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Unter Lungenriss bezeichnet man eine Verletzung der Lungedurch Überdruck.
Wenn bei einer Überdehnung der Lunge durch Überdruck der Grenzwert überschritten wird, zerreißen die Lungenbläschen und Luft dringt in das Kapillarnetz der Alveolenoder das umgebende Lungengewebe ein.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Anzeichen
- 2 Ursachen
- 2.1 Druckschläge
- 2.2 Stimmritzenkrampf
- 2.3 Air trapping
- 3 Folgen
- 3.1 Arterielle Gasembolie
- 3.2 Randständiger Lungenriss
- 3.3 Medistinalemphysem
- 4 Erste Hilfe
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Anzeichen
Ein Lungenriss ist erkennbar an Atemnot und Husten mit blutigem Auswurf.
Bei Tauchern, die aufgrund eines zu schnellen Aufstiegs einen Lungenriss erleiden, tritt oft unmittelbar nach dem Auftauchen ein charakteristischer heller, schriller Schrei auf.
Ursachen
Druckschläge
Bei Explosionen kommt es zu Druckschlägen auf den Brustkorb, die bei geschlossenem Mund zu einer Verletzung des Lungengewebes führen.
Stimmritzenkrampf
Falls bei einem aufsteigenden Taucher die sich ausbreitende Luftnicht abströmen kann, führt dies zu einer Verletzung des Lungengewebes. Da es nicht möglich ist, das Abströmen der Luft durch Zusammenpressen der Lippen zu verhindern, ist der Stimmritzenkrampfdie häufigste Ursache hierfür. Der Stimmritzenkrampf wird durch Kontakt eines Fremdkörpers mit der Stimmritze ausgelöst. Meist wird er durch eingeatmetes Wasser verursacht.
Air trapping
Eine regionale Lungenüberdehnung wird durch das Einfangen (trap=Falle) von Atmungsluft in einem abgeschlossenen Lungenbezirk ? meist durch Bronchusverengung während eines Tauchgangs ? ausgelöst.
Dies wird als Air trapping bezeichnet.
Folgen
Arterielle Gasembolie
Am häufigsten tritt die arterielle Gasembolie auf. Hierbei dringen die Luftbläschen in die Kapillaren ein.
Es kommt zum Übertritt der Atmungsluft in die Lungenvenen. Die Luftblasen rufen dann auf ihrem Weg durch die linke Herzkammerembolische Verschlüsse in den Endarteriendes Rückenmarks, des Gehirnsoder auch der Herzkranzgefäßehervor. Siehe auch Dekompressionserkrankung.
Randständiger Lungenriss
Der randständige Lungenriss führt zu einer Luftansammlung im Brustraum (Pneumothorax). Hierbei strömt die Luft aus der Verletzung in den Pleuraraum. Da damit der Unterdruck aufgehoben wird, fällt die Lungezusammen. Sofern sich die Verletzungsstelle nicht spontan schließt (Regelfall), strömt mit jedem Atemzug weitere Luft in den Pleuraraum, und es entsteht ein Spannungspneumothorax.
Medistinalemphysem
Bekommt die Luft Verbindung zum Mittelfellraum(Mediastinum, der Raum zwischen den Lungen), so kann sie durch das lockere Gewebe bis zum Hals hochsteigen. Dies führt zu einem Mediastinal- und Hautemphysem.
Erste Hilfe
- Mittel der Wahl ist die Gabe von reinem Sauerstoff und schnellstmögliche ärztliche Behandlung.
- Bei Bewusstlosigkeit die üblichen Maßnahmen (Seitenlage, ständige Beobachtung unter Kontrolle von Puls, Atmung, Blutdruck)
- Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Atemstillstand und / oder Herzstillstand. Beatmung unter Verwendung von reinem Sauerstoff
- Kälteschutz
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