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Die Bakterienruhr (syn.:Shigellose, Shigellendysenterie, Shigellenruhr) bezeichnet die von Shigellen, einer Bakterienart, ausgelöste Durchfallerkrankung. Die Bakterienruhr ist zu trennen von der Amöbenruhr, ausgelöst durch den ParasitenEntamoeba histolytica. Eine Meldepflichtbesteht bei Verdacht, Erkrankungund Tod.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Symptome und Beschwerden
- 2 Ursachen
- 3 Komplikationen
- 4 Verbreitung
- 5 Vorbeugung und Behandlung
- 6 Quellen
- 7 Weblinks
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Symptomeund Beschwerden
Die Bakterienruhr hat eine Inkubationszeitvon 2-7 Tagen. Die Krankheit beginnt mit kollikartigen Bauchschmerzen und Diarrhö. Es kommt zu häufigen Stuhlentleerungen, die schmerzhaft sein können. Nach einigen Tagen tritt i.d.R. die Genesung ein. Der große Flüssigkeits- und Elekrolytverlust stellt die größte Gefahr dar, durch den es zu Nierenversagen, Kreislaufkollaps, Krämpfen und Koma kommen kann. Nach Art des Stuhls unterscheidet man die weiße und die rote Ruhr. Bei der weißen Ruhr ist der Schleim schleimig und hell, bei der roten Ruhr blutig. Als Krankheitsfolge kann es zum Reiter-Syndrom kommen. Nach überstandener Erkrankung scheiden die Person noch ca. 4 Wochen Erreger aus.
Ursachen
Die Ursache ist eine Infektionmit folgenden Arten von Bakterien:
- Shigella dysenteriae (Tropen/Subtropen): bildet sowohl ein Endotoxin, welches zu Dickdarmgeschwüren führt, als auch ein Exotoxin(Shiga-Toxin), das zu starken, auch blutigen Durchfällenund Kreislaufbeschwerden führt. Die Letalitätliegt bei 60%.
- Shigella boydii (Indien, Nordafrika)
- Shigella flexneri (seltener, weniger dramatisch, östliche Länder sowie USA)
- Shigella sonnei (Westeuropa, relativ ungefährlich)
Komplikationen
Bei schweren Verläufen kann es zu Komplikationenkommen, wie etwa Darmblutungen, Darmperforationen, Verlust von Wasserund Salzen (Elektrolyte) sowie die reaktive Arthritis.
Verbreitung
Die Bakterienruhr ist eine Erkrankung der Notzeiten, demzufolge tritt sie hauptsächlich bei einer geschwächten Immunabwehrauf. Heutige Fälle in Westeuropatauchen entsprechend meist in Notquartieren auf. Der Mensch ist Erregerreservoir.
Die Infektionerfolgt fäkal-oral, insbesondere über infizierte Nahrungsmitteloder Trinkwasser. Dabei ist eine Infektionsdosis von unter 100 Bakterien ausreichend. Im Gegensatz zu den ähnlichen Salmonellensind Shigellensäurestabil, werden also im Magennicht abgetötet.
Vorbeugungund Behandlung
Die grundlegende Vorbeugungsind Hygienemaßnahmen wie etwa Sauberkeitbei der Trinkwasser- und Nahrungszubereitung, regelmäßige Händedesinfektionund Fäkalienbeseitigung.
Die Diagnostikwird anhand der klinischen Symptomatikgestellt. Der Erregerwird mittels einem Abstrichaus dem Enddarmnachgewiesen.
Die Therapiebesteht aus einer Verbesserung der Immunabwehr des Patienten, Ersatz von Wasserund Elektrolytensowie Antibiotikawie Chinoloneoder Ampicillinintravenös. Da einige Shigellendurch R-Plasmidemultiresistentsind, ist eine eventuelle Korrektur der Antibiotikanach Antibiogrammerforderlich. Bei krampfartigen Bauchschmerzen kann die Gabe eines Spasmolytikumswie N-Butylscopolamin sinnvoll sein.
Obstipierende Mittelwie Loperamidunterdrücken zwar die Durchfälle, verzögern aber die Ausscheidungder Erregeraus dem Körper, sind deswegen höchstens kurzfristig einzusetzen.
Quellen
- Herold: Innere Medizin, 2001en: Shigellosis
et: Düsenteeria
es: Shigelosis
nl: Shigella
pt: Disenteria bacteriana
fi: Punatauti
Weblinks
Robert-Koch-Institut: Shigellendysenterie
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