Bild:Dipl.-Kfm..jpg Beispieleiner Diplom-Urkundeeiner Universität
Als Diplom-Kaufmann (Dipl.-Kfm.) bzw. Diplom-Kauffrau (Dipl.-Kffr.) werden Hochschulabsolventenvon Universitätenund gleichgestellten Hochschulen oder Fachhochschulabsolventen der Fachhochschulenbezeichnet, die eine betriebswirtschaftlicheFachrichtung, als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, abgeschlossen haben und deren jeweilige Studien- und Prüfungsordnung den akademischen Gradeines Diplom-Kaufmanns bzw. einer Diplom-Kauffrau vorsehen. Fachhochschulabsolventen müssen den akademischen Grad mit dem Zusatz (FH) für Fachhochschule führen. Der Regelabschluss für Fachhochschulabsolventen der Betriebswirtschaftslehre lautet jedoch Diplom-Betriebswirt/in (FH).
Diplom-Kaufleute und akademische Betriebswirte bilden zusammen mit den Ökonomenund Volkswirtensowie unter Umständen anderen wirtschaftswissenschaftlich orientierten Akademikern (z.B. Wirtschaftspädagogen, -informatiker, -geographen, -ingenieure, -juristen, -statistiker, -historikern, Ökonometriker) die Gruppe der Wirtschaftswissenschaftler.
An Universitäten liegt der Studienschwerpunkt im wissenschaftlichen Bereich, wobei an Fachhochschulen diese wissenschaftlichen Erkenntnisse besonders praxisnahe vermittelt und angewandt aber auch weiterentwickelt werden.
An staatlichen Berufsakademienkann eine staatliche Abschlussbezeichnung als Kaufmann und als Diplom-Betriebswirt (BA) erlangt werden, die kein akademischer Gradund entsprechend mit dem Zusatz Berufsakademie (BA) zu kennzeichnen sind. (Hinweis: Einen Diplom-Kaufmann (BA) gibt es nicht.)
Inhaltsverzeichnis
- 1 Zugangsvoraussetzung
- 2 Aufbau des Studiums
- 2.1 Grundstudium
- 2.2 Hauptstudium
- 3 Abschluss
- 4 Tätigkeits- und Berufsfelder
- 5 Das Studium mit dem Ziel Diplom-Kaufmann im Ausland
- 5.1 Schweiz
- 5.2 Österreich
- 5.3 Weitere Länder
- 5.4 Internationaler Vergleich
- 6 Historische Entwicklung des Diplom-Kaufmann
- 7 Weitere Informationen
|
Zugangsvoraussetzung
Ein Betriebswirtschaftsstudium an einer Universität oder einer Fachhochschule setzt die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die fachgebundene Hochschulreife oder einen vergleichbaren Bildungsabschluss voraus.
Aufbau des Studiums
Die Regelstudienzeitbeträgt acht bis zehn Semester. Das Studiumgliedert sich in Grund- und Hauptstudium. Das Grundstudiumdauert drei bis vier Semester, das Hauptstudiumweitere vier bis sechs Semester. Laut Statistischen Bundesamtbetrug die tatsächliche Studiendauer an Universitäten im Bereich Wirtschaftswissenschaften durchschnittlich11,0 Fachsemesterim Prüfungsjahr 2002.
Grundstudium
Das Grundstudiumbesteht aus verschiedenen, oftmals studienbegleitenden Fachprüfungen (Module) und ist an vielen Universitäten identisch mit dem Grundstudium der Diplom-Volkswirte sowie der Diplom-Handelslehrer.
Ein Beispiel für den Aufbau des Grundstudiums:
- Volkswirtschaftslehre
- Betriebswirtschaftslehre
- Mathematikund Wirtschaftsinformatik
- Statistikund Ökonometrie
- Rechtfür Wirtschaftswissenschaftler
- Buchführung
Hauptstudium
Das Hauptstudiumbesteht aus verschiedenen, oftmals studienbegleitenden Fachprüfungen (Module) und Ergänzungsfächern sowie der Diplomarbeit, welche mit Kreditpunkten(ECTS) gewichtet, die Abschlussnote ergeben.
Ein Beispiel für den Aufbau des Hauptstudiums:
- Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
- Allgemeine Volkswirtschaftslehre
- Erste Besondere Betriebswirtschaftslehre
- Zweite Besondere Betriebswirtschaftslehre
- Wahlpflichtfach
- Ergänzungsfächer
- Diplomarbeit
Es können durchaus auch zwei Wahlpflichtfächer und nur eine Besondere Betriebswirtschaftslehre gewählt werden und Ergänzungsfächer wegfallen. Eine weitere Bezeichnung für Besondere ist Spezielle Betriebswirtschaftslehre.
Abschluss
Das Grundstudium endet mit dem Vordiplom. Das Hauptstudium endet mit dem akademischen Grad Diplom-Kauffrau bzw. Diplom-Kaufmann, welcher einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss eines einstufigen Studiengangs darstellt.
Ein gutes universitäres Diplom ist Voraussetzung für eine Promotion in einem wirtschaftswissenschaftlichen Teilgebiet (z.B. BWL, VWL, Wirtschaftspädagogik, Statistik, Ökonometrie, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsgeschichte). In Ausnahmefällen genügt auch ein sehr gutes FH-Diplom.
