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| Dieser Artikel befasst sich mit dem trinkbaren Alkohol Ethanol; die generelle Bedeutung des Begriffs ist unter Alkohole (Chemie)zu finden.
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Alkohole sind eine Gruppe chemischer Verbindungen bestehend aus Kohlenstoff, Sauerstoffund Wasserstoff.
Umgangssprachlich wird unter Alkohol speziell der vom Ethanabgeleitete Alkoholmit der chemischen Bezeichnung Ethanol(früher Äthanol) oder Ethylalkohol verstanden. Generell werden in der Chemiealle organischenVerbindungen als Alkoholebezeichnet, deren charakteristische funktionelle Gruppedie Hydroxyl-Gruppe (-OH) ist. Viele dieser Alkohole sind giftig. Daneben gibt es auch ungiftige wie das Glycerinoder die Zuckeralkohole.
Der Begriff Alkohol entspringt dem spanischenalcohol, was ursprünglich feines, trockenes Pulver (Essenz) bedeutete und in der Alchemistenspracheverwendet wurde. Im Arabischenstand al-kuhl (?????) ursprünglich für Augenschminke und Antimonpulver. Im heutigen Arabisch bedeutet al-kuhul (??????) auch Alkohol.
Anmerkung: Im Folgenden bezeichnet Alkohol immer die chemische Substanz Ethanol (C2H5OH)
Inhaltsverzeichnis
- 1 Alkohol
- 2 Herstellung
- 3 Aufnahme und Abbau
- 3.1 Blut- und Atemalkohol
- 3.2 Unmittelbare physiologische Wirkung
- 3.3 Wirkungen auf das Gehirn und andere Schäden
- 3.4 Todesursache Alkohol
- 3.5 Mögliche positive gesundheitliche Wirkungen
- 4 Gesetzliche Beschränkungen
- 4.1 Jugendschutz
- 4.2 Straßenverkehr
- 5 Kulturgeschichte des Alkohols
- 6 Populationsgenetische Aspekte des Alkohols
- 7 Andere Nutzung von Alkohol
- 8 Weltmarkt
- 9 Literatur
- 10 Siehe auch
- 11 Weblinks
- 12 Gesprochene Wikipedia
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Alkohol
Bild:Alkoholika.jpg Diverse Spirituosen
Bild:Scotch Whisky (aka).jpg Scotch Whisky
Alkohol ist ein in reifen Früchten und Säften natürlich vorkommendes Produkt der alkoholischen Gärungmit berauschender Wirkung. Aus diesem Grund werden heutzutage alkoholische Getränkeindustriell erzeugt. Alkohol ist die am weitesten verbreitete Drogeweltweit. Zu viel Alkohol und regelmäßiger Konsum können zu Alkoholismusführen. Die Siedetemperaturvon Alkohol beträgt 78,5°C.
Alkoholgehalte (mit Angabe des Alkoholgehaltes in Volumenprozent):
- Brot: bis 0,3 %
- Apfelsaft: bis 0,4 %
- alkoholfreies Bier: bis 0,5 %
- Sauerkraut: 0,5 %
- Traubensaft: bis 0,6 %
- reife Banane: bis 1 %
- reifer Kefir: bis ca. 1 %
- Bier
- Leichtbiere: 1?2,5 %
- Vollbiere (am häufigsten getrunken): ca. 3?5%, meist um 5 %
- Starkbiere: 6?12%
- Weine: 7?14%, meist um 12 %, und mehr bei Rotweinen
- Met: ca. 5?15%
- Apfelwein: ca. 5,5?7%
- Liköre: ca. 15?75%, meist unter 30 %
- Spirituosen: ca. 30?98%, meist ca. 40 %
Alkohol kann auch in Form von Brennspirituseingekauft werden. Dieser enthält meist 96 % Ethylalkohol, der mit Hilfe von Vergällungsmittelnungenießbar gemacht wurde. Vergällter Alkohol ist von der Branntweinsteuerbefreit.
