Bild:CT-Angiografie-Haende.jpg Angiografie der Hände
Angiografie bzw. -graphie nennt man die Darstellung von Blutgefäßenmittels Röntgenstrahlen. Hierzu wird ein Kontrastmittel, d. h. ein Stoff, der für Röntgenstrahlen kaum durchlässig ist, in das Blutgefäß injiziert. Auf dem Röntgenbild zeichnet sich dann der mit Kontrastmittel gefüllte Gefäßinnenraum ab. Das resultierende Bild nennt man Angiogramm.
In der Medizinersprache wird das lange Wort Angiografie oft mit dem Wort Angio abgekürzt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Untersuchungsablauf
- 2 Spezielle Bezeichnungen
- 3 Indikationen
- 4 Gefahren und Nutzen
- 5 Alternativen
- 6 Weblinks
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Untersuchungsablauf
Zuerst wird ein Röntgenbildvon der untersuchten Körperregion angefertigt (Leeraufnahme). Dann wird ein Katheteroder eine Injektionsnadelin beziehungsweise vor das interessierende Blutgefäß gebracht. Nachdem das Kontrastmittel gespritzt wurde, werden in schneller Abfolge weitere Röntgenbilder angefertigt.
Werden diese Bilder digital gespeichert, kann man von den Angiografiebildern die Leeraufnahme subtrahieren. Störende Bildelemente, die auf beiden Bildern vorhanden sind (z. B. Knochen), werden dadurch ausgeblendet, was die Auswertung der Aufnahmen erleichtert. (Digitale Subtraktionsangiografie).
Je nachdem, welches Gefäß punktiert wurde, ist eine spezielle Nachbehandlung (zum Beispiel ein Druckverband) notwendig.
Spezielle Bezeichnungen
Die Kontrastmitteldarstellung von Venennennt man Phlebographie, die von ArterienArteriographie.
Die Darstellung der Herzkranzgefäßeheißt Koronarangiographie.
Werden Krampfaderndurch direkte Punktion der Krampfader dargestellt, handelt es sich um eine Varikographie.
Indikationen
Angiographien werden hauptsächlich benutzt, um wichtige Gefäßerkrankungenzu diagnostizieren.
- Krankheiten der Arterien:
- Arterioskleroseund deren Folgeerkrankungen
- Gefäßverengungen, z.B. Koronare Herzkrankheit, Karotisstenose, Periphere arterielle Verschlusskrankheit
- Akute Gefäßverschlüsse, z.B. Herzinfarkt
- Aussackungen von Gefäßen (Aneurysmata)
- Gefäßverletzungen
- Gefäßfehlbildungen
- Krankheiten der Venen:
Weiterhin benötigt man gelegentlich eine Angiografie, um für die Planung einer OperationKlarheit über den Verlauf wichtiger Blutgefäße zu haben.
Gefahren und Nutzen
Die Risiken ergeben sich zum einen aus der Punktion der Blutgefäße, vor allem, wenn Arterien punktiert werden. Hämatome, Nachblutungen, Aneurysmataund Fistelnkönnen resultieren.
Zum anderen kann die Gabe des Kontrastmittels allergische Reaktionenhervorrufen oder die Nierenschädigen (Kontrastmittelnephropathie).
Größter und einzigartiger Vorteil der Angiografie ist, dass während der Untersuchung auch Eingriffe im Gefäß vorgenommen werden können. Verengte Gefäße können aufgedehnt (Angioplastie), Blutgerinnselaufgelöst und Aneursymata ausgeschaltet werden. Auch können verschobene Katheterunter Umständen wieder korrekt ausgerichtet werden.
Alternativen
Hinsichtlich der Diagnostik ist die Sonografieder Angiografie in vielen Bereichen ebenbürtig und dabei komplikationsfrei.
In Gefäßgebieten, die für den Ultraschall nicht zugänglich sind (z. B. Herzkranzgefäße), ist die Angiografie auch heute unersetzlich, zumal sie auch die Möglichkeit eines Gefäßeingriffes wie z.B. eine Dilatation oder die Einlage eines Stentsbietet. In seltenen Fällen sind Angiografien auch mit dem CToder MRTnötig und möglich.
Mit modernen Mehrzeilen-CT-Scannern sind praktisch alle Gefäßregionen sicher darstellbar und Einengungen zu identifizieren und exakt zu vermessen, falls sie nicht schwer verkalkt sind.
Weblinks
http://www.onmeda.de/arztbesuch/untersuchung/angiographie.html
- Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe
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