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Unter Analverkehr oder Analkoitus (von lat. anus After) (auch: Pedicatio), umgangssprachlich auch Arschfick (vulgär) genannt, versteht man das Einführen des erigiertenmännlichen Gliedesin den Afterdes Sexualpartners. Das Einführen eines Sexspielzeugs (Dildo, Butt Plug, Vibrator) oder anderer Gegenstände, der Finger oder der Hand (Fisting) sowie der Zunge (Anilingus) zählt zur analen Stimulationund nicht zum Analverkehr.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Allgemeines
- 2 Risiken, Safer Sex und HIV
- 3 Analverkehr als nur eingeschränkt geeignete Verhütungsmethode
- 4 Vorbehalte und Aufgeschlossenheit gegenüber Analverkehr
- 5 Literatur und Analverkehr
- 6 Strafrechtliche Sanktionierung von Analverkehr
- 6.1 USA (historisch)
- 6.2 Singapur
- 6.3 Iran
- 6.4 Kirgisistan
- 6.5 Jamaika
- 7 Weblinks
- 8 Siehe auch
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Allgemeines
Der Afterbereich ist bei beiden Geschlechtern eine sexuell stimulierbare erogene Zone, die mit vielen Nervenenden ausgestattet ist. Zusätzlich führt beim Mannpassiver Analverkehr zur Reizung der sexuell empfindlichen Prostata, die einen Orgasmusauslösen kann. Bei der Frau können durch Analverkehr auch der A-Punktund das Scheidengewebe stimuliert werden.
Aktiv wird beim Analverkehr diejenige Person genannt, die ihren Peniseinführt, passiv diejenige, bei der der Peniseingeführt wird. Beides kann als lustvoll empfunden werden.
Weder Darm noch Cowpersche Drüsenproduzieren genug natürliche Gleitflüssigkeiten, so dass für den Analverkehr im Allgemeinen ein Gleitmittel(am besten spezielle, fettfreie synthetische Gleitmittel, die Latexkondome nicht angreifen) verwendet werden muss. Wird behutsam vorgegangen, ist der passive Partner jedoch in der Lage, den Schließmuskelso weit zu entspannen, dass ein Eindringen (mit Gleitsubstanzen) schmerzfrei möglich ist und der Analverkehr als lustvoll empfunden werden kann. (Manche empfinden den punktuellen Schmerz beim Eindringen oder beim Zu-weit-Gehen als lustvoll.) Aktuelle Studien zur Verbreitung des Analverkehrs sind nicht bekannt.
Der passive Partner kann sich auf den Analverkehr vorbereiten, z. B. durch eine Analspülung (bzw. einen Einlauf). Ebenso werden von einigen Liebhabern des Analverkehrs im Vorwege spezielle Übungen zur Analdehnungvorgenommen. Weiterhin kann durch Inhalation von Popperseine erhöhte Durchblutung und damit Dehnfähigkeit des Schließmuskelserreicht werden. Der Kauf und Verkauf dieser Substanzen, die gesundheitliche Risiken bergen, ist in Deutschland verboten.
Zur Stimulation kann der aktive Partner bzw. die aktive Partnerin den passiven Partner mit den Fingern oder Objekten wie Dildosoder Butt Plugspenetrieren. Es kann auch ein Harnessbenutzt werden, um damit den Dildo wie einen künstlichen Penis zu benutzen (auch als Strap-on bekannt). Dies ist oft eine Spielart des BDSMund wird Pegginggenannt.
Risiken, Safer Sex und HIV
Beim Analverkehr besteht gegenüber dem Vaginalverkehrdrastisch erhöhte Verletzungsgefahr: Die stark durchblutete Schleimhaut des Enddarms ist wesentlich empfindlicher als beispielsweise die Vagina. Durch die kleinsten Verletzungen können Viren und Bakterien im Enddarmbereich leicht übertragen werden. Zudem ist der Afterdurch den Schließmuskelfest verschlossen, was ein Eindringen erschwert. Dadurch kommt es auch teilweise beim Analverkehr zum bereits erwähnten Missbrauch von gesundheitsschädigenden Substanzen wie Poppers.
Durch die beim Analverkehr entstehenden Verletzungen besteht die Gefahr einer sexuell übertragbaren Erkrankung, insbesondere einer Ansteckung mit HIV, Hepatitis Boder Hepatitis C. Vor allem Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sollten deshalb beim Analverkehr immer Kondomeverwenden, eine erhöhte Sicherheit können spezielle, extrastabile Präservative bieten, die eine höhere Elastizität und eine dickere Wandstärke aufweisen. Ungeschützter Analverkehr wird mit dem Begriff Barebackingbezeichnet.
Abwechselnd praktizierter Vaginal- und Analverkehr sollte mit einem Kondomwechsel kombiniert werden, da ansonsten Keime aus dem Enddarm in die Vaginaeingebracht werden und Entzündungen auslösen können, dieses Risiko besteht auch, wenn Samen bei ungeschützem Verkehr aus dem After austritt und mit der Vagina in Berührung kommt.