Die Einschränkung der Verfügbarkeit ist eine der wenigen wirksamen Maßnahmen, die ein Staat besitzt, um den Alkohol-Gesamtkonsum und damit die alkoholbedingten Schäden zu vermindern: Zum Beispiel Laden- und Ausschank-Öffnungszeiten; Anzahl der Betriebe, die Alkohol verkaufen dürfen; Bewilligungen für Alkoholverkauf an Bedingungen knüpfen (Lizenz, Gebühren, Wirteprüfung, etc.); gesetzliches Mindestalter (mit Kontrollen und Strafen); starke Verteuerung durch Steuern.
Herstellung
Alkohol entsteht u. a. bei der Vergärung von zucker- oder stärkehaltigenSubstanzen durch Hefeoder Bakterien. Daher wird dieser Prozess kontrolliert mit einer Reihe von Nahrungsmitteln durchgeführt, wodurch zum Beispiel Wein(aus Weintrauben) oder Bier(aus Malzund Hopfen) entstehen. Durch Destillationkann der Alkoholgehaltnoch erhöht bzw. fast reiner Alkohol (Azeotrop) gewonnen werden. Solche Getränke bezeichnet man als Spirituosen (z. B. Whisky, Cognac, Schnaps, Wodkaoder Rum). Liköresind Spirituosen, denen nach der Destillation noch Zuckerund Aromenzugesetzt werden..
Aufnahme und Abbau
Alkohol wird im gesamten Verdauungstraktaufgenommen. Dies beginnt bereits in der Mundschleimhaut. Der dort aufgenommene Alkohol geht direkt in das Blut und wird damit über den gesamten Körper einschließlich des Gehirnsverteilt. Der im Darm aufgenommene Alkohol gelangt dagegen zunächst mit dem Blut in die Leber, wo er teilweise abgebaut wird. Die Alkoholaufnahme wird durch Faktoren, die die Durchblutung steigern, erhöht, beispielsweise Wärme (Irish Coffee, Grog), Zucker (Likör) und Kohlenstoffdioxid(sog. Kohlensäure in Sekt). Fett dagegen verlangsamt die Aufnahme. Dies führt aber nicht zu einer niedrigeren Resorptiondes Alkohols insgesamt, sondern nur zu einer zeitlichen Streckung.
In der Leber wird der Alkohol durch das Enzym Alkoholdehydrogenasezu Ethanal(H3C-CHO) abgebaut, das weiter zu Ethansäure(Essigsäure) oxidiert wird. Die Ethansäure wird über den Citratzyklusund die Atmungskettein allen Zellendes Körpers unter Energiegewinnung zu CO2 veratmet. Das Zwischenprodukt Ethanal ist auch für den so genannten Katerverantwortlich, der eine Folge stärkeren Alkoholkonsums ist. Der Abbau des Ethanals wird durch Zucker gehemmt, daher ist die Katerwirkung bei süßen alkoholischen Getränken, insbesondere Likör, Bowlenund manchen Sektsorten besonders hoch.
Die Abbaurate durch die Alkoholdehydrogenase ist innerhalb gewisser Grenzen konstant. Sie beträgt bei den meisten Europäern knapp 1 g Alkohol je 10 kg Körpergewicht und Stunde. Eine Variationsbreite ergibt sich zwischen Männern und Frauen. Bei Männern wurde auch im Magen eine genetisch bedingte erhöhte Aktivität der so genannten gastrischen Alkoholdehydrogenase festgestellt, was zu einer leichten Erhöhung der Abbaurate führt. Die Abbaurate wird dagegen durch häufigen Alkoholkonsum nicht erhöht.
Der Gewöhnungseffekt, den man bei Alkoholikernbeobachten kann, beruht nicht auf schnellerem Abbau, sondern auf der Gewöhnung des Nervensystems an höhere Giftdosen. Andere, insbesondere in unsauber destillierten Spirituosen zu findende Alkohole, die so genannten Fuselalkohole, werden auch durch die Alkoholdehydrogenase abgebaut und verlangsamen den Abbau des Alkohols. Etwa fünf Prozent des Alkohols werden über Urin, Schweiß und Atemluft abgegeben.
Blut- und Atemalkohol
Ein objektives Maß für die alkoholische Beeinflussung stellt die Messung der Alkoholkonzentration im venösen Blutkreislauf bzw. in der Atemluft dar, wobei dadurch nur begrenzte Aussagen über die physiologische Beeinträchtigung möglich sind, da diese stark von individuellen Einflüssen, insbesondere der Alkoholgewöhnung, abhängen.
