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Defibrinationssyndrom

Bild:Ekg-defibrillator-corpuls-08-16.jpg
Ein im Rettungsdienst verwendeter Defibrillator mit EKG-Funktion (Corpuls 08/16)

Ein Defibrillator ist ein Gerät zur Defibrillationund/oder Kardioversion, es kann durch gezielte Stromstösse an das Herzeine Kammertachykardie (Kammerflattern bei tiefen Frequenzen, Kammerflimmernbei höheren Frequenzen) beenden.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Indikation und Therapie
    • 1.1 Kardioversion
  • 2 Aufbau
  • 3 Bauarten
    • 3.1 Manueller Defibrillator
    • 3.2 Halbautomatischer Defibrillator
    • 3.3 Public Access Defibrillator (PAD)
    • 3.4 Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator
  • 4 Weblinks

Indikation und Therapie

Hauptartikel: Defibrillation

In 60 bis 70 Prozent aller plötzlichen Herztodeliegt ein sogenanntes Kammerflimmernvor. Ein Defibrillator kann diese kreisende elektrische Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbechen. Dabei wird eine große Anzahl von Zellen gleichzeitig depolarisiert, was zur Folge hat, dass diese Zellen eine relativ lange Zeit (etwa 250 ms = Refraktärzeit der Zellen) nicht mehr erregbar sind. Der kreisenen Welle wird quasi der Weg abgeschnitten und das Herz befindet sich wieder in einem Zustand, in dem das natürliche Erregungsleitungssystemdie Stimulation des Herzens wieder übernehmen kann. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung von Gehirn mit Sauerstoff binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann. Aus diesem Grund werden auch im öffentlichen Raum immer mehr automatisierte externe Defibrillatoren (AED) platziert.

Kardioversion

In manchen Fällen tritt ein Herzflimmern nur in den Vorhöfen auf (Vorhofflimmern). Dieser Zustand ist noch nicht lebensbedrohlich, da der Ventrikel (Herzkammer) weiterhin kontrahiert und Blut durch den Körper pumpt. Allerdings ist die Pumpleistung des Herzens in diesem Fall reduziert und es besteht außerdem die Gefahr, dass sich das Flimmern der Vorhöfe auf die Ventrikel überträgt. Auch hier kann eine Defibrillation das Vorhofflimmern durchbrechen. Diese Therapieform bezeichnet man als Kardioversion.

Aufbau

Bild:Defibrillateur 1.jpg
Ein halbautomatischer Defibrillator

Prinzipiell besteht ein Defibrillator aus einem Akkumulator, einem DC/DC-Wandler, einem Kondensator, einer Ausgangsschaltung und einer Steuereinheit. Da die Spannung des Akkumulators für einen Elektroschock zu klein ist, muss mit Hilfe eines DC/DC-Wandlers eine größere Spannung erzeugt werden mit der der Kondensator auf eine zuvor eingestellte Energie aufgeladen wird. Auf Knopfdruck gibt der Kondensator seine gespeicherte Energie, bis zu 360 Joule, an den Patienten ab. Diese Energie wird über großflächige Elektroden(so genannte Paddels), die mit den Händen auf den Brustkorbdes Patientengedrückt werden, abgegeben. Die Ausgangsschaltung sorgt für die Generierung bestimmter Pulsformen. Die Steuereinheit regelt den Ladevorgang des Kondensators, leitet die Ausgangsschaltung und sorgt auch dafür, dass bei nicht erfolgter Schockabgabe die Energie des Kondensators über einem internen Widerstand verbraucht wird (Schutzschaltung). Moderne Defibrillatoren arbeiten biphasisch. Das bedeutet, dass von der Ausgangsstufe nicht nur ein Stromstoß abgegeben wird, sondern dass durch Spannungswechsel an den Paddles auch Stromstöße in umgekehrter Richtung abgegeben werden. Da bei dieser Methode mit geringeren Energien gearbeitet werden kann, ist die biphasische Defibrillation für den Patienten schonender.

