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Calcitonin

Das Calcitonin (syn. Kalzitonin, Thyreocalcitonin) ist ein Hormon, das bei Säugetieren in den C-Zellen der Schilddrüsegebildet wird. Bei den übrigen Wirbeltierenerfolgt die Bildung im Ultimobranchialer Körper. Calcitonin reguliert zusammen mit dem Parathormonden Calcium- und Phosphathaushalt des Körpers.

Mit dem Calcitonin verwandt ist das calcitonin Gene-Related Peptide(CGRP). Beide gehen auf ein gemeinsames pimäres mRNATranskript zurück. Durch gewebesspezifisches alternatives splicenwird in der Schilddrüse vorwiegend Calcitonin gebildet, während im Zentralnervensystemund im peripheren Nervensystem in sensorischenNeuronenhauptsächlich CGRP hergestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Struktur
  • 3 Regulation und Wirkung
  • 4 Therapie
  • 5 Blutspiegel
  • 6 Literatur
  • 7 Siehe auch
  • 8 Links

Geschichte

Calcitonin wurde 1961 von Copp und Cameron entdeckt.

Struktur

Beim menschlichen (hCT) Calcitonin handelt sich um ein Polypeptidaus 32 Aminosäurenmit einem Molekulargewichtvon circa 3420 Dalton.

Primärsequenz: H-Cys-Ser-Asn-Leu-Ser-Thr-Cys-Val-Leu-Gly-Lys-Leu-Ser-Gln-Glu-Leu-His-Lys-Leu-Gln-Thr-Tyr-Pro-Arg-Thr-Asp-Val-Gly-Ala-Gly-Thr-Pro-NH2

Eine Ringstruktur gebildet durch eine Disulfidbrücke zwischen Cys1 und Cys7 und ein amidierter C-Terminus (Prolinamid)sind wichtig für die biologische Aktivität. CT(8-32) ohne die Ringstruktur bindet zwar and den Calcitonin Rezeptorbewirkt aber keine Rezeptoraktivierung sondern wirkt als kompetitiverAntagonist.

Regulation und Wirkung

Die Calcitoninfreisetzung wird stimuliert durch:

  • hohes Calcium
  • gastrointestinale Hormone,
    • Pentagastrin

Calcitonin senkt den Blutcalciumspiegel. Es hemmt die Calciumfreisetzung aus dem Knochen (Osteoklasten werden gebremst). Außerdem erhöht es die Calcium-Ausscheidung über die Niere. Calcitonin hat in höherer Dosierung beim Menschen eine diuretische Wirkung. Diese vermehrte proximale Natriurese wird circa 80 Minuten nach der intravenösen Calcitoningabe durch eine vermehrte distale Natriumreabsorption wiederausgeglichen.

Im Vergleich zu den anderen calciumregulierenden Hormonen Parathormon(PTH) und D-Hormon (Calcitriol) scheint Calcitonin allerdings eine stark untergeordnete Rolle zu spielen.

Therapie

Calcitonin wird als Lachscalcitonin zur Senkung stark erhöhter Calciumspiegel eingesetzt. Außerdem wirkt es bei Knochenmetastasen schmerzlindernd. Es kann unter die Haut gespritzt oder durch die Nase inhaliert werden. Als Nebenwirkung kann dabei ein Flush auftreten. Calcitonin kann zur Therapie von Phantomschmerzen nach Amputationen eingesetzt werden.

Blutspiegel

Das Calcitonin wird als Tumormarker beim medullären Schilddrüsenkarzinom verwendet. Der Normalwert bei Erwachsenen ist kleiner als 100 ng/l. Einen zu niedrigen Calcitoninwert findet man bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Einen zu hohen Wert findet man bei:

  • manchmal bei der Schilddrüsenüberfunktion
  • beim medullären Schilddrüsenkarzinom
  • Niereninsuffizienz
  • Leberzirrhose

Literatur

  • Azria, M.: Calcitonins. Physiology and Pharmacology. Freiburg 1988.
  • Keck, E.: Calcitonin und Calcitonintherapie. Stuttgart 1996.

Siehe auch

Calcium-- Parathormon-- Schilddrüse-- Apudom-- Vitamin D

Links

  • http://www.gesundheit.de/roche/ro05000/r5084.html
  • http://www.igb.fhg.de/WWW/GF/Pharma/dt/GFPH_213_Calcitonin.dt.html
  • http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=5951



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