Die Höhe der Blutalkoholkonzentration (BAK) bzw. der Atemalkoholkonzentration (AAK) ist mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit mit dem Risiko von Ausfallerscheinungen oder Unfällen gegenüber dem nüchternen Zustand verbunden, die die Grundlage der gesetzlichen Promillegrenzen darstellen.
Die Blutalkoholkonzentration wird wie folgt errechnet:
BAK = 0,8/[(2,447 - 0,09516 * Alter in Jahren + 0,1074 * Größe in cm + 0,3362 * Gewicht in kg) * Alkohol in g]
Die erreichbare BAK ist von der aufgenommenen Trinkmenge, der Körpermasse und dem Geschlecht abhängig, aber auch von Faktoren wie Statur und Alter sowie Füllzustand des Magens. Zur Berechnung der (nur theoretisch) maximal erreichbaren BAK dient die Widmarkformel. Als Maßeinheit dient das Massenverhältnis Milligramm Alkohol pro Gramm Blut (mg/g), besser bekannt als Promille.
Die AAK kommt dadurch zustande, dass in den Lungenbläschen (Alveolen) ein Übergang des Alkohols aus dem arteriellen Blutkreislauf in die eingeatmete Luft erfolgt, womit beim Ausatmen Alkohol abgegeben wird. Als Maßeinheit dient die Alkoholmenge in Milligramm pro Liter Atemluft (mg/l). Eine direkte Umrechnung von AAK in BAK ist nicht exakt möglich, da sich das Verhältnis zeitlich verändert. Daher existieren in der Bundesrepublik Deutschland zwei separate Grenzwerte, die juristisch gleichgesetzt sind und auf dem mittleren Verteilungsfaktor von 1:2000 beruhen. Damit entsprechen 0,5 mg/g BAK 0,25 mg/l AAK.
Siehe auch: Alkotester
Unmittelbare physiologische Wirkung
Alkohol führt zu einer Erweiterung insbesondere der äußeren Blutgefäße. Daraus ergibt sich ein Wärmegefühl beim Konsum alkoholhaltiger Getränke. Dabei wird die natürliche Regulierung des Wärmehaushalts bei niedrigen Temperaturen außer Kraft gesetzt. Zugleich wirkt Alkohol betäubend, so dass bedrohliche Kälte nicht mehr wahrgenommen wird. Daher können Erfrierungen bis hin zum Kältetoddie Folge winterlichen Alkoholkonsums sein.
Problematisch ist auch die Kombination von Alkohol mit Medikamenten und anderen Drogen. Hier gibt es vielfältige Wechselwirkungen, die zu einer vorzeitigen und intensiveren Beeinträchtigung als bei reinem Alkoholkonsum führen können. Auch der Alkoholabbau hinterlässt noch nach seiner Beendigung physiologische Wirkungen: So bleibt die Konzentration des Enzyms Alkoholdehydrogenase auch noch nach vollständiger Beseitigung des Alkohols aus dem Blut erhöht. Dieses Enzym ist aber auch am Abbau von Medikamenten beteiligt, so dass diese schneller als in der Dosierung vorgesehen abgebaut und damit unwirksam gemacht werden!
Wirkungen auf das Gehirn und andere Schäden
Bereits maßvoller Alkoholkonsum (0,2 Promille Blutalkohol, entsprechend ungefähr 0,3 Liter Bier, 100 ml Wein oder einem hochprozentigen Schnaps, je nach Körpergewicht und Konstitution) wirkt sich auf das Nervensystemund speziell auf das Gehirnaus: das Blickfeld wird verengt (beginnender Tunnelblick), und die Reaktionszeiten verlangsamen sich. Forscher der UniversitätStockholmhaben herausgefunden, dass 50 g Alkohol am Tag bleibende Schäden hinterlassen.
Weiterer Konsum von Alkohol führt zu einem als Trunkenheit bezeichneten Zustand. Dieser ist einerseits durch körperliche Veränderungen wie z. B. psychisch durch erhöhte Emotionalität, andererseits durch eine veränderte Bewusstseinwahrnehmung und verringerte geistige Leistungsfähigkeit gekennzeichnet. Meistens führt erheblicher Alkoholkonsum zu Übelkeit und Erbrechen. Dabei wird allerdings nur der Teil des Alkohols ausgeschieden, der noch nicht in die Blutbahn gelangt ist.
