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Herzgeräusch ist ein Begriff aus der Medizinund bezeichnet ein in oder am Herzenentstehendes Geräusch, das von außen am Brustkorbmit Hilfe eines Stethoskops(Auskultation), eines Mikrofons(Phonokardiografie) oder bei lauten Geräuschen auch mit aufgelegtem Ohr vernommen werden kann. Im Gegensatz zu den "normalen" Herztönentreten Herzgeräusche nur bei manchen Menschen auf. Ein systolisches Herzgeräusch (Systolikum) tritt während der Auswurfphase (Systole), ein diastolisches Herzgeräusch (Diastolikum) hingegen während der Füllungsphase (Diastole) des Herzens auf. Seltener sind kontinuierliche (systolisch-diastolische) Herzgeräusche.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Terminologie - Einteilung
- 2 Bedeutung
- 2.1 Systolisches Herzgeräusch
- 2.2 Diastolisches Herzgeräusch
- 2.3 Sonstiges Herzgeräusch
- 2.4 Für den Patienten
- 3 Literatur
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Terminologie- Einteilung
Neben der o. g. Einteilung in systolisch, diastolisch und kontinuierlich werden Herzgeräusche häufig nach ihrer Lautstärkeund dem Ort der größten Lautstärke (punctum maximum, abgekürzt p. m.), gelegentlich auch nach ihrem Geräuschmuster und ihrer Geräuschqualität eingeteilt.
Dabei wird die Lautstärke oder Intensität in vier oder sechs Graden klassifiziert. Ein Herzgeräusch ist 2/6° laut, wenn es leise, aber klar hörbar ist.
Der Ort größter Lautstärke wird anatomisch(Beispiel: "zweiter Interkostalraum rechts", abgekürzt 2. ICR re.) oder nach der vermutlich verursachenden Herzklappe(Beispiel: "Aortenareal") beschrieben.
Das Geräuschmuster wird als ansteigend (crescendo), abfallend (decrescendo) oder bandförmig beschrieben (vgl. Tonstärke) und die Geräuschqualität häufig mit Begriffen wie rauh, reibend, hauchend oder musikalisch belegt.
Auch die Dauer (früh-, mittel- oder spätsystolisch bzw. -diastolisch) und die Ausstrahlung (in die Halsschlagadernoder die Achselhöhle) eines Herzgeräusches können von Bedeutung sein.
Bedeutung
Systolisches Herzgeräusch
Ein systolisches Herzgeräusch kann insbesondere bei Jugendlichen, Schwangeren und bei Aufregung oder nach Anstrengung völlig normal sein. Es kann aber auch Ausdruck eines Herzfehlers sein, dann meist
- einer Öffnungsbehinderung einer Taschenklappe (Aortenstenose, -skleroseoder Pulmonalstenose) oder
- einer Schlussunfähigkeit einer Atrioventrikularklappe (Mitralinsuffizienzoder Trikuspidalinsuffizienz).
- Seltenere Ursachen eines Systolikums sind die Hypertrophische Kardiomyopathie, der Ventrikelseptumdefektoder die Aortenisthmusstenose.
Diastolisches Herzgeräusch
Ein diastolisches Geräusch weist immer auf einen krankhaften (pathologischen) Prozess am Herzen hin. Dabei handelt ist sich um
- eine Schlussunfähigkeit einer Taschenklappe (Aorteninsuffizienzoder Pulmonalinsuffizienz) oder
- eine Verengung einer Atrioventrikularklappe (Mitralstenoseoder die sehr seltene Trikuspidalstenose)
Sonstiges Herzgeräusch
Kombinierte Aortenklappenfehler (Aortenstenose und -insuffizienz) sowie viele komplexe Herzfehler führen zu systolisch-diastolischen Geräuschen. Sehr typisch für den offenen Ductus arteriosusist ein solches Geräusch, wenn es unterhalb des linken Schlüsselbeinesam lautesten ist. Auch das sog. Perikardreiben bei einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) ist typischerweise sowohl in der Systole als auch in der Diastole vernehmbar.
Für den Patienten
Da manche Herzgeräusche völlig normal sind und andere bereits bei leichten krankhaften Veränderungen auftreten können, lässt der Geräuschbefund allein meist noch keine Aussage über dessen Bedeutung zu. Zwar können kardiologischerfahrene Ärzte mit den Befunden der körperlichen Untersuchung inkl. Auskultation oft bereits eine recht genaue Diagnosestellen, zuverlässig aber lässt sich die Ursache eines Herzgeräusches oft erst mit Hilfe der Echokardiografieklären.
Literatur
- Walter Siegenthaler (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose. 19. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart - New York 2005 ISBN 3-13-344819-6
- Douglas P. Zipes et al. (Hrsg.): Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. 7. Auflage. W.B. Saunders Company, Philadelphia 2004 ISBN 1-41-600014-3
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