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Arsentrioxid

Strukturformel
Keine Strukturformel vorhanden
Allgemeines
Name Arsentrioxid
Andere Namen Arsenik, Arsenigsäureanhydrid, Diarsentrioxid
Summenformel As2O3
CAS-Nummer 1327-53-3
Kurzbeschreibung farblos-weiße Substanz (Pulver oder Stücke)
Eigenschaften
Molmasse 197,84 g/mol
Aggregatzustand fest, sublimiert im offenen Gefäß
Dichte 3,890 g/cm³ (kubisch)
4,230 g/cm³ (monoklin)
Schmelzpunkt 193 °C
Siedepunkt 400 °C
Dampfdruck -
Löslichkeit 0,104 mol/l in Wasser (25 °C)
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
Bild:Gefahrensymbol T.png Bild:Gefahrensymbol N.png
T+
Sehr giftig
N
Umweltgefährdend
R- und S-Sätze

R: 45-28-34
S: 53-45

TRK 0,1 mg/m3, berechnet als As im Gesamtstaub
LD50 (oral, Ratte) 14,6 mg/kg
LD50 (oral, Mensch) 1,4 mg/kg
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheitenverwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Arsentrioxid, As2O3, auch Diarsentrioxid oder Arsenik ist das Anhydridder in freiem Zustand nicht vorkommenden Arsenigen Säure(H3AsO3). Technisch ist es die wichtigste chemische Verbindungdes Arsens.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Vorkommen
  • 3 Gewinnung und Darstellung
  • 4 Eigenschaften
  • 5 Verwendung
  • 6 Sicherheitshinweise
    • 6.1 Toxizität
  • 7 Nachweis

Geschichte

Arsenik ist seit langem als Mordgift berüchtigt. Seit der Spätantikewar es das mit Abstand am meisten verwendete Gift. Unter anderem wurde es von den Borgia-Päpstenzur Beseitigung in Ungnade gefallener Kardinäle benutzt. Die Familie Borgia hatte sogar ein auf Arsenik aufbauendes "Rezept" entwickelt: Sie lagerten Arsenik mehrer Monate im Magen eines geschlachteten Schweines. Die Einzelheiten des Verfahrens sind bis heute nicht bekannt. Die Bezeichnung "Erbschaftspulver" für Arsenik deutet ebenso auf die gezielte Verwendung als Gift hin.

In alten lateinischen Texten wird ein Mordanschlag auf einen Fürsten, wenn man Blutvergießen vermeiden wollte, als coniuratio pulveraria, d. h. "eine Verschwörung mit Giftpulver", bezeichnet (siehe Johannes Fecht, Historia colloquii Emmendingensis, S. 372, Rostock1694). Ein solcher Anschlag wurde 1590auf MarkgrafJakob III. (Baden)verübt.

Jahrhundertelang ließ sich Arsenik chemisch nicht nachweisen. Wenn der Mörder die seit dem 16. Jahrhundert bekannte, richtige Dosis verwendete, war ihm der Mord kaum zu beweisen. Noch um 1840 waren 90 bis 95 Prozent aller Giftmorde auf den Einsatz von Arsenik zurückzuführen. Nach Einführung der Marshschen Probe1836nahmen die Mordanschläge mit Arsenik allmählich ab.

Vorkommen

Bild:Arsenic trioxide.jpg
Arsentrioxid

Arsentrioxid entsteht bei der Verbrennung von elementarem Arsenan der Luft. In mineralischerForm kommt Arsenik als kubischerArsenolith (Arsenikblüte) sowie als monoklinerClaudetit vor.

Gewinnung und Darstellung

Technisch gewinnt man Arsentrioxid durch das Rösten arsenhaltiger Erze in so genannten Gifthütten.

\mathrm{2\ FeAsS + 5\ O_2 \rightarrow Fe_2O_3 + 2\ SO_2 + As_2O_3}

Das Arsentrioxid entweicht dabei als flüchtiger Hüttenrauch. In langen Kanälen verdichtet sich das Gas zu einem weißen Pulver. Die Reinigung des Rohproduktes erfolgt durch Sublimation. Je nach Kondensationstemperatur erhält man ein weißes Pulver, das als Giftmehl bezeichnet wird, oder das farblose, glasartige Arsenikglas.

Eigenschaften

Arsentrioxid ist pulverförmig, weißlich und wird wie Kochsalzfarblos, wenn es feucht wird. Es ist geruchsfrei. Die Standardbildungsenthalpie(?fH0l) hat einen Wert von - 657,41 kJ/mol.

Verwendung

Arsentrioxid wird zur Herstellung von Giften für Nagetiereund Insektenebenso genutzt wie für die Konservierung von Fellenund Häuten. In der Glasherstellungnutzt man es zum Läuternund Entfärben der Schmelze.

Daneben ist Arsentrioxid aber auch bereits seit der Antike als wirksames Mittel bei Blutkrankheitenbekannt. Während der 1990er Jahre wurde es als effektive Therapie der akuten Promyelozytenleukämie (APL), einer Unterform der akuten myeloischen Leukämie, identifiziert.

Sicherheitshinweise

Toxizität

Arsentrioxid ist ein starkes Gift und eindeutig krebserregend. Beim Menschen vermag es erfahrungsgemäß bösartige Geschwulste zu verursachen. Oral aufgenommen können bereits weniger als 0,1 g tödlich sein. Nach wenigen Stunden tritt bei solchen Personen eine Symptomatik ein, die durch massive Durchfälleund Erbrechengekennzeichnet ist. Starke Schmerzen kommen hinzu, zunächst im Magen-Darm-Bereich, später, nach einer Scheinbesserung, treten in den Extremitäten Krämpfe auf. Die körperliche Schwäche nimmt beständig zu, Bewusstseinstrübungen, Sehstörungen und langsames Erkalten bereits einen Tag vor Eintritt des Todes werden registriert. Bei der Obduktionfindet man u. a. erbsen- bis bohnengroße Magenerosionen an der Magenhinterwand, wo die Giftkristalle an der Schleimhauthaften geblieben waren.

Als Gegenmaßnahme ist der Mund auszuspülen, Erbrechen auszulösen (nicht bei bewusstlosen Personen) und sofort ein Arzt zu benachrichtigen. Um diesem vorzubeugen, ist beim Hantieren mit dieser Verbindung unter einem Abzug zu arbeiten. In Unfallsituationen sollte ein gasdichter Ganzkörperanzug getragen werden.

Trotz der hohen Giftigkeit wurde Arsenik im 19. Jahrhundert von Arsenikessernauch als Stimulansgebraucht. Die sich dabei herausbildende Toleranzberuht nicht auf einer Immunität gegenüber Arsentrioxid, sondern allein auf der verminderten Resorption durch die Magenschleimhaut.

Nachweis

Das in Arsentrioxid enthaltene Arsen lässt sich mit Hilfe der Marshschen Probenachweisen.




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