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Eifersucht (von indogerm. ?ai" = Feuer; althochdeutsch ?eiver" = das Herbe, Bittere; Erbitterung und althochdeutsch "suht" = Krankheit, Seuche; das zusammengesetze Substantiv "Eifersucht" existiert erst seit dem 16. Jh., das davon abgeleitete Adjektiv "eifersüchtig" erst seit dem 17. Jh.) ist die Bezeichnung für die Angst, eine besondere Beziehung zu einem nahestehenden Menschen durch äußere Einflüsse zu verlieren.
Das Gefühl der Eifersucht ist ein Befinden des Menschen (eventuell auch höherer Tiere).
Eifersucht entsteht aus Besitzanspruch an eine andere Person und kann nur auftauchen, wenn eine starke emotionale Bindung vorhanden ist. Außerdem tritt sie nur unter ganz bestimmten Bedingungen und in ganz bestimmten Gesellschaftsordnungenauf. (vgl. Ernest Bornemann)
Kulturen, die kein Privateigentum, sondern nur Gruppenbesitzkennen, sind stets frei von Eifersucht, dazu gehören auch die matriarchalenGesellschaftsordnungen. Dies sind Gesellschaften, die ihre Abstammung nicht von einem Urvater und auch nicht von einem Ur-Elternpaar, sondern von einer Urmutter ableiten (matrilineareDeszendenz).
Da Eifersucht eine Eigenschaft des Besitzanspruchs ist, richtet sie sich bezeichnenderweise auch gegen die Eigenschaften, die man selber besitzt oder besitzen möchte: Jugend, Schönheit, Anziehungskraft, Potenz, Gebärfähigkeit. Sie ist das Symptomdes Zweifels, ob man diese Eigenschaften in genügendem Maße besitzt, um den anderen zu befriedigen. (siehe auch Der Zusammenhang zwischen Privatbesitz, Herrschaft und Eifersucht)
Der Unterschied zwischen Eifersucht und Neidist der, dass ein eifersüchtiger Mensch Angst hat, zu verlieren was (oder wen) er besitzt und ein neidischer Mensch das haben will was andere besitzen. (z.B. sind Kinder eifersüchtig wenn ihre Mutter ihren Geschwistern Aufmerksamkeit zuteil werden lässt, aber neidisch auf das Fahrrad ihres Freundes.)
Ca. 30 % aller Männer und Frauen bezeichnen sich als extrem eifersüchtig und für ca. 80 % aller Männer und Frauen gehören Liebe und Eifersucht zusammen. Frauen reagieren eher auf tatsächliche oder eingebildete emotionale Untreue mit Eifersucht, während Männer eher auf tatsächliche oder eingebildete sexuelle Untreue mit Eifersucht reagieren.
Das Gefühl Eifersucht erfährt ein Mensch klassischerweise beispielsweise, wenn er z. B. seinen Partner mit anderen gegengeschlechtlichen Personen Vertrautheiten austauschen sieht oder davon Kenntnis erlangt (z. B. Kinobesuche, Abendessen, gar Übernachtungen). Es droht subjektiv der Verlust der partnerschaftlichen Bindung und ggf. der damit verknüpften Lebensgewohnheiten oder der Umgebung (gemeinsame Wohnung, gemeinsam geplante Zukunft und darauf ausgerichtete Pläne, die damit sinnlos würden).
Gleichwohl entsteht dieses Gefühl, falls ein Mensch einen anderen begehrt und zugunsten eines Dritten abgewiesen wird. Hierbei kommt es zu einer Mischung aus Eifersucht und Neid.
Die Eifersucht, die sich beim Übergang zum Patriarchat/Privatbesitzunweigerlich aus der Degradation der Frau zum Privateigentum des Mannes ergab, schlug sich auch im griechischen Pantheonnieder, und zwar um so intensiver, je später die eifersüchtigen Göttererfunden worden waren.
- ?Eifersucht ist eine Leidenschaft,
- die mit Eifer sucht was Leiden schafft."
Während die Erfahrung von Eifersucht in unserer Kultur normalerweise durch die Aufrechterhaltung monogamerBeziehungen vermieden wird, existieren auch Subkulturen wie Polyamorie, in denen Beziehungspartner die Möglichkeit von weiteren Liebesbeziehungen vereinbaren und sich damit Eifersuchtsgefühlen stärker aussetzen. Ein Teil dieser Menschen berichtet, dass sie mit der Zeit über die Eifersucht hinauswachsen (ähnliche wie ängstliche Personen durch Angehen angstbesetzter Situationen) und zusätzliche Selbstsicherheit gewinnen. Manche berichten sogar vom Erleben eines Gefühls, welches Compersiongenannt wird und als ?Gegenteil von Eifersucht" beschrieben wird.
Siehe auch
Literatur
Körner, Heinz: Eifersucht ? Ein Lesebuch für Erwachsene, ISBN 3922028012
Andreas Hejj: Traumpartner - Evolutionspsychologie der Partnerwahl, 1996, ISBN 3540605487
Weblinks
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Eifersucht hat nichts mit der Liebe zu tun, die man für jemanden empfindet, sie hat zu tun mit der Liebe, die man für sich selbst nicht hat.
Eifersuchtshilfe
- Eifersucht Test
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