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Arnika

Arnika
Bild:Illustration Arnica montana0.jpg
Arnika (Arnica montana)
Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütengewächse(Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Madieae
Gattung: Arnika(Arnica)
Art: Arnika oder Berg-Wohlverleih
Wissenschaftlicher Name
Arnica montana
L.

Die Arnika (Arnica montana), auch Berg-Wohlverleih genannt, gehört zur Familieder Korbblütengewächse(Asteraceae).

Arnika steht unter Naturschutz.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Beschreibung
  • 2 Vorkommen
  • 3 Arnika als Heilpflanze
  • 4 Arnika im Aberglaube
  • 5 Besonderheiten
  • 6 Synonyma
  • 7 Literatur
  • 8 Weblinks

Beschreibung

Bild:Arnica montana 180605.jpg
Arnika am Standort im Schwäbisch-Fränkischen Wald, zusammen mit Fuchs' Knabenkraut.

Die aromatisch duftende, mehrjährige krautige Pflanzewird etwa 20 bis 60 cm hoch und besitzt einen drüsenhaarigen Stängel. Dieser ist mit ein bis drei gegenständigen Blattpaaren beblättert. Dies ist eine Ausnahme innerhalb der Korblütengewächse. Die Grundblätter sind in Rosetten angeordnet und eiförmig bis lanzettlich und ganzrandig. Die Blätter sind 4 bis 7 nervig und behaart.

Die meist einzelstehenden orangegelben Blütenstände bekommen einen Durchmesser von etwa 4,5 bis 6 cm. Sie besitzen dottergelbe Röhrenblütenund vielnervige Zungenblüten. Die Blütezeit ist von Mai bis August.

Vorkommen

Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist kalkmeidend. Sie ist von der Tallage bis in eine Höhe von 2800 m NN anzutreffen. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen, Pyrenäenbis zum Balkansowie eine nördliche Verbreitung bis Südskandinavien.

Arnika als Heilpflanze

Bild:Nardetum Bestand.JPG
Borstgrasrasenmit Arnika

Alle Teile der Pflanze sind giftig; u. a. enthält Arnika das giftige Helenalin, deswegen sollte Arnika als Selbstmedikation nicht innerlich angewendet werden. Das Laubkann aufgrund des WirkstoffesArnicinHautreizungen hervorrufen.

Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei der hl. Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als ?Wolfsgelegena? bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ende des Mittelalters war sie dann eine bekannte Wundheilpfanze.

Umschläge mit Arnikatinktur helfen bei Zerrungen von Muskeln und Sehnen, bei Faserrissen und Quetschungen. Blutergüsse klingen mit Hilfe von Arnika-Umschlägen schneller ab, da die Resorption verbessert wird. Diese Wirkung ist auf den Wirkstoff Helenalin zurückzuführen. Bei zu hoher Konzentration von Arnika-Tinktur kann es allerdings zu Reizungen und Schädigungen der Haut kommen, eine Einnahme kann sogar zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

Arnikablüten enthalten ätherisches Öl, Flavonoideund Sesquiterpenlactone vom Helenalintyp, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Auszüge aus Arnikablüten werden äußerlich bei stumpfen Verletzungen, z.B. Prellungen, Blutergüssen und Verstauchungen, oberflächlichen Venenentzündungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, rheumatischenBeschwerden und zur Behandlung von Entzündungen nach Insektenstichen angewandt. Aufgrund der z. T. toxisch wirkenden Inhaltsstoffe muss von einer innerlichen Anwendung abgeraten werden. Insbesondere bei längerer Anwendung oder bei entsprechend sensibilisierten Personen können durch Arnika selbst Hautausschläge hervorgerufen werden Auszüge aus Arnika finden sich auch als Zusatz in Haarwässern, Zahncremes und anderen kosmetischen Produkten.

Arnika war in manchen Herz- und Kreislaufmitteln enthalten. Schon Johann Wolfgang von Goethesoll sein flatterndes Herz mit Arnikatropfen beruhigt haben. Moderne experimentelle Untersuchungen bestätigten die volksmedizinische Verwendung bei Herzschwäche. Die in der Arnika enthaltenen Flavonoidesteigern die Durchblutungder Herzkranzgefäße, wodurch es zu einer verbesserten Leistung der Herzmuskulatur kommt. Allerdings kann es bei der innerlichen Einnahme bei zu hoher Dosierung zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Schwindel, Durchfall, Herzrhythmusstörungenund Muskelzitternkommen, weshalb nur auf die exakt dosierten Fertigpräparate zurückgegriffen werden sollte.

Auch in der Homöopathiewird Arnika häufig bei Blessuren eingesetzt.

