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Vogelbeere oder Eberesche
Bild:Illustration Sorbus aucuparia0.jpg
Vogelbeere oder Eberesche (Sorbus aucuparia), Illustration
Systematik
Abteilung: Blütenpflanzen(Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche(Rosidae)
Ordnung: Rosales
Familie: Rosengewächse(Rosaceae)
Unterfamilie: KernobstgewächseMaloideae
Gattung: Mehlbeeren(Sorbus)
Wissenschaftlicher Name
Sorbus aucuparia
L.1753

Die Vogelbeere, auch Eberesche genannt, (Sorbus aucuparia) ist ein Baum in der Gattung Mehlbeeren(Sorbus). Andere Bezeichnungen sind Drosselbeere, Quitsche, Speierling (fälschlich) oder Krametsbeerbaum. Die Zugehörigkeit zu der Unterfamilie KernobstgewächseMaloideae kann man bei genauer Betrachtung der Früchte gut erkennen, sie sehen wie kleine Äpfel aus.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Vorkommen
  • 2 Eigenschaften
    • 2.1 Krankheiten
  • 3 Vogelbeere in der Küche
  • 4 Vogelbeere in der Pflanzenheilkunde
  • 5 Kulturelles
  • 6 Literatur
  • 7 Weblinks

Vorkommen

Die Vogelbeere ist in Europa(mit Ausnahme des Mittelmeerraumes) sowie in den gemäßigten Bereichen Asiensheimisch. Die Vogelbeere ist ein schneller Besiedler von Brachflächenund kommt auf Lichtungen, in Hecken oder an Waldrändern vor. Im Gebirgefindet man den Baum bis an die Baumgrenze.

Eigenschaften

Bild:Eberesche.jpg
Eberesche als Feldgehölz

Die Vogelbeere ist mit einer durchschnittlichen Höhe von bis zu 15 m ein kleinwüchsiger Baum. In seltenen Fällen erreicht ein Vogelbeerbaum 25 m.

Der deutsche Name stammt von den orangefarbigen Beeren, die der Baum im Herbst trägt und die gerne von Vögeln gefressen werden. Mit dem Kotder Vögel werden die Samenweit verbreitet. Die runden Beeren haben einen Durchmesser von etwa 1 cm. Sie enthalten viel Vitamin C, wirken aber aufgrund des Gehaltes an Parasorbinsäureabführend. Der Geschmack wird durch Äpfelsäureund Gerbstoffebestimmt, die dem Menschen den Verzehr der Beeren trotz ihres Zuckergehaltes von über 10% verleiden.

Die Blätter sind unpaarig gefiedert und dabei etwa 15 cm lang; ein Blatt hat in der Regel zwischen 9 und 19 Fiedern, die am Rand gesägt sind.

Die Eberesche blüht auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juli, die Früchte reifen August/September.

Die Eberesche oder Vogelbeere ist eine Aber-Esche, eine falsche Esche. Nur auf den ersten Blick erscheint sie mit ihrem gefiederten, am Blattrand jedoch scharf gesägten Laub eschenverwandt. Ihr zweiter Name Vogelbeerbaum spricht die Vorliebe der Vögel für die scharlachroten Beeren an; für den Menschen sind sie zwar ungiftig, aber roh ungenießbar. Fruchtrote Ebereschenzweige lockten vor allem die Krammetsvögel, die Wacholderdrosseln ins Netz oder auf die Leimrute. Darauf spielt auch der botanische Name, der vogelfängerische Sorbus, an. Die Eberesche ist eine wichtige Futterpflanze für 31 Säugetier- und 72 Insektenarten, darunter 41 Kleinschmetterlinge und zwölf Rüsselkäfer. Von den Früchten leben 63 Vogel und 20 Säugetierarten.

Krankheiten

Seit 1960 wurden bei Ebereschen im mitteleuropäischen Raum starke Krankheitssymptome beobachtet, darunter chlorotische Ringe und Scheckungen. Reduziertes Wachstum und langsamer Verfall wurden ebenfalls beobachtet. Untersuchungen (Lit.: Benthack) deuten darauf hin, dass es sich vermutlich um ein Virus handelt, welches mit der Familie der Bunyavirenverwandt ist.

Vogelbeere in der Küche

Bild:Vogelbeeren.jpg
Reife Vogelbeeren

Die Beeren enthalten, neben der wenig schmackhaften Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann, große Mengen Vitamin C (bis zu 100 mg pro 100 Gramm Beeren) sowie Provitamin A und Sorbit, einen Zuckeraustauschstoff. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist. Gekochte Beeren können auch in größeren Mengen gegessen werden.

Der magenfreundliche Sechsämtertropfen, der seit mehr als hundert Jahren im Fichtelgebirgegebrannt wird, weist als Grundstoff Vogelbeeren auf. Auch der tschechische Ebereschenlikör, der Jarcebinka, ist eine Spezialität aus diesen Früchten.

Vogelbeere in der Pflanzenheilkunde

Bild:Sorbus aucuparia Wilde lijsterbes bloemen closeup.jpg
Blüten der Vogelbeere

Auch wenn sich im Volksglaube hartnäckig das Gerücht hält, die Früchte seien giftig, ist dies nicht richtig. Täglich ein paar rohe Früchte gekaut, sind dem Stuhlgang förderlich; getrocknet dagegen gelten die Beeren als Hausmittel gegen Durchfall. Aufgrund der Parasorbinsäureder Früchte rufen größere Mengen rohgegessen Magenbeschwerdenhervor. Nach den ersten Frösten verlieren die Früchte ihren bitteren Geschmack, und werden leicht süßlich.

Kulturelles

Der Vogelbeerbaum war den Germanenals Thorgeweihter Baum heilig. Die Vogelbeere wurde in Deutschland zum Baum des Jahres1997erklärt.

Das Holz der Vogelbeere ist elastisch feinfasrig und schön gemasert. Es eignet sich daher sehr gut zu Drechsler und Schnitzarbeiten. In den ärmlichen Waldgegenden war das Holz bei den Drechslern und Spielzeugmachern so begehrt, dass die Förster früher Not hatten, die Bäume vor den ihren Holzbedarf nicht gern teuer kaufenden armen Drehern von Spielwaren zu beschützen.

Im Erzgebirgehat der Vogelbeerbaum den Status eine Nationalbaums und wird im Volkslied vom "Vugelbeerbaam" von den Geschwistern Caldarellibesungen.

Literatur

Bild:Sorbus aucuparia Wilde lijsterbes bloeiwijze.jpg
Blütenstand und Blätter der Vogelbeere
  • W. Benthack, N. Mielke, C. Büttner, H.-P. Mühlbach: Double-stranded RNA pattern and partial sequence data indicate plant virus infection associated with the ringspot disease of European mountain ash (Sorbus aucuparia L.). In: Arch. Virol. 150/2005, S. 37-52

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png
   
Wiktionary: {{{2|Vogelbeere}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Bild:Commons-logo.svg
   
Commons: {{{2|Sorbus aucuparia}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
  • Vogelbeerbaum im Natur-Lexikon
  • Umfangreiche Informationen zur Eberesche
  • Einige Fachbeiträge zur ökologischen Bedeutung der Vogelbeere


da:Røn (Sorbus aucuparia)

en:Rowan et:Harilik pihlakas fr:Sorbier des oiseleurs ja:ナナカマド nl:Wilde lijsterbes pl:Jarz?b pospolity fi:Pihlaja sv:Rönn uk:???????? ????????

Von "http://de.wikipedia.org/Vogelbeere"



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