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Ein anaphylaktischer Schock ist eine seltene, stets aber akute lebensbedohliche allergische Reaktion (anaphylaktisch; Anaphylaxie= allergische Reaktion). Er wird häufig durch Allergeneausgelöst und führt zu einem Versagen des Herz-Kreislauf-Systemsmit oft tödlichem Ausgang
Im Volksmund ist der anaphylaktische Schock eher bekannt als allergische Reaktion.
Der anaphylaktische Schock ist die stärkste Form der Allergievom sogenannten Soforttyp (sofortige Überempfindlichkeits-Reaktion) und kann z.B. durch Insektengifte, Nahrungsmittel, Infusionen oder Medikamente ausgelöst werden. Dabei sind mehrere Organe oder der gesamte Körper betroffen.
Durch die Weitstellung der Blutgefäße kommt es zu einem starken Blutdruckabfall, außerdem tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe aus. Aufgrund des Blutdruckabfalls kommt es zu einer verminderten Durchblutung lebenswichtiger Organe.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursachen
- 2 Symptome
- 3 Therapie - Sofortmaßnahmen (Stand der Empfehlungen: 2005)
- 4 Medikamentöse Sofortmaßnahmen
- 4.1 sofort
- 4.2 danach
- 4.3 anschließend
- 4.4 weitere Therapiemaßnahmen erwägen
- 5 Erklärung zur Therapie
- 6 Weblinks
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Ursachen
Meist tritt der anaphylaktsiche Schock während oder kurz nach der i.v.-Injektion oder Infusion eines Medikamentes auf. Auch nach anderen parenteralen Medikamentengaben (i.m., s.c.; Lokalanästhesie beim Zahnarzt; Kontrastmittelinjektionen während Röntgenkontrastuntersuchungen) kann diese schwere allergische Sofortreaktion auftreten.
Sehr häufig tritt der anaphylaktische Schock auch nach Insektenstichen (Wespen, Bienen...) auf. Meist ist eine Allergie vorbekannt.
Der anaphylaktische Schock ist die höchste Komplikation einer Allergie des Typs 1 (z.B. Pollenallergie).
Erst mit der Entwicklung des Penizillinsund den vermehrten parenteralen Penizillin-Gaben traten vermehrt anaphylaktische Schockreaktionen auf, die bis dahin in dieser Form gar nicht beobachtet wurden und vorher (ca. 1950) eigentlich unbekannt waren.
Symptome
Bild:Quaddeln.jpg Quaddeln
Je schneller die Symptome während der Injektion eines Medikamentes auftreten, desto lebensgefährlicher ist der Zustand. Im schlimmsten Fall treten schon 10 Sekunden nach Beginn der Injektion die ersten Symptome auf. Diese sind sehr unspezifisch - z.B Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, Brechreiz oder Erbrechen, trockener Mund, Zungenbrennen, Sehstörungen, akute Atemnot, Konzentrationsstörungen.
Auch Hautreaktionen, Juckreiz, Quaddelbildung oder die Ausbildung eines Lidödemssind möglich - fehlen wegen der schnellen Entwicklung aber oft auch ganz.
Im weiteren Verlauf treten die typischen Symptome eines Schocksauf, d.h. der Puls wird flach und schnell und die Bewusstlosigkeit kann eintreten.
Wichtig ist, dass der Arzt und das medizinische Personal auf einen anaphylaktischen Schock eingestellt ist.
Nicht einmal jeder 10. Zahnarzt erlebt in seinem Berufsleben einen anaphylaktischen Schock bei seinem Patienten. Dagegen erlebt er regelmäßig einen Teil der oben beschriebenen unspezifischen Reaktionen während der Lokalanästhesie. Deshalb ist es im ärztlichen Alltag sehr schwierig das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks rechtzeitig zu erkennen, da es sich meist nur um Synkope oder psychische Erregung des Patienten handelt. Prinzipiell muß der Arzt aber bei jeder Injektion mit einem anaphylaktischen Schock rechnen. Er ist zwar extrem selten, aber auch extrem lebensgefährlich. Deshalb muß immer eine Allergie-Anamnese erhoben werden. Allerdings gibt diese keine Sicherheit, denn jede Allergie tritt irgendwann zum ersten Mal auf.
Deshalb sollten schon die kleinste Hinweiszeichen ernst genommen werden, und im Zweifelsfall die Injektion abgebrochen werden.
Ein besonders hohes Risiko für einen anaphylaktischen Schock besteht bei Kontrastmittel-Injektionen für Röntgenuntersuchungen. Deshalb wird dort auch eine größere Anforderung an die Patientenaufklärung gestellt.
Therapie - Sofortmaßnahmen (Stand der Empfehlungen: 2005)
Bei den ersten Anzeichen (Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose)
- Injektion /Infusion unterbrechen und
- Kanüle in der Vene belassen
- bzw. einen venösen Zugangschaffen
Neben anderen gebräuchlichen Notfallmaßnahmen
- Kopf-Oberkörper-Tieflage
- Atemwege freihalten!
Bild:Schocklagerung.JPG Schocklagerung
Medikamentöse Sofortmaßnahmen
sofort
Epinephrin (Adrenalin) i.v.
Nach Verdünnung von 1 ml der handelsüblichen Epinephrin-Lösung (1 : 1.000) auf 10 ml oder unter Verwendung einer Epinephrin-Fertigspritze (1 : 10.000) wird zunächst davon 1 ml (= 0,1 mg Epinephrin) unter Puls- und Blutdruckkontrolle langsam injiziert (cave: Herzrhythmusstörungen!).
Die Epinephrin-Gabe kann wiederholt werden.
danach
Volumensubstitution i.v.
z.B. Plasmaexpander(Cave! können ebenfalls anaphylaktische Reaktionen auslösen., humanalbumin, Vollelektrolytlösung.
anschließend
Glucocorticoide i.v.
z.b. 250-1000 mg Prednisolon
(oder äquivalente Menge eines Derivats).
Die Glucocorticoid-Gabe kann wiederholt werden.
weitere Therapiemaßnahmen erwägen
z.B. künstliche Beatmung, Sauerstoffinhalation, Antihistaminika.
Erklärung zur Therapie
Ohne ärztliche Hilfe kann ein anaphylaktischer Schock tödlich enden. Betroffene müssen sofort in ein Krankenhaus.
Erste Maßnahme bei einem anaphylaktischen Schock ist den Patient in die Schocklagerungzu bringen. Soweit vorhanden wird vom Notarzt stark verdünntes Adrenalingespritzt, das die Gefäße verengt und die Atmung erleichtert. Falls notwendig kann mit einer Sauerstoff-Maske eine erhöhte Menge Sauerstoff zugeführt werden. Alternativ zur Infusionkann unverdünntes Adrenalinüber die Sauerstoff-Maske mit einem sogenannten Vernebler im Sauerstoff vernebelt werden (Bronchiale Applikation)
Daneben wird Kortisonals Infusion gegeben. Zusätzlich sorgen Infusionenmit physiologischer Kochsalzlösungfür eine Erhöhung des Blutdrucks. Ein Krankenhausaufenthalt zur Beobachtung ist zwingend nötig, da die Symptome ggf. nach dem Abklingen der Medikamente wieder auftreten können.
Weblinks
- Anaphylaktischer Schock - Patienteninfo von NetDoktor.at
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