| |
Dichotomie (griechischd?ch?t?mos ?entzweigeschnitten? ausdicha ?zweigeteilt, getrennt? und tome ?Schnitt?) bedeutet die Aufteilung in zwei Strukturen oder Begriffe.
Spezielle Verwendungen
- In der Anatomieoder Biologiespricht man von Dichotomie oder einer dichotomen Teilung, wenn die ursprüngliche Sprossachsein zwei gleiche Teile oder Gabelnauswächst. So teilt sich die Luftröhrein zwei Hauptbronchien.
- In der Volkswirtschaftslehrewird die Trennung von Variablen in nominaleund realeVariablen als (neo)klassische Dichotomie bezeichnet.
- In der visuellen Astronomiebedeutet es Halbphase: ein innerer Planet(Merkuroder Venus) ist von der Erdeaus gesehen zur Hälfte beleuchtet, vergleichbar dem Halbmond.
- In der Planetologiesteht der Begriff für die unter den festen Himmelskörpern verbreitete Erscheinung von zwei auffallend unterschiedlich gestalteten Halbkugeln. Die bekanntesten Beispiele sind neben der Erde und ihrem Mondder Marsund der Jupitermond Iapetus.
Erkenntnistheoretische Bedeutung
In der Mathematik, der Philosophie, der Logikund der Linguistikwird damit im strengen Sinne die Trennung eines Begriffs in zwei Unterbegriffe, die sich gegenseitig ausschließen, bezeichnet.
- Beispiele
- Die Einteilung der Zahlenin rationaleund irrationaleZahlen;
- Die Teilung von Menschund Naturoder von wahrund falschim Sinne eines unüberwindbaren Gegensatzes
- auch übertragen in Schwarz-Weiß-Malerei.
Bei einer dichotomen Einteilung ist der Fehler der unangemessenen Einteilung ausgeschlossen. Es wird gefordert, dass zwei einander komplementäreBegriffe den Umfang oder die Bedeutung des ursprünglichen Begriffes vollständig umfassen. Eine unvollständige Einteilung oder eine sich überschneidende Einteilung ist somit nicht möglich. Die Vereinigung der dichotomen Begriffe führt wieder zum Ursprungsbegriff.
- Beispiel 1
- Der Schüler ist ein Lebewesen; Lebewesen können sich bewegen oder ruhig verhalten, hieraus folgt mit Notwendigkeit, dass der Schüler sich entweder ruhig verhalten kann oder sich bewegt; aber es ist nicht notwendig, dass er sich ruhig verhält.
Auf der ersten, philosophischen Ebene handelt es sich hierbei um eine klassische, (wenn auch geringfügig abgewandelt) von Platon stammende Dichotomie ? auf der zweiten, sophistischenEbene natürlich um einen Scherz.
Der Mangel einer dichotomen Einteilung ist allerdings offensichtlich:
Der plakative Gebrauch führt zu einer Verkürzung. So sind Unterteilungen in alt und jung, Stadt und Land, Schwarz und Weiß (im Sinne der Hautfarbe) dazu geeignet, mögliche Gemeinsamkeiten über den Unterschieden vergessen zu lassen ? oder nicht zu erkennen. Die Natur des ungeteilten Begriffs bleibt prinzipiell ungewiss.
Für konkrete Fragestellungen ist dieser Mangel jedoch zu vernachlässigen:
- Beispiel 2
- Untersucht werden sollte, ob die Stadt-Land-Dichotomie noch eine erkenntnisleitende Funktion haben kann, nämlich ob sie für die Lebenssituation von älteren Menschen in Stadt und Land Erkenntnisse erbringen kann, die dann zu unterschiedlichen Konsequenzen und Ansätzen innerhalb der Altenhilfeplanung führen können oder gar müssen.
- (Ein Arbeitsziel als Zitat aus: Prof. Dieter Rohloff. Eine kritische Überprüfung der Stadt-Land-Dichotomie? Analyse der Lebenssituation älterer Menschen in schottischen, ländlichen Regionen, im Landkreis Wittmund (SG Holtriem) und in Emden-Barenburg anhand ausgewählter Kriterien).
Siehe auch
Dihairese, Trichotomieen:Dichotomy
es:Dicotomía
he:?????????
no:Dikotomi
sv:Dikotomi
Seitenkategorien: Erkenntnistheorie| Logik
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|