingte, ist eine sorgfältige Infektionskontrolle notwendig.
Spätkomplikationen
Diskutiert werden verschiedene Krankheitsbilder, die sich als Spätfolgen einer Adenoviren-Infektion einstellen können, wie beispielsweise die persistierende Bronchiolitis, die dilatative Kardiomyopathie, Typ1-Diabetesoder Hörsturz.
Therapeutische Anwendung von Adenoviren in der Medizin
Adenoviren finden vermehrt Einsatz in der medizinischen Therapie, so zum Beispiel als Dystrophinträger in der Gentherapie der Duchenne-Muskeldystrophie, als genmanipulierte Vakzine beispielsweise gegen Ebola-Infektionen oder in der Krebstherapie zur Hemmung von Tumorwachstum.
Weblinks
- Nationalles Konsiliarlaboratorium für Adenoviren
- Über Adenoviren
- RKI - Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit
- Kerato-Konjunktivitis epidemica als nosokomiale Infektion
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