Bauarten

Manueller Defibrillator

Konventionelle (manuelle) Defibrillatoren beinhalten oft auch Funktionen eines EKGund werden zum Beispiel im Rettungsdienstverwendet. Einige dieser Geräte können zusätzlich auch als externe Herzschrittmachersowie zur Messung der Sauerstoffsättigung, zur Blutdruckmessungoder als Kapnometereingesetzt werden.

Halbautomatischer Defibrillator

Bild:Symbol AED.png
Hinweisschild auf öffentlichen Defibrillator

Halbautomatische Defibrillatoren, sogenannte automatisierte externe Defibrillatoren(AED), haben zusätzlich zu den oben genannten Funktionen die Option, nichtärztliches medizinisches Personal aber auch Laien bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Bei diesen Automatisierten Externen Defibrillatoren analysiert eine Softwareden Herzrhythmusund entscheidet danach, ob eine Defibrillation sinnvoll ist.

Public Access Defibrillator (PAD)

Bild:PAD-Heathrow.jpg
Defibrillator am Londoner Flughafen Heathrow

Um eine möglichst frühzeitige Defibrillation zu erreichen, werden zunehmend öffentlich erreichbare Defibrillatoren (public access defibrillators, PAD) eingesetzt, etwa in Einkaufszentren, Flughäfen, Bahnhöfen und anderen öffentlichen Gebäuden. Diese Geräte sind meist noch einfacher aufgebaut als halbautomatische Defibrillatoren, sie führen den Anwender mit Sprachanweisungen durch die Defibrillation und geben auch Anweisungen zur eventuell nötigen kardiopulmonaren Reanimation. Die Defibrillatoren sind nicht in der Lage, die eventuell notwendigen Herzkompressionen zu ersetzen. Meist sind die PAD an Informationsschaltern, in Portierlogen etc. untergebracht, damit sofort geschultes Personal zur Verfügung steht. Frei erreichbar angebrachte Defibrillatoren (vergleichbar zu Feuerlöschern) sind in der Regel mit einem Alarmsystem verbunden, um automatisch geschulte Helfer zu rufen und Diebstähle zu verhindern. Vor allem im amerikanischen Raum sind PAD schon sehr weit verbreitet, aber auch in Europa ist ein Trend zu PAD zu erkennen. In Deutschland sind PAD zum Beispiel in den Haltestellen der Münchner U-Bahn vorhanden. Die Björn Steiger Stiftung in Deutschland engagiert sich mit ihrer Aktion "Kampf dem Herztod" besonders, auch in Österreich werben viele Hilfsorganisationen, wie das Österreichische Rote Kreuzfür die vermehrte Anschaffung und Installation von PAD.

Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator

Bei Patienten mit hohem Risiko für Kammerflimmernkönnen miniaturisierte automatische Defibrillatoren (Implantierbare Kardioverter-Defibrillatorenoder ICD von englisch Internal Cardioverter/Defibrillator), ähnlich einem Herzschrittmacher, implantiert werden. Ihre Elektroden haben dann direkten Kontakt zum Herzmuskel und lösen bei Bedarf selbstständig aus. Durch den direkten Kontakt sind viel geringere Energien möglich, der Patient merkt häufig nur einen leichten Schlag - so ähnlich wie beim Anfassen eines elektrischen Weidezauns. In vielen Fällen jedoch wird von Patienten eine fast unerträglich starke Empfindung dieser Therapieabgaben geschildert. Da zumeist mehrere Auslösungen von Elektroschocks dicht hintereinander erfolgen, ist die psychische Belastung enorm hoch und muß in sehr vielen Fällen in der Folge durch Psychologen intensiv betreut werden.

Weblinks

  • Notfallmedizintechnik.de
  • Björn Steiger Stiftung
  • Automatisierte externe Defibrillation in Bayern
  • Via Medici: Automatisierte Defibrillatoren für Ersthelfer und Laien?
  • Zeit.de: Schock fürs Lebenen:Defibrillator

lb:Defibrillator nl:Defibrillator no:Defibrillator

Von "http://de.wikipedia.org/Defibrillator"



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