Als Droge werden folgende Bestandteile genutzt:

  • Arnica-montana-Blüten (syn. Arnicae flos, Flores Arnicae, Flores Calendulae alpinae, Flores Plantagines montanae, Flores Ptarmicae, Flores Alismae, Flos Arnicae); Arnikablüten (syn. Bergwurzblumen, Bergwurzelblumen, Blutblumen, Engelblumen, Engelkraut, Gamsblumen, Fallkrautblumen, Wohlverleihblüten, Wolfsblüten), die getrockneten, ganzen oder teilweise zerfallenen Blütenstände bzw. Blütenkörbchen.
  • Arnicae herba (syn. Arnicae folium, Folia Arnicae, Herba Arnicae, Herba Doronicae germanici); Arnikakraut (syn. Arnikablätter, Engelskraut, Fallkraut, Gamskraut, Wohlverleihkraut), im Mai vor der Blüte gesammelte, getrocknete grundständige Blätter, die fast stengelfrei in den Handel kommen.
  • Arnicae radix (syn. Arnicae rhizoma, Radix Arnicae, Radix Doronici germanici, Rhizoma Arnicae); Arnikawurzel (syn. Bergwohlverleihwurzel, Mutterwurz, Stichwurz, Wohlverleihwurzel), der getrocknete Wurzelstock mit den Wurzeln.

Arnika im Aberglaube

Bild:Arnica montana.jpg
Arnika, Illustration

Hildegard von Bingenmag eine der ersten gewesen sein, die die heilende Wirkung dieser Pflanze erkannt hat. Sie schrieb ihr jedoch auch beachtliche magische Kräfte zu:
Wenn ein Mann oder eine Frau in Liebe erglüht, dann wird, wenn jemand sie oder ihn auf der Haut mit Wolfesgelena (=Arnika) berührt, der Berührte in der Liebe zum anderen verbrennen, und wenn das Kraut vertrocknet ist, dann werden Mann oder Frau durch die Liebesglut fast rasend, so dass sie schließlich unsinnig werden.

Die Arnika zählt zu den alten Zauberpflanzen, worauf einige volkstümliche Namen hindeuten, z.B. Donnerwurz, Wolfsbanner, Johannisblume. Als leuchtend gelb blühende Pflanze spielte sie früher im Kult der Sommersonnwende eine Rolle. Viele dieser heidnischen Bräuche gingen dann ins volkstümliche Brauchtum über. So galten z.B. die am Johannistag, also dem 24. Juni, dem Tag der Sonnenwende, gesammelten Blüten als besonders heilkräftig.

Am Vorabend des Johannistags steckten Bauern Arnikasträuße an die Ecken ihrer Getreidefelder. Dies sollte den "Bilmesschnitter" davon abhalten, das Getreidezu vernichten. Dieser war ein Korndämon und ging besonders gerne um die Zeit der Sommersonnenwende über die Getreidefelder und legte dort die Halme um. Dieser Aberglaube beruht aber wahrscheinlich auf guter Beobachtungsgabe, denn auf Arnikapflanzen legt die Arnikafliege(Trypeta arnica), ein Getreidenützling, die Eier ab.

In einigen Gegenden zählt Arnika auch zu den Blumen, die in den Strauß der Kräuterweihean Maria Himmelfahrt, dem 15. August, gehörte. Damit zählt Arnika zu den Marienpflanzen. Möglicherweise war sie schon in vorchristlicher Zeit der Muttergöttin Freyja(oder Freia) zugeordnet.

Besonderheiten

Arnika wurde früher dem Schnupftabakzugesetzt, denn die getrockneten Blätter reizten die Nasenschleimhäute. Gemeinsam mit Huflattichund Königskerzenblütenwurde Arnika auch als Kräutertabak geraucht.

Synonyma

Bergdotterblume, Bergwohlverleih, Engelkraut, Fallkraut, Johannisblume, Kraftrose, Kraftwurz, St-Luzianskraut, Stichwurzel, Wohlverleih, Wundkraut, Wolferley, Wolffelei, Wolfsblume, Wolfsdistel, Bergwurz, Gemswurz, Kraftwurzel, Bergwegebreit, Leopardenwürger, Bluttrieb, Mönchskappe, Christwurz, Stichkraut, Verfangkraut, Donnerblume, Engelblume, Mitterwurz, Färberblume

Literatur

  • Hartwig Abraham und Inge Thinnes: Hexenkraut und Zaubertrank. Unsere Heilpflanzen in Sagen, Aberglauben und Legenden. Greifsberg 1995
  • Detlef Arens: Sechzig einheimische Wildplanzen in lebendigen Porträts. Köln 1991
  • Manfred Bocksch: Das praktische Buch der Heilpflanzen. München
  • Gertrud Scherf: Zauberpflanzen, Hexenkräuter - Magie und Mythos heimischer Wild- und Kulturpflanzen. München 2002

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg
   
Commons: {{{2|Arnica montana}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
  • http://www.proArnika.de.tt
  • Arnikablüten-Monographie (Kommission E, Bundesgesundheitsamt Berlin)cs:Arnika

en:Mountain Arnica fr:Arnica pl:Arnika górska sq:Kaliboba sv:Slåttergubbe

Von "http://de.wikipedia.org/Arnika"



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