Alkohol hat auch Auswirkungen auf Sexualität und Fruchtbarkeit. So führt Alkoholkonsum vielfach zu einer Enthemmung, speziell bei Männern auch zu einer Steigerung der Libido. Parallel dazu verringert sich allerdings die Erektionsfähigkeitbis hin zur völligen erektilen Dysfunktion. Darüber hinaus gehört Alkohol zu den Stoffen, die sich direkt schädigend auf Hoden und Spermien auswirken. Alkohol führt zu einer Verminderung der Testosteronproduktion, was negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Körperfunktionen hat.
Neuere Untersuchungen (Prof. E. Abel, USA) haben gezeigt, dass väterlicher Alkoholkonsum vor der Zeugung nicht nur das Risiko von Fehlgeburten erhöht, sondern sich auch schädigend auf die Kindesentwicklung auswirken kann. Wesentlich verheerender ist allerdings Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft, da sich dadurch unter anderem das so genannte fetale Alkoholsyndromausbilden kann, das vor allem durch eine erhebliche Beeinträchtigung der Intelligenz beim Kind gekennzeichnet ist. Alkoholbedingte Schädigungen gehören zu den häufigsten pränatal bedingten Gesundheitsschäden.
In noch größeren Mengen setzt eine akute Alkoholvergiftung ein, die bis zum Komaoder dem direkten Tod führen kann. Besonders gefährlich ist dabei der schnelle Konsum von Spirituosen, da die Übelkeitsschwelle langsamer eintritt als ein lebensbedrohlicher Anstieg des Blutalkoholspiegels.
Auch wenn die angenehmen Wirkungen leichten Konsums im Fall positiver Anlässe zeitlich beschränkt erwünscht sein mögen, so ruft Trunkenheit in unangebrachten Situationen jährlich ein unübersehbares Maß an menschlichem Leid hervor (Verkehrsunfälle, etc.). Ebenso kann auch dauerhafter Konsum allein oder zusammen mit anderen Faktoren zu schweren gesundheitlichen Schädigungen führen: Herz-Kreislauferkrankungen, schwere Schädigungen der Leber, des gesamten Nervensystems, des Gehirns und körperlich-psychische Abhängigkeit.
Hilfe bieten Ärzte oder Selbsthilfegruppenwie die Anonymen Alkoholikeroder die Guttempler. Hilfe bieten ebenfalls Suchtberatungsstellen sowie verschiedene andere Selbsthilfegruppen.
Todesursache Alkohol
In Deutschland starben im Jahr 2000 cirka 16.000 Menschen durch Alkoholmissbrauch, was cirka zwei Prozent aller Sterbefälle entsprach, wobei Männer dreimal häufiger betroffen waren als Frauen.
Die häufigste alkoholbedingte Todesursachewar die alkoholische Leberzirrhosemit 9550 Toten (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Eine Krankheit, mit einer über 50-prozentig hohen Mortalität (Todesrate), die insbesondere in Verbindung mit Alkohol und fettem Essen ausgelöst wird, ist die Pankreatitis(Bauchspeicheldrüsenentzündung).
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die Staatsekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merkspricht für 2003 von 40.000 Todesfällen als Folge des Alkoholkonsums in Deutschland, wobei, im Vergleich, 1477 Personen durch illegale Drogen verstorben sind und 110.000 als Folge des Tabakrauchens. (Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2004)
| Menge alkoholhaltiger Getränke | Blutalkohol | Wirkungen
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| 3 Glas Bier oder 0,5 l Wein | 0,5? | leicht beeinträchigte Genauigkeit, leichte Anheiterung, Wegfall von Hemmungen, Anzeichen von Plaudersucht
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| 5-8 Glas Bier oder 1 l Wein | 1,0? | beginnender Verlust der Bewegungskoordination, des Gleichgewichts und der Reflexe, deutliche Angetrunkenheit
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| 10 Glas Bier oder 1,5 l Wein | 1,5? | Plaudersucht, Selbstgespräch, Stottern und Schwanken, starke Betrunkenheit
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| 12 Glas Bier oder 2 l Wein | 2,0? | Erbrechen, hilfloser Zustand, schwere Gleichgewichtsstörungen,
Kleinhirn wird überschwemmt, schwerer Rausch
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| | ab 2,5? | Störung von Atmung und Blutkreislauf, die Bewegungsnerven versagen, das Bewusstsein setzt aus, Lebensgefahr
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| | über 4? | meist tödlich
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Mögliche positive gesundheitliche Wirkungen
Es ist stark umstritten, ob alkoholische Getränke positiv auf die Gesundheit einwirken können. Viele vordergründig positive Wirkungen werden durch andere aufgehoben, etwa die stark erhöhte Krebsgefahr beim regelmäßigen Konsum selbst geringer Mengen, die durch wissenschaftliche Studien bestätigt wurden.
