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Antimon

Eigenschaften
Zinn- Antimon - Tellur
As
Sb
Bi  
 
 
[Kr]4d105s25p3
121
51
Sb
Periodensystem
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Antimon, Sb, 51
Serie Halbmetalle
Gruppe, Periode, Block 15 (VA), 5, p
Aussehen silbrig glänzend grau
Massenanteil an der Erdhülle 7 · 10-5 %
Atomar
Atommasse 121,750
Atomradius(berechnet) 145 (133) pm
Kovalenter Radius 138 pm
van der Waals-Radius -
Elektronenkonfiguration [Kr]4d105s25p3
Elektronenpro Energieniveau 2, 8, 18, 18, 5
1. Ionisierungsenergie 834 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1594,9 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 2440 kJ/mol
4. Ionisierungsenergie 4260 kJ/mol
5. Ionisierungsenergie 5400 kJ/mol
6. Ionisierungsenergie 10400 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen -
Kristallstruktur rhomboedrisch
Dichte(Mohshärte) 6697 kg/m3(3)
Magnetismus -
Schmelzpunkt 903,78 K(630,63 °C)
Siedepunkt 1860 K (1587 °C)
Molares Volumen 18,19 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 77,14 kJ/mol
Schmelzwärme 19,87 kJ/mol
Dampfdruck 2,49 · 10-9 Pabei 6304 K
Schallgeschwindigkeit -
Spezifische Wärmekapazität 210 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 2,88 · 106 S/m
Wärmeleitfähigkeit 24,3 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände -3, 3, 5
Hydrideund Oxide(Basizität) (leicht sauer)
Normalpotenzial 0,152 V(Sb3+ + 3e- → Sb)
Elektronegativität 2,05 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZEMeV ZP
119Sb {syn.} 38,19 h ? 0,594 120Sn
120Sb {syn.} 5,76 d ? 2,681 120Sn
121Sb 57,36 % Sb ist stabilmit 70 Neutronen
122Sb {syn.} 2,7238 d ?-
?
1,979
1,620
122Te
122Sn
123Sb 42,64 % Sb ist stabil mit 72 Neutronen
124Sb {syn.} 60,20 d ?- 2,905 124Te
125Sb {syn.} 2,7582 a ?- 0,767 125Te
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheitenverwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen.

Antimon (vermutlich von arabischitmid; Symbol von lateinischStibium = Grauspießglanz) ist ein chemisches Elementim Periodensystem der Elementemit dem Symbol Sb und der Ordnungszahl51. In der stabilen Modifikation ist es ein silberglänzendes und sprödes Halbmetall.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Vorkommen
  • 3 Gewinnung und Darstellung
  • 4 Eigenschaften
  • 5 Isotope
  • 6 Verwendung
  • 7 Biologische Bedeutung
  • 8 Sicherheitshinweise
  • 9 Nachweis
  • 10 Verbindungen
    • 10.1 Halogenverbindungen
    • 10.2 Sauerstoffverbindungen
    • 10.3 Schwefelverbindungen
    • 10.4 Sonstige Verbindungen
  • 11 Literatur
  • 12 Weblinks

Geschichte

Antimon (von lat. Antimonium) wurde in Form seiner Verbindungen schon in der Bronzezeitals Zuschlag zu Kupfer verwendet, um Bronzeherzustellen (Funde von Velem-St. Vid in Ungarn) und auch im Altertum genutzt. Im 17. Jahrhundertging der Name Antimon als Bezeichnung auf das Metall über.
Die koptische Bezeichnung für das Schminkpuder Antimonsulfid ging über das Griechische in das Lateinische stibium über. Die von Jöns Jakob Berzeliusbenutzte Abkürzung Sb wird noch heute als Elementsymbol genutzt.
Ganz sicher ist diese Herleitung nicht. Es gibt auch andere Vermutungen über die Herkunft der Elementbezeichnung.
Der ungewöhnliche Name gehe auf das spät-griechische anthemon (deutsch: "Blüte") zurück. Damit sollen die stengelartigen Kristalle, die büschelförmig angeordnet sind und wie eine Blüte aussehen, beschrieben werden.

