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Cancrum

Georg Graf Cancrin (Egor Francevic Kankrin auch Jegor Franzowitsch) (* 8. Dezember1774in Hanau; ? 22. September1845in Sankt Petersburg) war ein deutsch-russischerGeneralund Staatsmann.

Georg Cancrin war der Sohn von Franz Ludwig Cancrin (* 1738; ? 1816), dem Verfasser der Grundzüge der Berg- und Salzwerkskunde, 12 Bde. (Frankfurt1778-91), der 1783nach Russlandging, um die Leitung der Salzwerke in Staraja Russa im Gouvernement Nowgorodzu übernehmen.

Georg studierte zwischen 1790und 1794Rechtswissenschaftund Politik(Staatswissenschaften) in Gießenund Marburg. Zu dieser Zeit schrieb er den Roman Dagobert: Geschichte aus dem jetzigen Freiheitskriege (Hamburg, 1798). Nach Absolvierung seiner Studien ging er als Regierungsrat in anhalt-bernburgische Dienste.

1796folgte er seinem Vater nach Russland und arbeitete als dessen Gehilfe, später dann im Ministerium des Innern und in der Militärverwaltung. Er schrieb ein Werk über Die Verpflegung der Truppen. Dies wurde Veranlassung zu seiner Beförderung zum Adjutantendes Generalproviantmeistersim Jahre 1811. Im Jahr danacherfolgte die Ernennung zum Generalmajorund Generalintendanten der Westarmee. Seine ausgezeichnete Verwaltung dieses Amtes lenkte die Aufmerksamkeit Alexanders I.auf ihn, der ihn zum Generalintendanten sämtlicher aktiver Armeen ernannte.

Cancrin war später an den Verhandlungen mit Frankreich über die sogenannte Montierungsentschädigung beteiligt und erwirkte für Russland eine Summe von 30 Millionen Franc, wofür er den Rang eines Generalleutnants erhielt. Infolge der von der altrussischen Partei gegen ihn angesponnenen Intrigen wurde er in eine Untersuchung verwickelt in der er sich zwar zu rechtfertigen wusste, aber dennoch 1820 die erbetene Entlassung als Generalintendant erhielt und zum Mitglied des Konseils des Kriegsministeriumswurde. Später wurde er zum wirklichen Mitglied des Reichsrats ernannt.

Da er sich inzwischen als Verfasser staatswirtschaftlicher Schriften einen Namen erworben hatte, wurde er 1823zum Finanzminister befördert und hatte damit die Verwaltung des durch Campenhausenund Gurejewgeleerten Staatsschatzes inne. Cancrin brachte zwar Ordnung in das zerrüttete Finanzwesen, verhinderte aber zugleich durch Übertreibung des Prohibitivsystems die wirtschaftliche Entwickelung Russlands in hohem Grad.

Zudem betrachtete er die Staatsindustrie als das beste Mittel, um für den Staat Geld zu gewinnen und gebrauchte rücksichtslos die Machtmittel des Staats, um die Konkurrenz der Privatindustrie und des Privatkredits niederzuhalten, während anderseits die von ihm begünstigten Unternehmen, namentlich Kanal- und Wegebauten, Versicherungsgesellschaften und wissenschaftliche Expeditionen, in nachhaltiger Weise unterstützt wurden. Sein gewaltsames Verfahren rief politische Gegner auf den Plan, doch er wurde von Alexander I. und Nikolaus I.trotz aller Anfeindungen im Amt erhalten. Durch die rücksichtslose Ausgabe von Papiergeldförderte Cancrin die Inflationund er trat schließlich im April 1844zurück.

Er begab sich darauf nach Paris, kehrte aber bald nach Sankt Petersburgzurück, wo er am 22. September1845starb.

Werke

  • Essai sur l'histoire de l'économie politique des peuples modernes. jusqu'au commencement de l'année 1817 (Paris 1818)
  • "Weltreichtum, Nationalreichtum und Staatswirtschaft" (Petersburg 1821)
  • "Über die Militärökonomie im Frieden und im Krieg" (Petersburg 1822-23, 3 Bde.)
  • "Die Ökonomie der menschlichen Gesellschaften" (Petersburg 1845) - wurde als nicht mehr auf der Höhe der Zeit befindlich gewertet

Seine "Reisetagebücher 1840-45" wurden von Graf Keyserling (1865, 2 Bde.) herausgegeben. Vergleiche "Im Ural und Altai, Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldtund Graf Georg von Cancrin" (Leipzig 1869).


Von "http://de.wikipedia.org/Georg_Cancrin"



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