Mediziner warnen davor, einzelne Wirkungen aus dem Gesamtzusammenhang zu reißen.
Auch der Verbrauch von Vitaminen und Mineralstoffen beim Abbau im Körper ist zu berücksichtigen.
Roter Traubensaftenthält dieselben herzstärkenden Mittel wie Rotwein, daher kann davon ausgegangen werden, dass das selektive Hervorheben einzelner positiver Wirkungen in erster Linie einer Rechtfertigung dient und wenig Substanz hat.
Aus einer Anzahl epidemiologischer Untersuchungen geht hervor, dass ein ausgesprochen mäßiger Konsum bestimmter alkoholhaltiger Getränke ? insbesondere Rotwein ? (etwa 1?2 Glas pro Tag) über längere Zeiträume vor koronarer Herzerkrankung schützen soll. Außerdem wurde bei bis zu 20?40 g Alkohol bei Männern und bei bis zu 10?20 g bei Frauen eine höhere Lebenserwartungfestgestellt. Dies entspricht 1/4 Liter Rotwein oder 1/2 MaßBier pro Tag.
Die höhere Lebenserwartung ist allerdings nur ein statistischer Effekt, da unter den Antialkoholikernauch Personen sind, die gerade wegen einer Krankheit und damit verbundener niedriger Lebenserwartung keinen Alkohol trinken.
Oberhalb dieser Mengen kehrt sich die positive Wirkung eindeutig um.
Ursächlich für die positiven Wirkungen ist allerdings nicht der Alkohol selbst, sondern Begleitstoffe (sekundäre Pflanzenstoffevon roten Trauben und Inhaltsstoffe der Bierhefe), die im Wein und Bier zu finden sind und durch den Alkohol, der ein gutes Lösungsmittel ist, verfügbar gemacht werden (Lösungsmitteltheorie). Daher besitzen Schnäpse und die meisten Liköre auch keine vergleichbaren Wirkungen. Nach einer anderen Hypothese wirkt (wenig) Alkohol entzündungshemmend, da der CRP-Gehalt (Reaktive Proteine) sinkt.
- J. Kauhanen et. al: Beer binging and mortality: results from the Kuopio ischaemic heart desease risk factor study, a prospective population based study. British Medical Journal 1997/315/S. 846
- E. B. Rimm et al.: Moderate alcohol intake and lower risk of coronary heart desease: meta-analysis on effects on lipids and haemostatic factors. British Medical Journal 1999/319/S. 1523
- K. Nanchal et al.: alcohol consumption, metabolic cardiovascular risk factors and hypertension in women. International Journal on Epidemiology 2000/29/S. 57
- C. Power et al.: U-shaped relation for alcohol consumption and health in early adulthood and implications for mortality. Lancet 1988/352/S. 877
- H. Beck-Bornholdt et al.: Der Hund, der Eier legt. 2001 ISBN 3-499-61154-6
- Knut Kröger: Lebenserwartung: Der Mythos vom Rotwein. Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 42 vom 17. Oktober 2003, Seite A-2706/B-2260/C-2120 http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=38885
Gesetzliche Beschränkungen
In einigen vorzugsweise islamischenLändern ist Alkohol als Droge gesetzlich streng verboten. Manche Getränke wie Absinthsind oder waren bis vor kurzer Zeit wegen ihres erhöhten Gefahrenpotentials auch in vielen europäischen Ländern verboten.
In den USA gibt es immer noch Gemeinden mit einem Verbot des Verkaufs, der Bewerbung und des öffentlichen Konsums von Alkohol (Gemeindeautonomie), z. B. Westonin Massachusetts.
