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Efeu

Efeu
Bild:Efeu uf.JPG
Efeublätter
Systematik
Abteilung: Bedecktsamer(Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche(Rosidae)
Ordnung: Apiales
Familie: Araliengewächse(Araliaceae)
Gattung: Efeu(Hedera)
Art: Efeu
Wissenschaftlicher Name
Hedera helix
L.
Bild:Illustration Hedera helix0.jpg
Illustration aus einem Pflanzenbuch von 1885

Der gemeine Efeu (Hedera helix) gehört zur Familieder Araliengewächse(Araliaceae).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Beschreibung
  • 2 Verbreitungsmechanismen
  • 3 Efeu in der Pflanzenheilkunde
  • 4 Der Efeu als Gartenpflanze
    • 4.1 Historische Entwicklung
    • 4.2 Efeu-Sorten
  • 5 Efeu in der Symbolik
  • 6 Efeu im Aberglauben und im Brauchtum
  • 7 Efeu in der Kunst
  • 8 Weblinks

Beschreibung

Es ist eine immergrüne, mehrjährige Pflanze, die durch Haftwurzeln in der Lage ist, an Mauern empor zu ranken und dabei Höhen bis zu 20 Meter erklimmen kann. Fehlen solche Klimmstützen, so überwuchert der Efeu gelegentlich flächendeckend den Boden. Manche Formen sind in weiten Teilen Europas winterhart, andere Formen sind nur in günstigen Klimaten winterhart oder werden als Zimmerpflanzenverwendet.

Sehr auffällig beim Efeu ist die Heterophyllie: Alterformen und Jugendformen haben unterschiedliche Blattformen.

Der Efeu ist der einzige Wurzelkletterer in Mitteleuropaund der einzige mitteleuropäische Repräsentant der Araliengewächse. Efeu entstammt den Tropenwäldern des Tertiär. Daran erinnern die Träufelspitzen seiner Blätter, die das Wasser rasch ableiten. Efeu in extrem schattigen Lagen kommt nie zum Blühen, bildet also nur Kriechsprossenaus. Mit Stecklingen in feuchter Erde lässt sich die Pflanze leicht vermehren und behält dann seine Jungenform bei. Eine Efeu-Pflanze, die aus einer Altersform durch vegetative Vermehrung hervorgegangen ist, behält ihren aufrechten Wuchstyp bei und kann niemals Kriechsprossen ausbilden.

Efeu blüht in den Monaten September bis Oktober und stellt auch damit eine Besonderheit innerhalb der mitteleuropäischen Flora dar, deren Blütezeit zum größten Teil in den Frühjahrs- und Sommermonaten liegen. Aufgrund dieser späten Blüte ist der Efeu eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wespenund Schwebfliegen.
Die unscheinbar kleinen gelbgrünen Blüten erscheinen nur an älteren Pflanzen. Sie treten in halbkugeligen Dolden auf. Im Alter verändert sich die Blattform. Bei Pflanzen, die über 20 Jahre alt sind, geht die fünffingrige Blattform in eine rautenförmige Blattform über. Man spricht dabei von "adulten" Blättern. Efeu kann ein Alter von 200-300 Jahren erreichen.

Verbreitungsmechanismen

Die Früchte reifen von Februar bis April und werden von Gartenrotschwänzen, Mönchsgrasmücken, Star, Amselnund Drosselnverbreitet.

Efeu in der Pflanzenheilkunde

Siehe dazu den Artikel: Liste giftiger Pflanzen

Naturheilkundler unterstellen der Pflanze eine heilende Wirkung, sämtliche Pflanzenteile sind auf Grund des Saponingehaltsgiftig. Allerdings finden Zubereitungen aus Efeublättern wegen ihrer entkrampfenden Eigenschaften verstärkt Verwendung in Mitteln gegen Bronchitis. Sie werden gerne in der Kinderheilkunde eingesetzt. Durch aktuelle Forschungsanstrengungen konnte der Wirkmechanismus entschlüsselt werden. Efeublätter werden in sehr geringen Mengen außerdem in Bronchialtees verwendet, da ihr Gehalt an Saponinen den Abtransport des Schleims verbessert. In der Volksheilkunde wird ein Efeu-Umschlag bei Nervenschmerzen empfohlen. In der Neuzeit war man auch von der empfängnisverhütenden und sogar abtreibenden Wirkung der Pflanze überzeugt: "Alle frommen Frauen sollen sich hüten, von diesem Safte gekochte oder gebrannte Wasser zu sich zu nehmen" (Otto Brunfels in seinem Contrafayt Kreuterbuch 1532).

Der Efeu als Gartenpflanze

Historische Entwicklung

Bild:Efeu am baum.jpg
An einem Baum hochklimmender Efeu - der römische Naturforscher Pliniuswar der (nicht zutreffenden) Überzeugung, dass dies den Bäumen schade.
Bild:Efeu-Loket.jpg
Unter Naturschutz steht dieser Efeu, der in Loket(Tschechien) eine Felswand 15 Meter empor wächst

Im klassischen Altertumwar der Efeu den Göttern des Weines geweiht. Sowohl der altägyptische Osirisals auch der griechische Dionysusund der römische Bacchuswurden mit Wein- und Efeulaub bekränzt dargestellt.

Die Griechen trugen bei festlichen Gelagen Efeukränze, weil die Blätter teils als bacchische Begeisterung weckend, teils als gehirnkühlend galten. Auch die Trinkbecher auf Festen zu Ehren des Gottes Bacchus wurden mit Efeu berankt.

