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Ataxie (griech.: ataxia, Unordnung) ist ein Oberbegriff für verschiedene Störungen der Gleichgewichtsregulation und der Bewegungskoordination. Dabei kann eine Ataxie auch auftreten, wenn keine Lähmung (Parese) vorliegt, also bei vollkommen normaler Muskelkraft.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Formen der Ataxie
- 2 Ursachen von Ataxien
- 2.1 Zerebelläre Ataxie
- 2.2 Sensible Ataxie
- 2.3 Hereditäre Ataxien
- 3 Siehe auch
- 4 Weblinks
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Formen der Ataxie
Als Rumpfataxie bezeichnet man die Unfähigkeit, gerade zu sitzen, so dass die Betroffenen nur noch mithilfe einer Stütze sitzen oder stehen können. Analog bezeichnet man als Standataxie man die Unfähigkeit, zu stehen, so dass die Betroffenen nur noch mit Hilfe steh- und gehfähig sind.
Menschen mit einer Gangataxie haben ein breitbeinig-unsicheres Gangbild. Eine Ataxie bei Zielbewegungen führt zu Bewegungen falschen Ausmaßes mit daneben zeigen (Dysmetrie), zu überschießend-ausfahrenden Bewegungen (Hypermetrie) oder zu unflüssig-verwackelten Bewegungen (Asynergie) und damit zur Unfähigkeit einer raschen Folge antagonistischer Bewegungen (Dysdiadochokinese).
Ursachen von Ataxien
Jede Erkrankung, die die an der Bewegungssteuerung beteiligten Organsystemedes Nervensystemsschädigt, kann eine Ataxie hervorrufen.
Häufigste Ursache von Ataxien sind Erkrankungen des Kleinhirns. Dieses ist für die Verschaltung der sensiblen Informationen aus dem Rückenmark, der Informationen des Gleichgewichtsorgansund der übrigen Sinneseindrücke und deren Umsetzung in motorische Bewegungsabläufe zuständig, also die Planung, Koordination und Feinabstimmung von Bewegungen.
Ataxien können deswegen auch auftreten, wenn die über das Rückenmarkankommenden sensiblen Informationen aus den peripheren sensiblen Nerven, Gelenkenund Muskelnfehlen. Dadurch fehlt die für gezielte motorische Bewegungen erforderliche Feinsteuerung, es kommt zur sogenannten sensiblen Ataxie.
Zerebelläre Ataxie
Ataxien können durch chronische Vergiftungenausgelöst werden, beim Menschen am häufigsten durch eine Kleinhirnschädigung im Rahmen eines chronischen Alkoholismus. Als Symptom einer Überdosierung von Medikamenten kann es zu Ataxien kommen, vor allem bei der Überdosierung oder zu schnellen Aufdosierung von Antiepileptika. Vergiftungen mit Schwermetallen(besonders Quecksilber) oder Pestizidensind selten, können aber unter anderem auch zu einer Ataxie führen.
Ataxien treten auch im Verlauf entzündlicher Erkrankungendes Nervensystems mit Schädigung des Kleinhirns und/oder Rückenmarks auf, vor allem bei der multiplen Sklerose. Auch Infektionen des Kleinhirns wie z. B. eine seltene Zoster-Zerebellitis oder ein Kleinhirn-Abszesslösen eine Ataxie aus.
Kleinhirn-Durchblutungsstörungen, meist im Rahmen eines Schlaganfallsjeder Ursache, lösen eine Ataxie aus. Auch Hirntumoren, Metastasenim Kleinhirn und eine Einklemmung des Kleinhirns im Rahmen eines diffus erhöhten Hirndrucks führen zur Ataxie.
Sensible Ataxie
Auch hier ist die häufigste Ursache eine chronische Alkoholvergiftung. Ähnlich wie das Kleinhirn wird auch das Rückenmark häufig von der multiplen Sklerose betroffen. Tumorenim Rückenmark oder in der Wirbelsäule, sind insgesamt selten. Eine sensible Ataxie wird häufiger durch eine in den Rückenmarksraum eingebrochene Wirbelkörper-Metastase hervorgerufen.
Nicht ganz selten ist Ursache einer sensiblen Ataxie eine Schädigung der sensiblen Rückenmarksbahnen durch einen Vitamin B12-Mangel, die bei entsprechender Behandlung komplett reversibel ist.
Als wichtige infektiöse Ursachen der sensiblen Ataxie sind die Syphilisdes Nervensystems zu erwähnen, ferner auch HIVund die Infektion mit dem Zoster-Virus.
Hereditäre Ataxien
Ataxien treten ferner bei zahlreichen, insgesamt aber seltenen, genetisch bedingten (= hereditären) Erkrankungen auf, den hereditären Ataxien. Diese werden autosomal-rezessiv oder autosomal-dominant vererbt (ADCA = autosomal-dominante zerebelläre Ataxien). Gemeinsam ist diesen Erkrankungen, dass sie das Kleinhirn und/oder die Hinterstränge des Rückenmarks befallen.
| Autosomal-rezessive Ataxien
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| Friedrich-Ataxie
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| Ataxia teleangiectatica
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| Vitamin-E-Mangel-Ataxie
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| Morbus Refsum
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| Abetalipoproteinämie (Bassen-Kornzweig-Syndrom)
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| Metachromatische Leukodystrophie
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| Adrenoleukodystrophie
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| GM-Gangliosidose
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| Früh beginnende zerebelläre Ataxie mit erhaltenen Muskeleigenreflexen
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| Autosomal-dominante zerebelläre Ataxien (ADCA)
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| Spinozerebelläre Atrophien (SCA) Typ 1 - 7
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| Dentato-rubro-pallido-luysianische Atrophie mit Demenz
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| ADCA mit pigmentärer Retinadegeneration (ADCA-II)
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| ADCA mit rein zerebellärer Symptomatik (ADCA-III)
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| ADCA mit Myoklonienund Taubeit (ADCA-IV)
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Siehe auch
- Lemniskales System
- Motoneuron
- Ataxie (Pferd)
Weblinks
- Deutsche Heredo-Ataxie Gesellschaft
- Europäisches Forschungsprojekt zu Spinocerebellären Ataxien (Seite auf englisch)
- Europäische Ataxie-Organisation (Seite auf englisch)
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