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Bild:Atropatene.jpg Kartenskizze der ungefähren Ausdehnung und Lage von Media Atropatene (grau)
Atropatene (auch Media Atropatene) war ein unabhängiges Königreich das hauptsächlich auf dem Gebiet der iranischenProvinzen Ardabil, Nord-Aserbaidschanund Ost-Aserbaidschanlag, und heute häufig als Vorgängerstaat von Aserbaidschanangesehen wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Gründung
- 2 Gestalt
- 3 Geschichte
- 4 Überlieferung
- 5 Könige
- 6 Literatur
- 7 Weblinks
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Gründung
Das Gebiet gehörte vor der Zeit des Achämenidenreichesgeographisch, kulturell und politisch zu Medien. Die Bewohner waren zu großen Teilen Mederund die Oberhoheit des Landes lag in Ekbatana.
Nach der Eroberung des persischen Reiches durch Alexanders des Großenbehielt Medien seinen damaligen Satrapen, Atropates, obwohl dieser auf persischer Seite die medischen Truppen kommandiert hatte. Nach Alexanders Tod fiel das südliche Medien, Ekbatana eingeschlossen, an das Seleukidenreich. Atropates konnte die Kontrolle über das nördliche Medien behalten und begründete eine Dynastiedie über ein unabhängiges Königreich herrschen konnte. Das Land wurde von den Zeitgenossen als Media Atropatene, "Medien des Atropates" bezeichnet.
Gestalt
Ein Grund dafür, dass Atropatene ohne größere Schwierigkeiten unabhängig werden und diese Unabhängigkeit lange behaupten konnte war möglicherweise der Mangel an natürlichen Rohstoffen. Das Land war größtenteil gebirgig, besaß aufgrund dort herrschender mediterranerKlimabedingungen jedoch immerhin günstige landwirtschaftliche Voraussetzungen. Das Gelände wies allerdings große Vorzüge in der Verteidigung auf, was einen Eroberungsfeldzug gefährlich und unrentabel erschienen ließ.
Die Hauptstadt Atropatenes war Gazaka(heute Ganzak). Nahe der Stadt lag die Festung Phraaspa, die an der Stelle von Takht-i-Sulaimanvermutet wird. Die genaue Ausdehnung des Königreichs ist unbekannt, die Nordgrenze lag nördlich des Urmiasees. Grenzkonflikte mit dem westlichen Nachbarn Armenienscheint es nicht gegeben zu haben.
Atropatene war ein von der Außenwelt weitgehend abgeschottetes Königreich, das lange als Hochburg des Zoroastrismusbetrachtet wurde, was vor allem dadurch bestätigt zu sein scheint, dass das spätere zoroastrische Hauptheiligtum Adur Gushnaspauf einst atropatenischen Boden lag. Diese Ansicht wird seit einiger Zeit jedoch in Frage gestellt, da außer dem genannten Indiz keine fundierten Beweise hierfür gefunden wurden.
Atropatene scheint sich erfolgreich der Hellenisierungwidersetzt zu und seine achämenidisch-iranische Tradition bewahrt zu haben.
Geschichte
Nach der Loslösung vom Alexanderreichkonnte sich Atropatene friedlich entwickeln, bis Antiochos III.das Land in den Status eines Vasallenstaateszwang, der später unter parthischerHerrschaft fortgeführt wurde. Dabei scheint auch Armenien, selber ein Vasall der Parther, großen Einfluss auf Atropatene gehabt zu haben. Dennoch verfügte Atropatene über ein starkes Heer, das auf die Kavalleriebetont war. Vermutlich zog es Nutzen aus den berühmten nisäischen Pferden.
Pompeiusgelang es, den atropatenischen König Dareioszu besiegen. Aufgrund der auffällig hohen Zahl an Münzen, die sein Bildnis tragen, wird dieser Dareios auch als Usurpatorauf den parthischen Thron betrachtet.
Später führte Marcus Antoniuseinen Feldzug gegen die Parther durch Armenien und Atropatene, scheiterte jedoch bei der Belagerung von Gazaka.
Atropatene blieb lange ein Vasallenkönigreich der Parther, scheint jedoch mit der Zeit immer näher an das Partherreich gebunden worden zu sein. Könige aus dem Haus der Arsakidenbestiegen immer häufiger den atropanischen Thron, und als die Sasaniden226 das Land eroberten war es wohl mehr eine parthische Provinz als ein eigenständiges Königreich, auch wenn die Herrscher noch den Königstitel trugen.
Überlieferung
Über Atropatene ist aus antiken Quellen nur sehr wenig bekannt, auch archäologische Grabungen brachten nur spärliche Indizien des Königreichs zutage.
Das Land erscheint als Randnotiz in den Werken des Plutarch, Ptolemaios, Cassius Dio, Appian, Strabo, Pliniusund des Polybios, ein Werk, welches sich in größerem Maße mit Atropatene beschäftigt gibt es jedoch nicht.
Könige
Aufgrund der mangelhaften Quellenlage ist es Schwer, eine Herrscherliste für Atropatene zu erstellen. Münzprägung war, wenn überhaupt vorhanden, in Atropatene wohl eher sehr beschränkt. Nur von Dareios sind größere Mengen von Münzen bekannt, von denen jedoch vermutet wird, dass sie nicht von ihm selbst, sondern von höheren parthischen Stellen herausgegeben wurden.
Mithilfe der spärlichen Quellen ist dennoch eine lückenhafte Chronologie erstellbar. Bei den Meisten Daten handelt es sich um Vermutungen und Schätzungen.
Atropaniden
- Atropates (323/312-ca. 280 v.Chr.)
- Artabazos (ca. 275 v.Chr.)
- Artabazanes (222/220-211 v.Chr.)
- Parthisch? (ca. 135-85 v.Chr.)
- Artavasdes (ca. 100 v.Chr.)
Arsakiden
- Gotarzes (95-87 v.Chr.)
- Armenisch? (ca. 85-66 v.Chr.)
- Dareios (ca. 70 v.Chr.)
- Mithridates (ca. 69-58 v.Chr.)
Atropaniden
- Ariobarzanes I. (58 v.Chr.)
- Artashes (ca. 58-34 v.Chr.)
- Artavazdes I (ca. 34-20 v.Chr.)
- Ariobarzanes II (ca. 20-4 v.Chr.)
- Artavasdes II (ca. 4 v.Chr.-10 n.Chr.)
- Ariovast (ca. 20)
Arsakiden
- Artabanos III. (ca. 20-38)
- Vonones (ca. 38-51)
- Pakoros (51-72)
- Bagayash (ca. 140)
- Artabanos (210-216)
Literatur
- Fergus Millar (Hrsg.): Das Römische Reich Und Seine Nachbarn. Frankfurt am Main 1966
- Josef Wiesehöfer: Das Antike Persien. Zürich 1994
Weblinks
- Geschichte der Meder und Atropatenes(engl.)
- Ganzak(engl.)
- Münzen des Dareiosen:Atropatene
nl:Atropatene
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