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Arzneimittelreaktion

Unter dem Begriff Nebenwirkung versteht man Auswirkungen eines Instrumenteeinsatzes auf Wirkungsbeiträge bei anderen Zielen. Er ist vom Begriff Wechselwirkungzu unterscheiden. Siehe auch Wirkung (Informatik).

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Inhaltsverzeichnis

  • 1 Pharmazie
  • 2 Unterteilung
  • 3 Erwünschte Nebenwirkungen
  • 4 Deklaration
  • 5 Häufigkeit
  • 6 Nebenwirkung wird zur Hauptwirkung
  • 7 Siehe auch
  • 8 Weblinks

Pharmazie

Eine Nebenwirkung ist in der Medizin eine beobachtete (oder unbeachtete) Wirkung eines Medikamentes, die nicht zu den beabsichtigten, erwünschten (Haupt-)Wirkungeneines Medikaments gehört.

Besser als "Nebenwirkung" ist der Begriff unerwünschte Arzneimittelwirkung.

"Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht oftmals der Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat." (Gustav Kuschinsky, Verfasser eines Lehrbuches über Arzneimittelwirkungen)

Eine Nebenwirkung ist eine normalerweise unerwünschte Wirkung eines Medikamentes, die zusätzlich zur gewünschten Wirkung auftritt, einschließlich Wechselwirkungen mit anderen Substanzen, Folgen von Überdosierungen sowie Entwicklung von Abhängigkeiten.

Unterteilung

Man kann Nebenwirkungen unterteilen in:

  • arzneistofftypische und von der zugeführten Menge abhängige Nebenwirkungen (meist mit der Hauptwirkung verwandt)
  • unvorhersehbare und mengenunabhängige Nebenwirkungen (zum Beispiel Allergien).

Diese Nebenwirkungen kann man wieder unterteilen in leichte und schwerwiegende Nebenwirkungen.

Erwünschte Nebenwirkungen

Nebenwirkungen können aber auch erwünscht sein, zum Beispiel wird die antiproliferative (wachstumshemmende) Wirkung von Glucocorticoidenbei Psoriasis gewünscht, bei PatientInnen mit einem endogenen Ekzemnicht. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man aber unter Nebenwirkungen unerwünschte Arzneimittelwirkungen.

Je nach Schwere der Erkrankung muss der Arzt sowie der Patient selbst abwägen, ob sich das Risiko der Nebenwirkungen mit dem Nutzen des Medikamentes aufwiegen lässt.

Deklaration

Arzneimittelhersteller sind verpflichtet, alle bekannten Nebenwirkungen eines Medikaments aufzulisten, die während dessen Anwendung auftreten können. Man beobachtet also eine Gruppe von Arzneimittelanwendern und notiert alle möglichen Komplikationen. Diese werden im Beipackzettelangegeben.

Häufigkeit

Die Formulierungen wie "häufig" etc. geben verschlüsselt die prozentuale Häufigkeit der Nebenwirkungen an; es entsteht beim Anwender oftmals Unsicherheit darüber, wie oft so eine Nebenwirkung auftreten kann:

  • "häufig" bedeutet, dass die Nebenwirkung in mehr als 10 % der Fälle auftreten kann (man muss allerdings beachten, das bis zu 90 % der Anwender keine Nebenwirkungen spüren);
  • "gelegentlich" bedeutet, dass die Nebenwirkung von 1 - 10 % der Patienten gespürt wird (1 bis 10 Personen von 100);
  • "selten" bedeutet, dass die Nebenwirkung 0,1 - 1 % der Patienten betrifft (1 bis 10 Personen von 1000);
  • "sehr selten" bedeutet, dass die Nebenwirkung bei 0,01 bis 0,1 % der Patienten auftritt (1 bis 10 Personen von 10 000);
  • "in Einzelfällen" bedeutet, dass die Nebenwirkung bei 0,001 bis 0,1 % der Patienten auftritt (1 bis 10 von 100 000 Personen).

Das Risiko von Nebenwirkungen steigt meist mit Dauer der Einnahme, der Anzahl der Patienten, die das Medikament nehmen (wenn 1 Mio. Menschen ein Medikament nehmen, gibt es mehr Menschen, die eine Nebenwirkung erfahren - im Gegensatz zu einem Medikament, das nur von 100 Personen genommen wird), und in der Regel auch mit der Dosis.

Wird ein Medikament nicht vertragen, sollte man unbedingt mit seinem Arzt sprechen oder zumindest die Art der Nebenwirkung beim Arzt oder Apothekermelden. Man sollte niemals eigenmächtig die Dosierung des Medikamentes ändern oder gar das Medikament absetzen.

Das Spektrum möglicher Nebenwirkungen von Medikamenten reicht von relativ harmlosen Begleiterscheinungen (z.B. Müdigkeit) bis hin zu Wirkungen, deren Schaden den Nutzeffekt des Medikamentes übersteigt. Ein Extremfall an unerwünschten Arzneimittelwikungen trat im Fall des SchlafmittelsConterganauf, das bei Einnahme in der Schwangerschaftzum Teil sehr schwere körperliche Fehlbildungenbei Embryosauslöste und deshalb vom Markt genommen werden musste.

Nebenwirkung wird zur Hauptwirkung

Nebenwirkungen können aber auch durchaus zur Hauptwirkung werden. Das Medikament Viagrawurde zum Beispiel ursprünglich als Blutdrucksenkerentwickelt, zeigte aber Nebenwirkungen ganz anderer Natur. Als Blutdrucksenker war es relativ unbrauchbar - als Potenzmittelhingegen sehr. Das ist aber auch der Grund dafür, weshalb Viagra bei der Anwendung als Potenzmittel Nebenwirkungen am Herzen(besonders wenn in Verbindung mit Nitraten eingenommen) zeigt und weshalb Viagra bei pulmonaler Hypertonievon Säuglingengegeben werden kann.

Laut den Resultaten einer prospektiven Beobachtungsstudie(BMJ2004; 329: 15-19) ist jede 16. stationäre Patientenbehandlung Folge einer Arzneimittelnebenwirkung. Jedes Jahr ergäben sich daher Kosten von umgerechnet über 700 Millionen Euro für den National Health Service(NHS) in Großbritannien. Ein Forscherteam um Prof. Pirmohamed von der University of Liverpoolwertete die Aufnahmedaten von 18.820 Patienten über 16 Jahre aus, die im Laufe eines halben Jahres in zwei Kliniken behandelt wurden. Die Autoren versuchten alle Fälle zu erkennen, in denen eine Arzneimittelnebenwirkung die definitive, wahrscheinliche oder mögliche Ursache der Klinikaufnahme war. Dieser Zusammenhang wurde bei 1.225 Patienten gesehen, was einer Prävalenzvon 6,5 Prozent entspricht. Entsprechende Ergebnisse gingen laut ihrer Darstellung auch aus früheren Untersuchungen zur gleichen Fragestellung hervor.

Siehe auch

  • AIDKlinik
  • Arzneimittelzulassung
  • CPOE
  • Vioxx

Weblinks

  • http://bmj.bmjjournals.com/cgi/reprint/329/7456/15.pdfdie Studie von Munir Pirmohamed et al. als PDF-Datei
  • http://www.akdae.de/en/47/94_Gedenkfeier_Scheler.html
  • http://www.akdae.de/en/index.html



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