Analverkehr als nur eingeschränkt geeignete Verhütungsmethode
Bereits in der Antike wurde Analverkehr unter anderem von den Römern praktiziert, häufig gezielt zur Empfängnisverhütung.
Auch heute noch praktizieren ihn Paare, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.
Wird der Analverkehr ohne Kondom ausgeübt, so kann nach dem Samenerguss Sperma aus dem Anus austreten und zur Vagina gelangen. Deswegen ist Analverkehr als sichere Verhütungsmethode ungeeignet.
Vorbehalte und Aufgeschlossenheit gegenüber Analverkehr
Abgelehnt kann Analverkehr etwa werden, da er Risiken mit sich bringt. Auch die Verbindung mit Fäkalien kann zur Ablehnung führen.
Es gibt Menschen, die passiven Analverkehr ablehnen, da sie befürchten, dass dieser von Schmerzen begleitet wird oder sie empfinden diese Praktik als demütigend für den passiven Teil. Analverkehr wird in einigen Kulturen als Tabubruchverstanden, seine Durchführung war bis 2003 in einigen US-Bundesstaaten wie Texas und Missouri unter Strafe gestellt. Insbesondere die passive Variante gilt bei Männern in manchen Kulturen als Zeichen von Unmännlichkeit bzw. Effemination.
Dennoch ist in Kulturen, in denen außerehelicher Verkehr allgemein und der Geschlechtsverkehr vor der Heirat im Besonderen ausgeschlossen wird, diese Praxis in der vorehelichen Sexualität sehr geschätzt. Da die Deflorationdem Ehemann vorbehalten bleiben soll, machen junge Mädchen vor der Ehe mit ihren ersten Sexualpartnern zunächst anale Erfahrungen, die durch sensible Partner dem Vaginalverkehr vergleichbare Effekte hervorbringen, da durch analen Verkehr der sensible sogenannte A-Punktstimuliert wird. Diese Praktiken gelten als weniger intim und um so weniger als ehrenrührig, als sie in diesen Regionen durch eher akzeptierte homosexuelle Praktiken oft weniger als in der ?westlichen Welt? stigmatisiert sind.
Literatur und Analverkehr
In der Philosophie des Boudoirs von de Sadelassen sich die Protagonisten über viele Seiten darüber aus, ob der Enddarm beim Analverkehr (zwecks stärkeren Druckes) gefüllt sein solle oder nicht. Analspielzeug, anale Dehnung und Unterwerfung durch Analverkehr spielt bei Geschichte der O von Pauline Reageeine wesentliche Rolle.
- Toni Bentley: The surrender. An erotic memoir, Regan Books, New York 2004, ISBN 0-0607-3247-4
- Jack Morin: Anal pleasure & health. A guide for men and women, Down There Press, San Francisco 1997, ISBN 0-940208-20-2
- Tristan Taormino: Ultimate Guide to Anal Sex for Women, Cleis Press, San Francisco 1997
In Medien pornographischen Inhalts ist der Analverkehr mittlerweile eine regelmäßig dargestellte Spielart.
Strafrechtliche Sanktionierung von Analverkehr
USA (historisch)
In den folgenden fünf US-amerikanischen Staaten bestand bis 2003 ein generelles gesetzliches Verbot der Ausübung von Analverkehr: Arkansas, Kansas, Missouri, Oklahomaund Texas. In zwölf weiteren Bundesstaaten war Analverkehr zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern verboten. Allerdings waren Verurteilungen in der Praxis äußerst selten (z. B. für Missbrauch von Minderjährigen, was zwar ohnehin nach anderen Gesetzen zu bestrafen wäre, aber in diesen Fällen unterlag es eben einer doppelten Bestrafung, während heterosexueller Missbrauch bevorzugt behandelt wurde), und nach einem Beschluss des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 2003sind solche Rechtsbestimmungen nichtig.
Singapur
In Singapur ist Analverkehr ebenso wie Oralverkehrverboten. Darauf können bis zu 10 Jahre Haftstrafe stehen oder ein Bußgeld in der Höhe von umgerechnet ? 10.000. Das gleiche gilt für das Nachbarland Indonesien. Auch hier sind Verurteilungen aber in der Praxis selten.
Iran
Analverkehr ist im Iran, zumindest unter Homosexuellen, mit der Todesstrafe belegt.
Kirgisistan
In Kirgisistan konnte der Analverkehr bis 2002mit bis zu 20 Jahren Zuchthaus bestraft werden. Verurteilungen nach diesem Gesetz waren selten.
Jamaika
Artikel 76 des Offenses against the Person Act ahndet schwulen Sex nach einem Gesetz aus der britischen Kolonialzeit als ?das abscheuliche Verbrechen der Sodomie? (the abhominable crime of buggery) mit bis zu 10 Jahren Gefängnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit.
Weblinks
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Analverkehr}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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How-To zu Analverkehr- umfangreich recherchiert und mit vielen Hinweisen zu Techniken.
Siehe auch
Anilingus, Barebacking, Dildo, Gesetze gegen Homosexualität, Klismaphilie, Santorum, Sodomiterverfolgung, Vibrator
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