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Anpassungssyndrom

Eine Anpassungsstörung (ICD-10F43) ist eine Reaktion auf einmalige oder fortbestehende belastende Ereignisse (z. B. Operation, Unfall, Raub, Mobbing, Todesfall, Trennung, Vernachlässigung).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Symptome und Beschwerden
  • 2 Ursachen
  • 3 Häufigkeit
  • 4 Folgen und Komplikationen
  • 5 Behandlung
  • 6 Verwandte Themen

Symptomeund Beschwerden

Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiverBedrängnis und emotionalerBeeinträchtigung, die im allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozessesnach einer entscheidenden Lebensveränderungoder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netzdes Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfalloder bei Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder sozialer Werte(wie bei Emigrationoder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krisebestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles oder Ruhestand). Die individuellePrädispositionoder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbildohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Störung, Angstoder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühlbestehen, mit den alltäglichenGegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltenskönnen insbesondere bei Jugendlichenein zusätzliches Problem sein.

Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktionoder eine Störung anderer Gefühleund des Sozialverhaltenssein.

Quelle: IBE ICD-10-Informations-Seite

Ursachen

Anpassungsstörungen entstehen häufig als Folge von Trauerfällen, Trennungserlebnissen, Emigration, Flucht, Unfällen, Raub, Operationen, Mobbing, Ruhestandoder auch durch Lebenseinschnitte wie Einschulung, Schulwechsel, Pubertät, Heirat, Berufswechsel, Arbeitslosigkeitoder Erreichen des Ruhestands. Bei Kindernund Jugendlichenkann Vernachlässigung(siehe: Hospitalismus, Deprivationssyndrom, Deprivation) die Ursache sein.

Häufigkeit

Anpassungsstörungen sind relativ häufig, Schätzungen sprechen von 5 - 20% der Patientenin ambulanterpsychotherapeutisch-psychiatrischerBehandlung. Wahrscheinlich gibt es eine hohe Dunkelziffer.

Quelle: www.psychosoziale-gesundheit.net

Folgen und Komplikationen

Das subjektiveWohlbefinden der Betroffenen ist beeinträchtigt; es bestehen Gefühlevon Angst, Depressionund/oder Sorge. Es können Schwierigkeiten bestehen, den Alltagund seine Anforderungen zu bewältigen. Besonders bei Jugendlichenkann das Sozialverhaltenbeeinträchtigt sein, so dass es zu Vereinsamungund Isolationkommt. Die Folgen können Arbeitsunfähigkeit, Schwierigkeiten in der Beziehungoder Selbstmordgedankensein.

Behandlung

Anpassungsstörungen werden psychotherapeutischbehandelt, in Einzelfällen werden unterstützend auch Antidepressivagegeben.

Verwandte Themen

  • Vernachlässigung, Verwahrlosung
  • Hospitalismus, Deprivation, Deprivationssyndrom
  • Kulturschock
  • Trauer, Trauerreaktion
  • Akuteund chronische Belastungsstörung, Nervenzusammenbruch
  • Neurose
  • Nostalgie, Heimweh
  • Regression
  • Retardierung
  • Babysprache



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