Tätigkeits- und Berufsfelder
Diplom-Kaufleute nehmen leitende, planende, analysierende und beratende Aufgaben bei
- kleinen, mittelgroßen und großen Unternehmenverschiedener Branchenzugehörigkeit,
- in öffentlichen Verwaltungen,
- in Forschungund Lehre,
- bei Verbänden, Gewerkschaften, Kammern (IHK, HwK),
- außerdem freiberufliche Tätigkeiten wahr,
- und sie können Steuerberaterund Wirtschaftsprüferwerden.
Das Studium mit dem Ziel Diplom-Kaufmann im Ausland
Schweiz
In der Schweiz ist der Grad Dipl.-Kaufmann als Abschluss einer Hochschule nicht bekannt. Lange Zeit gab es den Betriebsökonomen HWV, der heute als Betriebsökonom FHbezeichnet wird. Der klassische universitäre Abschluss ist das Lizentiat. Dementsprechend bei Wirtschaftswissenschaften: lic. oec.Meistens wird noch die Abkürzung der Hochschule verwendet. Als Beispiel sei hier die Universität St. Gallengenannt, welche als Kürzel HSGverwendet.
Österreich
Der Grad Diplom-Kaufmann wurde in Österreich bis in die 1970iger Jahre verliehen. Hier lautete die Abkürzung Dkfm. Seither schließt man ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Titel Magister/Magistra (Universität), oder Magister/Magistra (FH) (Fachhochschule) ab.
Weitere Länder
Im Laufe der Jahre haben sich die Bachelor- bzw. Masterabschlüsse in den Wirschaftswissenschaften weltweit durchgesetzt.
Viele Studenten der Wirtschaftswissenschaften profitieren von dieser systematischen Globalisierung, da sie beispielsweise nach ihren Bachelorabschluss den Masterabschluss an einer anderen Hochschule ablegen können. Dieser Vorgang verläuft in der Regel reibungslos, da diese Abschlüsse einem weltweit geltenden System unterliegen, wo alle abgelegten Fächer an einer anderen Hochschule automatisch anerkannt werden. Die Umrechnung von an verschiedenen Universitäten erbrachten Leistungen erfolgt meistens nach dem Kreditpunktesystem (ECTS). Viele Diplomstudiengänge zum Dipl.-Kfm. wurden seit 1999 modularisiertund damit auch das Kredit-, Leistungs- oder Studienpunktesystem eingeführt. Dies erleichtert den internationalen Wechsel an andere Studienorte und die Vergleichbarkeit.
Beispielsweise in Lateinamerika herrscht immer noch die Abschlussform von "Licenciado", abgekürzt Lic. Problematisch ist dabei, dass dieser Abschluss nicht weltweit anerkannt wird. Ein Lizenziar der Wirtschaftswissenschaften kann nicht mit einem Diplom-Kaufmann verglichen werden und umgekehrt. Ein Diplom-Kaufmann wird in Lateinamerika als Lizenziar eingestuft.
Internationaler Vergleich
Das Diplom, insbesondere das universitäre, ist mit dem Mastervergleichbar, siehe Master.
Historische Entwicklung des Diplom-Kaufmann
Den Abschluss "Diplom-Kaufmann" gibt es in Deutschland seit ungefähr 1910. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es diesen Grad in der Bundesrepublik Deutschland und gibt es ihn bis heute, es gab ihn in Österreich und bis in die fünfziger Jahre auch in der Deutschen Demokratischen Republik.
In den letzten Jahren wird der Diplomstudiengang "Diplom-Kaufmann" durch das gestufte Bachelor-Mastersystem (M.Sc. oder M.A.) substituiert. Seit 1999 findet bei bestehenden Diplomstudiengängen eine Modularisierung statt, d.h. es gibt studienbegleitende Fachprüfungen, die mit Kreditpunkten gewichtet in die Endnote eingehen. Auch die Diplomarbeit selbst kann mit Kreditpunkten gewichtet werden.
Zuvor war es so, dass am Ende des Grund- und des Hauptstudiums große Zwischen- und Abschlussprüfungen stattfanden. Studienleistungen während des Studiums gingen selten ein. Die Folge ist, aus wenigen sehr großen Prüfungen plus Diplomarbeit, sind nun viele kleine Prüfungen (durchaus 30 Prüfungen/Klausuren/Seminararbeiten jeweils im Grund- und im Hauptstudium) geworden, plus das Anfertigen einer Diplomarbeit (Dauer: 3 bis 12 Monate; Gewichtung in der Endnote: 15 % bis 25 %).
Weitere Informationen
- Wirtschaftswissenschaft
- Volkswirtschaftslehre
- Betriebswirtschaftslehre
- Betriebswirt
- Diplom
- Studium
- Diplom-Studiengang
- Graduierung
- Liste akademischer Grade (Deutschland)
- Doktor
- Wirtschaftspädagogik
- Diplom-Volkswirt
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Betriebswirtschaftslehre}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
|
Seitenkategorien: Betriebswirtschaftslehre| Beruf| Akademische Bildung| Abschlüsse und Zertifikate
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|