Jugendschutz
In Deutschlandund der Schweizdürfen alkoholische Getränke nur an Personen ab dem vollendeten 16. Lebensjahr abgegeben werden. Getränke, die Branntweinenthalten, erst ab dem 18. Lebensjahr. In Deutschland ist das öffentliche Konsumieren erst ab 16 bzw. 18 gestattet, es gibt sonst keine Beschränkung.
In Österreichist der Jugendschutz Ländersache. In Wien, Niederösterreichund dem Burgenlandist der Alkoholkonsum grundsätzlich erst ab 16 gestattet. In den anderen Ländern dürfen Getränke bis zu einem Alkoholgehalt von 14 % mit 16 Jahren, solche darüber mit 18 Jahren getrunken werden. Andere Länder ? beispielsweise die USA? sehen als Mindestalter zum öffentlichen sowie privaten Verzehr von Alkohol das vollendete 21. Lebensjahr vor.
Straßenverkehr
Da Alkohol die Fahrtüchtigkeit beeinflusst, gibt es einen höchstzulässigen Alkoholgehalt im Blut bzw. in der Atemluft (Promillegrenze). Dieser beträgt beispielsweise (ausschließlich europäischeLänder):
- in Deutschland: 0,5 ? im Blut oder 0,25 mg/l in der Atemluft
- bei auffälliger Fahrweise oder bei Verwicklung in einen Unfall ist bereits eine Konzentration ab 0,3 ? strafbar (relative Fahruntüchtigkeit); ab 1,1 ? im Blut beginnt unwiderlegbar die Fahruntüchtigkeit (absolute Fahruntüchtigkeit); ab 1,6 ? im Blut ist vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis eine positive medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) beizubringen
- Wer im Besitz eines Personenbeförderungsscheins (PBS) ist und bei dessen Anwendung mehr als 0,0 Promille hat, verliert den PBS und muss mit weiteren Konsequenzen (ggf. MPU) rechnen!
- in Österreich:
- 0,1 ? für Lenker von Lastwagenund Autobussen, für Moped- und Traktorfahrerbis 20 Jahre, sowie für Lenker von Personenkraftwagenbis 21 Jahren (in der Mehrphasenausbildung) und Schüler und Lehrer in der praktischen Fahrausbildung
- 0,5 ? für Kraftfahrzeug- und Kraftradlenker
- in Bulgarien, Estland, Kroatien, Litauen, Montenegro, Rumänien, Ungarn, Serbien,Slowakeiund Tschechien: 0,0 ?
- in Polen, Norwegenund Schweden: 0,2 ?
- in Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Slowenien, Spanienund der Schweiz: 0,5 ?
- in Großbritannien, Irland, Luxemburgund Malta: 0,8 ?
- in Zypern: 0,9 ?
Trinkt ein 70 kg schwerer Mann innerhalb einer Stunde 1 Liter Bier, erreicht er etwa 0,5 Promille, trinkt er aber 1 Liter Rotwein, erlangt er fast 2 Promille. Wichtig ist, die Größe und vor allem den Inhalt eines Weinglases zu beachten (oft 0,3 Liter). Durch eine Mahlzeit kann die Aufnahme des Alkohols etwas verlangsamt werden.
Kulturgeschichte des Alkohols
Die ersten bekannten Völker, die gezielt alkoholische Getränke herstellten, waren die Ägypter, Babylonierund Sumerer. Sie erzeugten Bier, später auch Wein. Als Hefen kamen Wildhefen zum Einsatz. Im Mittelalterwurde die Destillationerfunden, dadurch war es möglich, den Spiritus vini (Geist des Weines) aus Wein herzustellen. In Ostasien wurden schon früh Weine aus Litschiund Pflaumenhergestellt sowie der Sake, ein warm genossener Reiswein(eigentlich gehört Sake aber zu den bierartigen Getränken).
Die Alkohol-?Kultur?-Geschichte hat seit dem 19. Jahrhundert eine dramatische Wende erfahren. Die industrielle Produktion und die vor allem nach dem 2. Weltkrieg einsetzende massive Vermarktung der alkoholischen Getränke führte zu einem großen Überangebot in der 1. und 2. Welt. So wurden die Frauen und seit kurzem die Jugendlichen zu Zielgruppen der Nachfrage- und Absatzförderung. Inzwischen zählt man die alkoholbedingten Schäden zu den Zivilisationskrankheiten.
