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Als endohedrale Komplexe bezeichnet man Fullerene, in deren Hohlraum ein Atom oder ein Cluster eingebracht wurde. Man unterscheidet zwei Verbindungsklassen.
Dotierung mit elektropositven Metallen (Metallfulleride)
Die Dotierung mit elektropositiven Metallen erfolgt im Lichtbogenreaktor oder durch Laserverdampfung. Eingebracht werden konnten dadurch die Elemente der
III. Nebengruppe Sc, Y und La, sowie aus der Gruppe der Lanthaniden Ce, Pr, Sm, Gd, Dy, Ho, Er, Tm, Lu. Weiterhin sind endohedrale Komplexe mit Elementen der zweiten Hauptgruppe (Ca, Sr, Ba), Alkalimetallen (Li, Na, K, Cs) und
tetravalenten Metallen (U, Zr, Hf) bekannt.
Die Synthese im Lichtbogenreaktor ist jedoch unspezisch. Neben
ungefüllten Fullerenen entstehen endohedrale Metallfulleride in
verschiedenen Käfiggrößen (La@C60, La@C{82}) und
in verschiedenen isomeren Käfigen (Sc@C82).
Neben den dominanten Monometall Käfigen wurden inzwischen auch
zahlreiche Dimetall-endohedrale Verbindungen und das Trimetall
Fulleren Sc3@C82 isoliert.
1998 erregte eine Entdeckung großes Aufsehen. Mit der
Synthese des Sc3N@C80 war zum erstenmal der Einschluß
eines Molekülfragments in einen Fullerenkäfig gelungen. Anschließend konnten die Trimetallnitridfulleride Ho3N@C80 und Er3N@C80 synthetisiert und spektroskopisch analysiert werden. Im Gegensatz zum Sc3N@C80 besitzt der Trimetallnitridcluster des Er3N@C80 eine planare Struktur im Käfig statt einer tetragonalen wie beim Sc3N@C80. Weiterhin konnten die endohedralen Trimetallnitridfulleride ErSc2N@C80, Er2ScN@C80 hergestellt und aufwendig mittels präparativer HPLC getrennt werden.
Endohedrale Metallfulleride zeichnen sich dadurch aus, daß vom
Metallatom Elektronen auf den Käfig übertragen werden und das
Metallatom eine off-center
Position im Käfig einnimmt. Die Größe des Ladungsübertrags
ist nicht immer einfach zu ermitteln. Sie liegt in den meisten
Fällen zwischen 2 und 3 Ladungseinheiten, im Fall des
La2@C80 jedoch sogar bei 6 Elektronen.
Dotierung mit Nichtmetallelementen
Saunders konnte 1993 die
Existenz der endohedralen Komplexe He@C60 und Ne@C60
nachweisen. Diese Komplexe bilden
sich, wenn man C60 bei einem Druck von ca. 2500 bar
für 5 Stunden auf 600 Grad C erhitzt. Unter diesen Bedingungen
wurde von ca. 650000 C60 Käfigen nur ein einziger mit einem
He-Atom dotiert. Inzwischen konnten endohedrale Komplexe von Helium,
Neon, Argon, Krypton und Xenon sowie zahlreiche Addukte
des He@C60 nachgewiesen werden.
Während Edelgase chemisch inert und deshalb immer atomar auftreten,
ist die Entdeckung der stickstoff- bzw. phosphorendohedralen Komplexen sehr
ungewöhlich. Von diesen Komplexen konnten bislang N@C60,
N@C70 und P@C60 nachgewiesen und isoliert werden. Das
Stickstoffatom befindet sich hierbei in seinem elektronischen
Grundzustand (4S3/2) und ist damit als hoch reaktiv
anzusehen. Dennoch ist N@C60 so stabil, daß die exohedrale
Derivatisierung möglich ist und Mono-, Bis- und Hexaddukte des
Malonsäureethylesters synthetisiert werden konnten.
Bei diesen Verbindungen findet kein Ladungstransfer vom Stickstoffatom
im Zentrum auf die Kohlenstoffatome
des Käfigs statt. Deshalb konnten 13C-Kopplungen, die bei den
endohedralen Metallofullerenen sehr leicht zu beobachten sind, im Fall
des N@C60 nur mit hoher Auflösung als Schultern der mittleren
Linie nachgewiesen werden. Das Zentralatom befindet sich
bei den Edelgas- und Stickstoff- bzw. Phosphorendohedralen
Verbindungen exakt in der Mitte des Käfigs. Während andere atomare
Fallen normalerweise nur unter großem
apparativen Aufwand, wie z.B. durch Laserkühlung von Atomen oder
Ionen in magnetischen Fallen, zu realisieren sind, stellen endohedrale
Fullerene
eine bei Zimmertemperatur über nahezu beliebig lange Zeit stabile
atomare Falle dar. Atom- oder Ionenfallen sind von
großem Interesse, da hier Teilchen unter Auschluß jeglicher
Wechselwirkung mit ihrer Umgebung vorliegen. So lassen sich
die intrinsischen Eigenschaften dieser Teilchen beobachten.
Dazu gehört z.B die Kompression der atomaren Wellenfunktion
in Folge der Einkapselung in den Käfig, die mit der
ENDOR-Spektroskopie beobachtet werden konnte.
Das Stickstoffatom kann damit als Sonde eingesetzt
werden, um kleinste Veränderungen der elektronischen Struktur seiner
Umgebung zu detektieren.
Synthese
Im Gegensatz zu den metallendohedralen Verbindungen können diese
Komplexe nicht im Lichtbogen
erzeugt werden. Bei der Produktion dieser Verbindungen verwendet man
ungefüllte Fullerenkäfige als Ausgangsmaterial und implantiert die
Atome. Die Synthese stickstoff- bzw. phosphorendohedraler Fullerene gelingt
durch Gasentladung, durch Hochfrequenzentladung, oder durch direkte Ionenimplantation.en:Endohedral fullerenes
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