Vorkommen

Antimon ist ein selten vorkommendes Element, das auch gediegen gemeinsam mit Arsenals Allemontit vorkommt. Bekannt sind mehr als hundert Antimon-Mineralien. Industriell genutzt wird überwiegend der Antimonglanz Sb2S3, auch Stibnit, Grauspießglanz oder Antimonit.

Gewinnung und Darstellung

Bild:Antimon Barren von 16 kg.jpg
Antimon-Barren

Technisch wird Antimon aus dem Antimonglanz gewonnen. Ein Verfahren beruht auf dem Abrösten und der Reduktionmit Kohlenstoff(Röstreduktionsverfahren):

\mathrm{Sb_2S_3 + 5O_2 \rightarrow Sb_2O_4 + 3SO_2}

\mathrm{Sb_2O_4 +4C \rightarrow 2Sb + 4CO}

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Reduktion mit Eisendurchzuführen (Niederschlagsverfahren):

\mathrm{Sb_2S_3 + Fe \rightarrow 2Sb + 3FeS}

Eigenschaften

Metallisches Antimon ist silberweiß, stark glänzend, blättrig-grobkristallin. Es lässt sich aufgrund seiner Sprödigkeit leicht zerkleinern.
Die elektrische und thermische Leitfähigkeit ist gering. Flüssiges Antimon expandiert als einer von wenigen Stoffen beim Erstarren (Dichteanomalie).
Mit naszierendem Wasserstoff reagiert Antimon zum instabilen Antimonhydrid SbH3. Von Luft und Wasser wird Antimon bei Raumtemperatur nicht angegriffen. Oberhalb des Schmelzpunktes verbrennt es in Luft mit bläulich-weißer Flamme zu Antimon(III)-oxid. In heißen konzentrierten Mineralsäuren löst es sich auf. Mit den Halogenen reagiert es schon bei Raumtemperatur heftig zu den entsprechenden Halogeniden.
In Verbindungen liegt Antimon überwiegend in den Oxidationsstufen +3 und +5 vor. In Metallantimoniden wie Kaliumantimonid K3Sb bildet es Sb3--Ionen.

Isotope

Verwendung

Der überwiegende Teil des hergestellten Antimons wird zu Legierungenverarbeitet:

  • Härtung von Blei- und Zinnlegierungen
  • Ausdehnung beim Erstarren. Antimonhaltige Legierungen können so eingestellt werden, dass sie beim Erstarren nicht schrumpfen

Wichtige Legierungen :

  • Blei-Antimon-Legierungen : Hartblei, Letternmetall, Lagermetall, Akkumulatoren-Blei, Bleimantelfür Erdkabel
  • Zinn-Antimon-Legierungen : Britanniametall, Lagermetall
  • Herstellung von Halbleitern
  • Zinn-Antimon-Kupferlegierungen (Babbit-Metall) für Lagermetalle
  • Zinn-Antimon-Kupfer-Bleilegierungen für Zinngeschirrund andere Gebrauchsartikel aus Zinn
  • so genanntes Lötzinnoder Weichlot
  • Aluminium-Antimon, Gallium-Antimon, Indium-Antimon für IR- und Halleffektgeräte
  • Schrumpffreie Antimon-Legierungen für Präzisionsguss

Weitere Anwendungen:

  • Herstellung von Antimonverbindungen
  • Im Mittellalter auch als Arzneimittel, zum Beispiel Brechweinstein
  • Antimonsulfid als Kosmetikum und in der Augenheilkunde
  • Bestandteil von Sprengstoffzündern
  • Antimon(V)-sulfid zur Herstellung von rotem Kautschuk
  • Antimontrioxid als Bestandteil von flammfesten und flammhemmenden Farben, Kunststoffen und Textilien für Kabelumhüllungen, Autositzbezüge, Vorhangstoffe, Kinderbekleidung und so weiter
  • gelbes Farbpigment Antimonchromat
  • Antimonoxid
    • Katalysator zur Herstellung von Polyester
    • als Weißpigment zur Färbung von Polystyrol, Polyethylen und Polypropylen
    • Herstellung weißer Glasuren und Fritten
    • Läuterung von Bleiglas
  • Antimonsalze als Bestandteil von Pestiziden, Beizen und Feuerwerksartikeln
  • Scheidemittel für Gold. Antimon fällt Silber aus Goldschmelzen aus.
  • Bestandteil des Zündkopfes in Streichhölzern
  • Tarnanstriche
  • Antimonpräparate in Chemotherapien gegen Leishmania

Biologische Bedeutung

Antimon hat keine physiologische Bedeutung.