Seit Ende des letzten Jahrhunderts wird die Alkohol-?Kultur? auch in die Entwicklungsländerexportiert, die aufgrund mangelnder Erfahrung in der Prävention und fehlender sozialer Hilfsnetze teilweise erhebliche Probleme mit diesem Phänomen haben. Kritiker bezeichnen die Verbreitung der Alkohol-?Kultur? auch als neue Form des Kolonialismus.
Populationsgenetische Aspekte des Alkohols
Seit langem ist bekannt, dass die ursprünglich aus Ostasien stammenden Einwohner Amerikas (?Indianer? und Inuit) auf Alkohol erheblich empfindlicher reagieren als Europäer. Dies wurde beim Vordringen der Europäer auf dem amerikanischen Kontinent gezielt ausgenutzt, indem Schnaps als ?Feuerwasser? an einheimischen Stämme verteilt wurde. Auch Ostasiaten zeigen ? jedoch weniger durchgängig als die amerikanischen Ureinwohner ? eine geringere Alkoholverträglichkeit als Europäer. Unter Schwarzafrikanern ist die Verträglichkeit sehr unterschiedlich.
Während die meisten Europäer 3?4 Bier trinken können, ohne gleich betrunken zu werden, führen bei vielen Nichteuropäern, speziell bei Menschen mit ostasiatischer Abstammung, bereits 1?2 Bier zu Trunkenheitszuständen. Die Ursache dafür liegt in einem schnelleren Abbau des Blutalkohols bei den meisten Europäern. Während sie noch trinken, beginnt bereits eine biochemische Reaktion, bei der durch das Enzym Alkoholdehydrogenaseder Alkohol abgebaut wird. Das dabei als Zwischenprodukt gebildete Ethanal(ein Aldehyd) führt in größerer Konzentration zum so genannten Kater.
Genetische Untersuchungen zeigten, dass die genetischenAllelefür das Enzym Alkoholdehydrogenase bei Europäern anders als bei Menschen anderer Herkunft verbreitet ist. Diese Allele unterscheiden sich in einigen Basenvoneinander und führen zu leicht unterschiedlichen Varianten der Alkoholdehydrogenase (sog. Isoenzymen). Dabei kann Reinerbigkeit (Homozygotie) oder Mischerbigkeit (Heterozygotie) bezüglich der Allele vorliegen. Untersuchungen an asiatischstämmigen Amerikanern zeigten, dass homozygote Menschen mit dem Allel ALDH2*2 eine erheblich niedrigere Abbaurate für Blutalkohol haben. Mischerbige Menschen wiesen die gleiche Abbaurate wie reinerbige Menschen mit dem GenotypALDH2*1 auf, bauten aber das Zwischenprodukt Ethanal (den ?Katerstoff?) langsamer ab.
Die erhöhte Fähigkeit der Europäer zum Alkoholabbau beruht auf einem besonderen Selektionsdruckinsbesondere im Altertumund Mittelalter. Während asiatische Völker bereits früh abgekochtes und damit keimarmes Wasser in Form von Teezu sich nahmen, gab es im europäischen Kulturkreis zahlreiche Seuchenz. B. durch bakterienverseuchtes Trinkwasser, insbesondere im Zuge des Bevölkerungswachstums der Städte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Unter den wenig hygienischen Zuständen in Europa war daher der Konsum von alkoholhaltigen Getränken aufgrund der desinfizierenden Wirkung tatsächlich gesünder. Menschen mit erhöhter Fähigkeit zum Alkoholabbau überlebten auch die zahlreichen Seuchen eher als Menschen ohne diese Fähigkeit. Und die Nachkommen hatten dann vielfach auch die Fähigkeit zum schnelleren Alkoholabbau geerbt. Eine weitere Rolle für die weite Verbreitung des Allels für die besonders rasch abbauenden Isoenzymein Europa dürfte die Seefahrtgewesen sein, bei der Wein und später Rum(als Pflichtration beispielsweise in der britischen Marine) zur Grundversorgung der Seeleute gehörte.
