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Amiodaron

Amiodaron ist ein Arzneimittel, das als sog. Antiarrhythmikumzur Behandlung von Herzrhythmusstörungeneingesetzt wird. In Deutschland wird es als Cordarex® von der Firma Sanofi-Synthelabound unter generischerBezeichnung von zahlreichen anderen Anbietern vertrieben.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Wirkungsweise
  • 2 Anwendung
  • 3 Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen
  • 4 Nebenwirkungen
  • 5 Literatur

Wirkungsweise

Amiodaron ist ein Antiarrhythmikum der Klasse III nach Vaughan/Williams (vgl. Antiarrhythmikum) mit selektiv verlängernder Wirkung auf die Dauer des Aktionspotenzialsder Muskelzellen im Reizleitungssystemdes Herzens. In therapeutischer Dosierung blockiert es Kaliumkanäle, in supraphysiologischer Dosierung auch andere Ionenkanäle. Amiodaron hat ein sehr lange Halbwertszeit von 30 - 130 Tagen.

Anwendung

Im Rahmen einer Wiederbelebung(Reanimation) bei Kammerflimmernwird Amiodaron als Mittel der Wahl eingesetzt, wenn die ersten drei Elektroschocks (Defibrillationen) vergeblich waren.

Als Prophylaxe kann Amiodaron bei schwerwiegenden symptomatischen ventrikulären Tachykardiensowie nach Kammerflimmern und Kammerflatterneingesetzt werden. Bei symptomatischen und behandlungsbedürftigen supraventrikulären Tachykardien sowie Vorhofflimmernund -flatternkann Amiodaron eingesetzt werden, wenn der Einsatz anderer Antiarrhythmika nicht vertretbar ist.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Die intravenöseAnwendung von Amiodaron ist bei Kindern hinsichtlich ihrer Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt und deshalb kontraindiziert.

Bei Reizleitungsstörungendarf Amiodaron nur unter Schutz eines Herzschrittmachersund auf einer Intensivstation angewandt werden. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie eine sichere Empfängnisverhütungbetreiben. Bei einer Verlängerung der QT-Zeit im EKGmuss mit gefährlichen Herzrhythmusstörungen gerechnet und die Behandlung ggf. beendet werden.

Nebenwirkungen

Bei fast allen Patienten treten Ablagerungen in der Hornhautder Augen auf. Gelegentlich werden Photosensibilitätund Funktionsstörungen der Schilddrüsebeobachtet. Selten treten schwere entzündliche Lungenerkrankungen (Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonitis) auf, die sich durch Atemnot, unproduktiven Husten, Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl bemerkbar machen können.

Wegen der häufigen und evtl. auch schwerwiegenden Nebenwirkungen ist eine strenge Indikationsstellung unbedingte Voraussetzung für die Anwendung von Amiodaron.

Literatur

  • Priori SG et al.: Task Force on Sudden Cardiac Death of the European Society of Cardiology, European Heart Journal (2001) 22, 1374?1450. PMID 11482917



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