Dionysosverehrer glaubten, reichliches Efeuvorkommen an einem Ort wäre ein sicheres Zeichen für die Anwesenheit des Gottes. Dichter bekränzte man mit Efeu, weil der Efeu auch eine heilige Pflanze des Gottes Apollund der Musenwar. In der Antike ist er deshalb bereits in den Gärten angebaut worden, obwohl Pliniusbereits in seinen Schriften behauptete, dass diese Pflanze Mauerwerk und Bäume schaden würden und sich unter seinen Blättern Schlangen heimisch fühlten. Bereits in der Antike kannte man Sorten, deren Blätter weiß oder gelb panaschiertwaren.

Für Deutschland lässt sich seine gärtnerische Verwendung erstmals für die Mitte des 16. Jahrhunderts belegen. Der Arztund NaturforscherKonrad Gessner, der ein Verzeichnis der Gartenpflanzen Deutschlands anlegte, zählte den Efeu 1561 zu den Gartenpflanzen. Gartenbücher, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts veröffentlicht wurden, nannten auch erstmals seit der Antike wieder Sorten mit panaschierten Blättern. Die Gärten des Barocksund der Renaissanceboten für den wuchernden Efeu jedoch wenig Raum. Populärer wurde der Efeu als Gartenpflanze erst, als in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zunehmend die weiträumigen Landschaftsparks in Mode kamen. Mit der zunehmenden Popularität des Efeus nahmen auch die Anzahl der Sorten zu. Eine 1872 in Großbritannienvon Shirley Hibberdveröffentlichte Efeu-Monographie listete bereits mehr als 200 Sorten auf.

Efeu-Sorten

Von Efeu existieren heute etwa 400 Sorten, die vegativ mit Stecklingen vermehrt werden, mit einer großen Bandbreite an Blattformen und - farben (Auswahl):

  • Hedera helix 'Atropupurea' hat violettfarbene Blätter und wird bis zu 8 Meter hoch
  • H.h. 'Buttercup' zeichnet sich durch leuchtend gelbe Blätter aus, die nur gelegentlich noch grüne Flecken aufweisen. Diese Sorte wächst lediglich bis zu einer Höhe von 2 Metern.
  • Der nur eine Höhe von bis zu einem Meter wachsende H.h. 'Goldchild' hat Blätter, die einen goldgelben Rand haben.
  • Der ebenfalls nur bis zu einem Meter hoch werdende H.h. 'Ivalace' hat glänzend dunkelgrüne Blätter mit deutlich helleren Blattadern.

Efeu in der Symbolik

Bild:Efeu.jpg
Sehr alter Efeu an der Ruine des Tempelherrenhauses in Weimar

Marianne Beuchertberichtet, dass die ersten Christen gläubige Verstorbene auf Efeu, die nicht Bekehrten auf Zypressen legten. Wer in Christo getauft sei, der sei unsterblich, die Ungetauften aber seien ohne Hoffnung auf Auferstehung, gleich den Zypressen, die einmal gefällt, nie mehr nachwachsen. Wenn heute Grabstätten häufig mit Efeu bepflanzt werden, so ist das eine meist unbewusste Nutzung des Symbols vom ewigen Leben. Wie im Leben so im Tod steht als Devise auf manchem alten efeuumschlungenen Grabstein.

Da der Efeu nicht bestehen kann, ohne sich anzuschmiegen, ist er seit alters auch Sinnbild der Freundschaft und Treue. Als immergrüne Pflanze schon im Altertum Sinnbild der Treue und des ewigen Lebens. Im alten Griechenland erhielt ein Brautpaar einen Efeuzweig als Symbol immerwährender Treue.

Da Efeu sowohl im Alten Ägypten als auch Rom und Griechenland den Göttern des Weines zugeordnet war, galt er auch als Symbol der Heiterkeit, der Geselligkeit und der Freundschaft.

Efeu im Aberglauben und im Brauchtum

In Westfalenbrachten am 4. Fasten-Sonntag Mädchen den Nachbarn Efeukränze, die über dem Herd aufgehängt wurden, um so den Frühling ins Haus zu bringen. Als Orakelpflanze soll Efeu am 24. Februar - Matthias - verwendet worden sein. Nachts tanzten die Mädchen bei Fackelschein und warfen die Efeu- und Strohkränze ins Wasser. Hinter ihrem Rücken mussten sie versuchen, einen Kranz zu fassen. Der Efeukranz bedeutete Glück in der Liebe, es sollte noch in demselben Jahr Hochzeit sein. Der Strohkranz zeigte dagegen Unglück an. Ebenso wurde mit Efeublättern in der Andreasnacht georakelt. Man warf zwei Efeublätter in eine Schale mit Wasser, so dass sie auf der Oberfläche schwammen. Waren die Blätter am nächsten Morgen zusammengetrieben, dann sollte es noch in diesem Jahr Hochzeit geben. Trieben sie getrennt voneinander, dann musste man noch länger warten.

Efeu in der Kunst

Als Hinweis auf treue Verbundenheit und ewiges Leben ist die besonders häufige Darstellung von Efeublättern auf frühchristlichen Sarkophagen und Katakombenfresken zu verstehen. Der Efeu bedeutet, dass die Seele lebt, wenn auch der Körper tot ist. Schon in Griechenland soll Efeu aufgrund dieses Symbolgehalts zur Hochzeit überreicht worden sein.

Weblinks

  • Gemeiner Efeu - eine Giftpflanze
  • Georgischer Efeu - eine Giftpflanze
  • Hederae helicis folium - Efeublätter-Monographie (Kommission E, Bundesgesundheitsamt Berlin)
  • http://www.br-online.de/freizeit/querbeet/ratgeber/efeu.html
  • http://bambooweb.online.fr/ivies/index_d.htm
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