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Deprivationssyndrom

Das Deprivationssyndrom (Deprivation von lateinischdeprivare - berauben in Bezug auf Reize und Zuwendung) nennt man in der Pädiatrie(Kinderheilkunde) die Summe aller Schädigungen durch Vernachlässigung, mangelnde Umsorgung und lieblose Behandlung der Babys und Kinder, in der PsychiatrieSymptomeinfolge von Heimaufenthalt, Flucht, Folteroder Haft(v.a. Isolationshaft). Hält die Deprivation länger an, kommt es zum psychischen Hospitalismus. Schon ein Krankenhaus- oder Heimaufenthalt von fünf Monaten kann zu irreversiblen Schäden führen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Symptome und Beschwerden
  • 2 Folgen und Komplikationen
  • 3 Vorbeugung
  • 4 Ausblick
  • 5 Verwandte Themen

Symptome und Beschwerden

  • Intellektuelle und emotionale/affektive Retardierung
  • körperliche Retardierung, Abmagerung
  • Erhöhte Krankheitsanfälligkeit und Sterblichkeitder Säuglinge und Kinder
  • Störungen des Appetits(Appetitverminderung oder übermäßige Esslust)
  • Regression, Abbau kognitiverFähigkeiten, kindisches Verhalten
  • motorische Verlangsamung
  • Teilnahmslosigkeit bis zur Apathie, Passivität
  • Kontaktstörungen und Wahrnehmungsstörungen, die das Ausmaß eines Autismuserreichen können
  • depressiveStimmung, Weinerlichkeit und Jammern
  • Tendenz zur Anklammerung an Bezugspersonen (anaklitische Depression)
  • Wahrnehmungsstörungen, verminderte Wahrnehmung der Außenwelt
  • motorische Unruhe
  • motorische Stereotypienwie z.B. Jaktation(Jactatio capitis- Kopfwackeln, Jactatio corporis- Schunkeln)
  • Störungen der Aufmerksamkeit und der Konzentration, schnelle Ermüdbarkeit
  • geringe/fehlende Frustrationstoleranz
  • mangelnde soziale Integration, keine Sozialisation

Folgen und Komplikationen

Die Langzeitfolgen des Deprivationssyndroms bzw. psychischen Hospitalismus sind gravierend. Die Betroffenen leiden auch noch als Erwachsene unter mangelnder Frustrationstoleranz und fehlender sozialer Integration. Es kann sich eine Bindungsstörung oder eine Anpassungsstörung entwickeln. Bei erwachsenen Patienten im Krankenhaus oder im Seniorenheimkommt es häufig zu Depressionen und zum Abbau kognitiver, auch zu Abmagerung.

Vorbeugung

Inzwischen hat sich zum Beispiel in vielen Krankenhäusern das so genannte Rooming indurchgesetzt, das heißt, dass die Eltern bei ihren Kindern bleiben dürfen. Dabei wird den Eltern auch der Hautkontakt mit ihren Kindern (Bonding) gestattet, damit das Kind Urvertrauenentwickeln kann. Für kranke oder behinderte Menschen gibt es mittlerweile Alternativen zum Heim, beispielsweise betreutes Wohnen, Besuchsdienste im Krankenhaus oder Altersheim und die ambulante Pflege (Haus-Krankenpflege).

Ausblick

Mittlerweile versucht man, Flüchtlings- oder Waisenkinder in geeigneten Pflegefamilienoder in Kinderdörfernunterzubringen, damit es nicht zu Deprivations-Erscheinungen kommt. In Hamburggibt es die Stiftung Alsterdorfer Anstalten, wo Menschen mit kognitiver Behinderungund ohne Behinderung gemeinsam in einer Dorfanlage leben.

Von der Stadt Geelim Nordosten Belgiensaus verbreitet sich das integrative Therapieprogramm, bei dem psychisch kranke Menschen bei Familien aufgenommen werden. Leider wird u.a. auf politischer Ebene noch zu wenig getan, um die psycho-soziale Situation der Patienten in den Krankenhäusern und Seniorenheimen zu verbessern.

Verwandte Themen

Hospitalismus, Pagodenwackeln, Deprivation, Verwahrlosung, Vernachlässigung, Bindung (Psychologie), Bindungsstörung, Anpassungsstörung, Belastungsstörung, kognitive Behinderung




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