| Wasserpest
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Bild:Elodea canadensis nf.jpg Elodea canadensis
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| Systematik
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| Klasse: | Einkeimblättrige(Liliopsida)
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| Unterklasse: | Froschlöffelähnliche(Alismatidae)
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| Ordnung: | Froschlöffelartige(Alismatales)
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| Familie: | Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae)
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| Gattung: | Wasserpest
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| Wissenschaftlicher Name
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| Elodea
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| Michx.
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Die Wasserpflanzen-GattungWasserpest (Elodea) (Syn.: Anacharis) gehört zur Familie der Froschbissgewächse(Hydrocharitaceae) und umfasst zwölf Arten.
Ihre grünen, biegsamen Stängel, die im Abstand von wenigen Millimetern quirligmit zumeist drei bis vier länglichen Blätternbesetzt sind, können je nach Art bis zu drei Meter lang werden und wurzeln im Gewässergrund. Wasserpest-Arten sind zweihäusig; es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Verwandte Arten aus derselben Pflanzenfamilie sind unter anderem Krebsschereund Froschbiss.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Arten in Mitteleuropa
- 2 Vorkommen
- 3 Das ?grüne Gespenst?
- 4 Wasserpest im Aquarium
- 5 Verwandte Arten
- 6 Literatur
- 7 Weblinks
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Arten in Mitteleuropa
- Kanadische Wasserpest(Elodea canadensis Michx.)
- Schmalblättrige Wasserpest(Nuttalls W.) ? (Elodea nuttallii Planch. (H. St. John))
- Argentinische Wasserpest(Elodea callitrichoides (Rich.) Casp.)
Bild:Unterwasser.jpg Schmalblättrige Wasserpest, Seerosen und Laichkraut
Alle diese Arten sind Neophytenin Europa; sie stammen ursprünglich aus Nordamerika (E. canadensis, E. nuttallii) bzw. aus Südamerika (E. callitrichoides). Ihre Ansiedlung und Ausbreitung in Europa wurde durch gezielte Aussetzungen (beispielsweise durch Aquarienhalter) begünstigt und unter anderem durch Verschleppung über die Schifffahrt und durch Wasservögel weiter gefördert.
Zumindest die beiden nordamerikanischen Arten, die in Europa vergleichbare klimatische Bedingungen vorfinden wie in ihrer Heimat, haben sich hier seit Mitte des 19. Jahrhunderts (E. canadensis) beziehungsweise in den letzten Jahrzehnten (E. nuttalii) rasant ausgebreitet und zählen inzwischen zum gängigen Arteninventar vieler Teiche, Seen und Wassergräben.
Elodea-Arten bilden Winterknospenaus.
Vorkommen
Bild:ElodeaFlower.jpg Elodea-Einzelblüte
Die Wasserpest-Arten gedeihen besonders in sommerwarmen, nährstoffreichen, aber nicht übermäßig belasteten, stehenden oder langsam fließenden Gewässern (Weiher, Teiche, Stau- und Baggerseen, Gräben, Flüsse etc.) mit sandig-schlammigem Grund. Sie macht ihrem Namen dann alle Ehre, indem sie schnell submerse Dominanzbestände, regelrechte ?Unterwasserwälder?, ausbildet. Während E. canadensis schon länger in ganz Deutschland und darüber hinaus verbreitet ist, war E. nuttallii gegen Ende der 1980er-Jahre erst regional bekannt (besonders im Nordwesten und im Rheingebiet), hat sich seitdem aber stark weiter ausgebreitet.
Das ?grüne Gespenst?
Der Dichter Hermann Lönsschrieb bereits am 9. Oktober1910im HannoverschenTageblatt über die Kanadische Wasserpest:
?Es erhub sich überall ein schreckliches Heulen und Zähneklappern, denn der Tag schien nicht mehr fern, da alle Binnengewässer Europas bis zum Rande mit dem Kraute gefüllt waren, so dass kein Schiff mehr fahren, kein Mensch mehr baden, keine Ente mehr gründeln und kein Fisch mehr schwimmen konnte (...).?