Sicherheitshinweise

Antimon und Antimonverbindungen sind giftig, wenngleich viel weniger als Arsen und seine Verbindungen (analog in der 6. Hauptgruppe: Selen ist stark, Tellur dagegen nur noch schwach giftig)

Nachweis

Vorproben:

Flammenfärbung. Flamme fahlblau, wenig charakteristische Phosphorsalzperle: Farblos (gestört durch alle Elemente die keine farbige Perle erzeugen)

Nachweisreaktion:

Reduktion durch unedle Metalle, wie zum Beispiel Eisen, Zink oder Zinn.

In nicht zu sauren Lösungen reduzieren unedle Metalle Antimon-Kationen Sb(III), Sb(V) und Sb(III)/(V) zu metallischem Antimon:

2Sb3+ + 3Fe → 2Sb + 3Fe2+

Die auf Antimon zu prüfende Substanz wird in salzsaure Lösung gegeben und mit Eisenpulver versetzt. Es entsteht ein schwarzer flockiger Niederschlag aus metallischem Antimon in der Lösung oder direkt am Eisen.

Verbindungen

  • Antimonwasserstoff, auch Monostiban SbH3 genannt.
    Giftiges Gas, das sich aus Antimon und einwirkenden Säuren bildet.
  • Distiban(Sb2H4)

Halogenverbindungen

  • Antimonpentafluorid(SbF5) bildet (nach VSEPR) eine quadratische Pyramide aus und hybridisiert dabei zu sp3d
  • Antimonpentachlorid(SbCl5)
  • Antimontrifluorid(SbF3)
  • Antimontrichlorid(SbCl3)
  • Antimontribromid(SbBr3)
  • Antimontriiodid(SbI3)

Sauerstoffverbindungen

  • Antimontrioxid(Sb2O3)
  • Antimontetroxid(Sb2O4)
  • Antimonpentaoxid(Sb2O5)
  • Antimonige Säure/Antimontrihydroxid (H3SbO3/Sb(OH)3)
  • Antimonsäure(HSb(OH)6)

Schwefelverbindungen

  • Antimontrisulfid, auch Antimonglanz genannt (Sb2S3)
    Grauschwarze, metallisch glänzende Stängel. Ausgangsstoff zur Herstellung metallischen Antimons. Löslich in starken Säuren. Verwendung für Streichhölzer, Rubingläser und Tarnanstriche (Reflexion von IR-Licht).
  • Antimonpentasulfid, früher als Goldschwefel bezeichnet (Sb2S5)

Sonstige Verbindungen

  • Antimon(V)-chloridfluorid(SbCl4F) (Katalysator für die Herstellung von Polytetrafluorethylen("Teflon"))
  • Aluminiumantimonid(AlSb)

Literatur

Weblinks

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Wiktionary: {{{2|Antimon}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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Commons: {{{2|Antimony}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
  • WebElements.com - Antimony
  • EnvironmentalChemistry.com - Antimony
  • Elementymology & Elements Multidict: Antimony(by Peter van der Krogt)
  • "Nachrichten aus der Chemie""Antimon: das vergessene Gift?" von Michael Krachler, Universität Heidelbergar:???

bs:Antimon ca:Antimoni cs:Antimon en:Antimony eo:Antimono es:Antimonio et:Antimon fi:Antimoni fr:Antimoine he:??????? hu:Antimon io:Antimonio is:Antimon it:Antimonio ja:????? ku:Stîbyûm lb:Antimon lt:Stibis lv:Antimons nl:Antimoon nn:Antimon no:Antimon oc:Antimòni pl:Antymon pt:Antimônio ru:?????? sk:Antimón (nerast) sl:Antimon sr:??????? sv:Antimon th:???? uk:?????

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Von "http://de.wikipedia.org/Antimon"



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