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Bacteroides

Bacteroides fragilis
Bild:BacteroidesFragilis Gram.jpg
Bacteroides fragilis (Gram-Färbung)
Systematik
Domäne: Bakterien(Bacteria)
Überstamm: Bacteroidetes/Chlorobi
Abteilung: Bacteroidetes
Ordnung: Bacteroidales
Familie: Bacteroidaceae
Gattung: Bacteroides
Art: Bacteroides fragilis
Wissenschaftlicher Name
Bacteroides fragilis
(Veillon and Zuber 1898
Castellani and Chalmers, 1919)

Bacteroides fragilis gehört, wie die übrigen Mitglieder der Bacteroides, zu den gramnegativen, obligat anaerobenund nicht sporenbildendenStäbchen-Bakterien. Bacteroidesspec. gehören zu der physiologischen Florades Menschen und von Tieren. Als Bestandteil der physiologischen Flora kommt dem Bakterium eine wichtige Rolle bei der sog. Kolonisationsresistenzzu. Bacteroides fragilis findet sich häufig bei Mischinfektionenmit aerobenbzw. fakultativ anaeroben Bakterien.

Eigenschaften

Bacteroides fragilis ist ein obligat anaerobes, gramnegatives und nicht sporenbildendes Stäbchen-Bakterium. Gegen Umwelteinflüsse ist Bacteroides fragilis auf Grund der Empfindlichkeit gegenüber Sauerstoffrelativ empfindlich. Bacteroides sind galleresistent, spalten Saccharoseund sind nicht pigmentiert. Bacteroides fragilis bildet z.T. eine Kapsel, die das Bakterium in Kombination anderer anti-phagozytärer Substanzen vor Phagozytoseschützt. Das Lipopolysaccharid(LPS) von Bacteroides fragilis unterscheidet sich von dem der aeroben Bakterien und entfaltet eine geringere Toxizitätim Wirtsorganismus. Bacteroides fragilis besitzt zur Verbesserung der AdhärenzFimbrien. Außerdem finden sich unterschiedliche Ektotoxineund Enzyme.

Verursachte Krankheiten

Bacteroides fragilis und Bacteroides thetaiotaomicron finden sich häufig in Mischinfektionen, so z.B. bei Peritonitis, gynäkologischen Infektionen (z.B. Adnexitis), intraabdominellen Abszessen, Aspirationspneumonien, Sinusitidenund Hirnabszessen.

Ausbreitung

Bacteroides fragilis gehört nicht zu den typischen Umweltkeimen. Er gehört vielmehr zur normalen Bakterien-Flora des Menschen.

Übertragung

Die Besiedelung des Menschen durch Bacteroides spec. findet meist während der ersten Lebensjahre statt. Infektionen sind daher meist endogen, d.h. von der physiologischen Flora des eigenen Körpers ausgehend.

Häufigkeit

Etwa 5-10% der Sepsis-Fälle, die durch gramnegative Stäbchen hervorgerufen werden, gehen auf Infektionen durch Bacteroides spec. zurück. Bacteroides fragilis ist dabei der häufigste isolierte Keim der Bacteroides. Bei intraabdominalen Infektionen finden sich ebenfalls häufig Bacteroides spec.

Inkubationsdauer

Die Inkubationszeitbeträgt meist nur wenige Tage.

Pathogenese

Als Bestandteil der physiologischen Flora ist Bacteroides fragilis nicht pathogen. Infektionen entstehen durch Keimverschleppung in eigentlich sterile Körperbereiche. Häufig erfolgt zunächst eine Infektion durch aerobe bzw. fakultativ anaerobe Bakterien. Diese Senken den Sauerstoff-Partialdruck im infizieren Gewebe. Erst jetzt infizieren Bacteroides spec. den Infektionsherd. Bakterien-Isolate aus Infektionsherden bilden meist eine Kapsel, die sich jedoch nach mehreren Subkultur-Schritten häufig nicht mehr findet.

Diagnostik

  • Anzucht: Bacteroides fragilis lässt sich unter strikt anaeroben Bedingungen auf Spezialnährböden anzüchten. Bakterien der Bacteroides-fraglilis-Gruppe bilden meist nach zwei Tagen 1?­3 mm große, grau-glänzende Kolonien. Zur Differenzierung der Bacteroides-fragilis-Gruppe sind biochemischebzw. gaschromatographischeUntersuchungen notwendig.
  • Mikroskopie: Die Gram-Färbungund die Färbung mit gruppenspezifischen Fluoreszenz-markierten Antikörpernkann die Diagnose sichern.

Therapie

Nekrosen und Abszesse müssen meist chirurgisch angegangen und saniert werden, da Antibiotikameist nicht in das Infektionsgebiet in ausreichender Menge vordringen. Gegen Aminoglykosidesind Bacteroides primär resistent. Laktamase-sensible Penicillineund Cephalosporinewerden häufig durch potente Laktamasenzerstört. Zum Einsatz kommen daher v.a. Nitroimidazole (z.B. Metronidazol), Clindamycin, Carbapeneme(z.B. Imipenem), sowie Laktamase-feste Penicilline (z.B. Piperacillin). Die entsprechenden Antibiotika kommen meist schon bei Verdacht zum Einsatz, da die bakteriologische Diagnostik häufig zu lange dauert. Bei Operationen im Darmtrakt wird häufig eine Chemoprophylaxedurchgeführt, um eine Infektion durch Anaerobier zu verhindern.

Historisches

Veillon und Zuber beschrieben 1898Bacteroides fragilis (damals noch Bacillus fragilis) erstmals als Erreger einer Appendizitis.

Von "http://de.wikipedia.org/Bacteroides_fragilis"



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