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Differenziertes

Bei der Differenzierungsfähigkeit geht es um die Genauigkeit und Feinabstimmung einer Bewegung. Die Muskeln, Bänderund Sehnenliefern kinästhetischeInformationen, welche für motorischeBewegungen situativ umgesetzt werden können. Ein gutes Beispiel ist das Ballgefühl. Ebenso kann das Zusammenspiel zwischen Augeund Handgenannt werden, wenn man einen Fadenin eine Nadelführt. Es läuft ein dauernder Austausch von Informationen über die augenblickliche Position (zum Beispiel der Hand), die notwendige Stellungskorrektur, den Erfolg der Korrektur und die weitere, dann nötige Bewegung. Je häufiger solche Aktionen trainiert werden, um so dichter wird die neuronale Verschaltung der an diesem Prozess beteiligten Neuronen. Um einen Ball oder einen Stein wirklich gezielt zu werfen, muss der Moment, wo die Wurfhand loslässt, im Bereich von Mikrosekundendefiniert sein. Diese Zeitbestimmung ist für die Arbeitsgeschwindigkeit unseres Nervensystemswesentlich zu kurz, es wird angenommen, dass dieses Problem durch Parallelschaltungetlicher tausend beteiligter Neuronen bewältigt wird. Dann wird auch verständlich, dass so ein Kunststücknur gelingen kann, wenn es vorher über lange Zeit sehr häufig geübt wurde. Nur so kommt es zu dieser für die Treffsicherheit notwendigen Parallelschaltung und zur zusätzlichen Beteiligung weitere Neurone an der Problemlösung.

Bei solchen Aktionen ist ein feinabgestimmtes Zusammenspiel zwischen mehreren Zentren des Groß- und Kleinhirnsnotwendig. Wie komplex dieser Vorgang ist, wird deutlich, wenn man die Entwicklung von autarkenRoboternverfolgt, die, ohne wesentliche Ansprüche an die Flüssigkeit oder Eleganz einer Bewegung zu stellen, die Aufgabe bekommen, mit einem bildverarbeitenden System einen Gegenstand zu identifizieren, in ein dreidimensionalesKoordinatensystemeinzuordnen und dann mit einem Greifwerkzeug zu erfassen. Das dazu notwendige Programmbeschäftigt im Hintergrund einen ausgesprochen leistungsfähigen Rechner.

Notwendig hierzu ist unbedingt das stereoskopischeSehen, die Gesichtsfelder beider Augen müssen sich sehr weit überlagern. Eine solche dreidimensionale Information über das betroffene Objekt dann in exakt gezielte Bewegungen umsetzen zu können, ist allerdings kein Privileg des Menschen. Als Beispiel seien die Flugkünste einer Libellegenannt oder die erstaunliche Geschicklichkeit eines Tintenfisches, der mit seinen acht Armen sehr anspruchsvolle feinmotorische Aufgaben lösen kann.




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