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Erektile

Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (Abkürzung ED, auch Erektionsstörung, Potenzstörung, im Volksmund auch Impotenz), wenn es einem Mann über einen gewissen Zeitraum hinweg in der Mehrzahl der Versuche nicht gelingt, eine für ein befriedigendes Sexualleben ausreichende Erektiondes Peniszu erzielen oder beizubehalten. Kurzfristige Erektionsstörungen gelten hingegen nicht als ED.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Diagnose
  • 3 Behandlung
    • 3.1 Derzeit erhältliche Medikamente
  • 4 Erektile Dysfunktion im Sozialleben
  • 5 Siehe auch
  • 6 Weblinks

Ursachen

Die ED ist eine schwerwiegende Erkrankung. Nahm man noch vor wenigen Jahren vorwiegend psychische Ursachen wie Stress an, so weiß man dank moderner Untersuchungsmethoden heute, dass in der überwiegenden Mehrzahl organische Leiden eine Rolle spielen. Die ED ist häufig auch Vorbote anderer, noch schwerwiegenderer Erkrankungen und sollte daher immer untersucht werden. Leider gehen aus falscher Scham viele Betroffene zunächst nicht zum Andrologen. Oft aber ist eine rasche - bei Verletzungen sofortige - Untersuchung erforderlich, um Langzeitschäden zu vermeiden. Der Betroffene muss über seinen Schatten springen.

Ursachen für die erektile Dysfunktion sind oftmals Rauchen, Alkoholkonsum, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Operationen, Verletzungen am Schwellkörper. Dabei kommt es oft zu Schädigungen von Blutgefäßenoder Schwellkörpern. Besonders alte Männer leiden an ED, Schätzungen zu Folge jeder zweite Mann über 40. Nach amerikanischen Erhebungen der letzten Jahre haben 52 % aller Männer, die älter als 40 Jahre sind, mehr oder weniger große Probleme mit ihrer Erektion.

Erektionsprobleme können u. a. bedingt sein durch:

  • Verkalkungder zuführenden Blutgefäße bedingt
  • Lecks in den Schwellkörpern zu den ableitenden Venen (nicht selten, schwer zu erkennen)
  • bindegewebiger Umbau der Schwellkörper, z. B. nach Dauererektion (Priapismus)
  • Schädigung der die glatte Muskulatur versorgenden Nerven (ni. erigentes) im kleinen Becken, z. B. durch größere Operationen an Prostata und Mastdarm, Bestrahlung, Verletzung, aber auch durch Blutzuckerkrankheit, Alkoholmissbrauch und andere Stoffwechselerkrankungen mit Neuropathie
  • Rückenmarksschädigung, die das Erektionszentrum betreffen, manche Querschnittslähmungen (nicht alle)
  • Medikamente die Neuro-Blocker beinhalten (z.B. Anti-Epileptika, Anti-Depressiva)
  • sehr selten: Mangel an männlichem Geschlechtshormon

Diagnose

Beim Urologen können per Ultraschallbereits eventuelle Verletzungen festgestellt werden. Weitere Untersuchungen sind oft nur in Kliniken möglich, zu denen der Urologeden Patienten bei Bedarf überwiesen wird.

Behandlung

In vielen Fällen können Potenzmitteldie Beschwerden lindern. Diese sollte man sich aber nie "am Arzt vorbei" - insbesondere nicht wahllos im Internet - verschaffen, um ernsthafte Schädigungen auszuschließen: vor der Einnahme müssen nämlich bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen sein. Manchmal lässt sich eine ED operativ beheben, etwa bei bestimmten Gefäßverletzungen. Radikalmaßnahmen hingegen, wie die Penisprothese, kommen dabei nur noch sehr selten zum Einsatz. Ergänzend dazu oder anstelle der medikamentösen Therapie kann eine Penispumpeeingesetzt werden.

Derzeit erhältliche Medikamente

Viagra, Levitraund Cialis(sog. PDE5-Hemmstoffe; PDE: Phosphodiesterase) haben ihre Wirksamkeit bewiesen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Viagrabesser wirkt, wenn vorher Arginingegeben worden war, so daß eine Art Dosiseinsparungseffekt festgestellt wurde. Argininsetzt ebenfalls NO Stickstoffoxidfrei, welches eine Erweiterung (Dilatation) der Blutgefäße bewirkt. Daher wird die AminosäureArgininals natürliche Alternative bei ED gesehen. Apomorphinund Yohimbinwerden kaum noch verordnet. PDE5-Hemmstoffe wirken nicht bei kompletter Schädigung der für die Erektion zuständigen Nerven.

Eine wichtige Alternative sind lokal angewandte Prostaglandine, die eigentlich immer wirksam sind, aber injiziert oder in die Harnröhre eingebracht werden müssen. Vor allem die Injektion ist als "SKAT"-Methode ("SchwellKörper Autoinjektions-Therapie") recht verbreitet, führt aber auf lange Sicht mitunter zur weiteren Verschlechterung der Situation und irreversiblen Schädigungen des Schwellkörpergewebes.

Erektile Dysfunktion im Sozialleben

In der Öffentlichkeit wird die Schwere der Beeinträchtigung der Betroffenen durch ihre Erkrankung, insbesondere psychischen Nebenfolgen, oft nicht in ausreichendem Maß wahrgenommen. Außenstehende machen sich häufig keine Gedanken, was Betroffene wohl über populistische Schlagzeilen (z. B. "Haben wir zu viel Geld? Viagravom Sozialamt") denken. Oftmals bleiben Potenzmittelfür Betroffene die einzige Möglichkeit am sozialen Leben weiterhin nach ihren Wünschen teilzunehmen. In Deutschlandsind private und gesetzliche Krankenkassenübrigens zur Übernahme der Kosten von Potenzmittelnnicht verpflichtet. Es gab jedoch anderslautende Gerichtsurteile.

Prominente wie der legendäre Fußballspieler Peléunterstützen Kampagnen, um ED zu enttabuisieren. Genau dieser Kampagne wird aber auch eine (bewusste) Umgehung des Verbotes der Werbung für Medikamente vorgeworfen, obwohl kein Markenname explizit genannt wird.

Siehe auch

  • Andrologie
  • Anorgasmie
  • Beckenbodentraining
  • Priapismus
  • Sexualität
  • Baculum(Penisknochen)

Weblinks

  • Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)
  • Erektionsstörungen kein Tabu-Thema
  • Umfassende Einstiegsseite zur erektilen Dysfunktion und deren Behandlung
  • Einstiegsseite und Bildersammlung
  • Einstiegsseite und Kongressberichte



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