Andere Nutzung von Alkohol
- 70%iger Ethanolist ein ausgezeichnetes Antiseptikumund wird besonders zur Händedesinfektionverwendet. Alle Bakterien einschließlich der Tuberkelbakterienwerden innerhalb einer Minute durch Denaturierungder Bakterienzellwand abgetötet (Bakterizidie). Eingeschränkt wirksam ist er gegen Viren, nicht wirksam gegen Sporen. Allerdings verursacht er Brennen in offenen Wunden.
- 95%iger Alkohol kann zur Verödung heißer Schilddrüsenknotenund anderer umschriebener Tumorebenutzt werden ? siehe [1]
- Ethanol wird in Brasilienals nichtfossilerTreibstoffzusatzdem Benzinbeigemischt.
- Als Reinigungsmittel kann Ethanol aufgrund seiner (gering ausgeprägten) Amphiphilieverwendet werden.
- Alkohol ist eine wichtige Trägersubstanzbei der Herstellung pflanzlicher Medikamente (Phytomedizin).
- Ethanol ist ein sehr gutes Lösungsmittel für Harz. Bei verschmutzten Textilien sollte man zuerst das Harz grob abkratzen. Anschließend ein mit Wasserleicht angefeuchtetes Tuch unter den Stoff legen, den Stoff straff spannen und den Fleck mit einem in 90%igem Ethanol getränkten Lappen vorsichtig von innen nach außen betupfen. Das Harz sollte sich anschließend in dem angefeuchteten Tuch befinden. Vor der Behandlung empfiehlt es sich aber unbedingt, den zu reinigenden Stoff an einer unauffälligen Stelle mit dem Alkohol betupfen, um die Farbechtheitsicher zu stellen.
- Alkohol wurde von Wernher von Braunbis in die 1950er-Jahre als Treibstoff für die Raketen der Typen A1, A2, A3, A4, A4bund A5verwendet, da zum einem bei Alkohol im Unterschied zu Benzindurch Verdünnen mit Wasser für Testzwecke leicht der Brennwertheruntergesetzt werden kann, um bei Probeläufen von Triebwerken Explosionen zu verhindern und er zum anderen während des 2. Weltkriegsleicht aus landwirtschaftlichen Produkten gewinnbar war, im Gegensatz zum knappen Benzin.
- Alkohol eignet sich auch als Kraftstoff (siehe auch Alkohol (Kraftstoff))
Weltmarkt
Wichtigster Exporteur von Alkohol ist Brasilien(656 Mio. Liter im Jahr 2003).
Literatur
- Günter Schmidt: ALEX ? Das Alkohollexikon, Books on Demand (BoD), Norderstedt, 2002, ISBN 3-8311-3825-7
- Bernhard van Treeck: Drogen- und Suchtlexikon, Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin, 2003, ISBN 3-89602-221-0
- Bernhard van Treeck: Drogen, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 2003, ISBN 3-89602-420-5
- Arthur L. Klatsky: Alkohol fürs Herz. Spektrum der Wissenschaft, Oktober 2003, S. 62?68, ISSN 0170-2971
Siehe auch
- Alkoholismus
- Kater (Alkohol)
- Alkotester
- Promille
- Schwips
- Alkoholtourismus
- Alkohol als Kraftstoff
- Alkohologie
Weblinks
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Alkohol}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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| Wikiquote: {{{2|Alkohol}}} ? Zitate
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- http://www.alkohol-lexikon.de/? Spirituosenkunde, Physiologie, Alkoholismus, Alkoholanalytik, Alkoholgesetzgebung
- Die Droge Alkohol aus psychologischer Sicht
- http://www.bierundwir.de/bierimleben/alkohol.htm? Die Wirkung von Alkohol auf den Menschen
- http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Chemie/ch_ethol.htm
- http://www.alkoholpolitik.ch/? Unabhängige, private, kritische Webseite
- Der Zoll erklärt die Branntweinherstellung
- http://www.newlife-online.de/alkohol.php? Informationen zum Thema Alkohol (u. a. Blut-Alkohol Rechner)
- {{{2|Alkohol}}}bei Erowid(englisch)
- Check your drinkingOnline-Selbsttest zur Risikoeinschätzung des eigenen Alkoholkonsums (Drugcom.de)
Gesprochene Wikipedia
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