Bild:Hengsteysee Wasserpest 2004.jpg Der Hengsteyseebeherbergt große Bestände der Kanadischen Wasserpest
Die starke und schnelle, fast explosionsartige Wachstums- und Ausbreitungsfähigkeit der Wasserpest ist in Europa also schon lange bekannt. Inzwischen ist Elodea canadensis aber wieder zurückgegangen und bildet kaum noch Massenbestände. Dagegen verursacht Elodea nutallii seit den 1990erJahren zunehmend Probleme. Beispielhaft sind die Vorkommen entlang der Ruhrin Nordrhein-Westfalen, vor alle die Stauseen Hengsteysee, Harkortseeund Kemnader See. Dort behindert sie durch ihr Massenvorkommen Wasserwirtschaft(Verstopfen von Laufwasserkraftwerken und Schleusen), Schifffahrt, Wassersportund Fischerei. Der zuständige Ruhrverbandreduziert dort die Bestände mittlerweile regelmäßig mit einem eigenen Mähboot.
Bild:Wasserpest im Hengsteysee.jpg Kanadische Wasserpestund Teichrosen
Als eine ökologische Wechselwirkung ist zu erwähnen, dass die Ausbreitung der Wasserpest zu Lasten anderer, weniger konkurrenzfähiger Unterwasserpflanzen der Laichkraut- und Armleuchteralgen-Gesellschaften geschehen kann. Inzwischen scheinen in Mitteleuropa die Wasserpestarten aber schon untereinander zu konkurrieren, wobei die bereits länger etablierte E. canadensis von der ?jüngeren? E. nuttallii offenbar teilweise wieder verdrängt wird. Problematisch ist das herbstliche Absterben der Pflanzen, deren Übermenge an Biomassezum Umkippenvon Gewässern führen kann. Mittlerweile haben sich viele Bestände jedoch auf ein moderateres Maß eingependelt, weil u. a. heimische Fadenwürmerihre Knospen fressen und sie dadurch im Wachstum begrenzen. Nach dem Volksglauben soll die Pflanze ?alle sieben Jahre weiterziehen?.
Als positive Eigenschaft ist die starke photosynthetischeAktivität zu nennen, die bei Sonneneinstrahlung anhand perlschnurartig aufsteigender Luftbläschen gut sichtbar ist. Ihre vergleichsweise hohe Sauerstoff-Produktionsrate kann ein Gewässer deutlich beleben. Auch bieten die dichten Unterwasserwälder Fischenund anderen Wassertieren Unterschlupf und Eiablageplätze. Die Pflanze hat einen hohen Nährwert ? die Trockensubstanz enthält 18 % Eiweiß, 42 % Stärke und 2,5 % Fett ?, weshalb sie früher sogar als Viehfutter empfohlen wurde.
Wasserpest im Aquarium
Bild:Wasserpest.jpg Verwandte Art: Dichtblättrige Wasserpest(Egeria densa) mit Neonfischenim Aquarium
Zusammen mit ihrer südamerikanischen Verwandten Egeria densa (ehemals Elodea densa), die etwas kräftiger ist und dichtere Blätter hat, ist Elodea canadensis eine beliebte Aquarienpflanze. Sie stellt in der Hälterung keine besonderen Ansprüche an das Wasser, braucht aber viel Licht. Sie kann einfach durch Einpflanzen von Stecklingenvermehrt werden.
Verwandte Arten
Neben den Arten der Gattung Elodea sind noch weitere in Mitteleuropa (Deutschland) neophytische Arten aus der Familie der Froschbissgewächsezu erwähnen, die teilweise auch Wasserpest heißen oder genannt werden, aber nur selten und sporadisch vorkommen:
- Dichtblättrige Wasserpest(Egeria densa Planchon; Syn. Elodea densa (Planch.) Casp.)
- Große Wechselblatt-Wasserpest(Lagarosiphon major (Ridl.) Moss)
- Grundnessel(Hydrilla verticillata (L. f.) Royle)
- Gewöhnliche Wasserschraube(Vallisneria spiralis L.)
Literatur
- Ingo Kowarik: Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Stuttgart: Ulmer 2002, 380 S. ISBN 3800139243
Weblinks
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| Commons: {{{2|Category:Elodea}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
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- www-f.igb-berlin.de/ruhr.htmlIllustrierte Infos zur Massenentwicklung in den Ruhrstauseenen:Elodea
lt:Elod?ja
nl:Waterpest
pt:Elodea
Seitenkategorien: Froschbissgewächse| Neobiota
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