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Bild:Mathis Gothart Grünewald 019.jpg Der Isenheimer Altarwurde von Matthias Grünewaldfür das Antoniterkloster in Isenheim geschaffen und zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken des 16. Jahrhunderts. Wer am Antoniusfeuer erkrankte, wurde vor Beginn der medizinischen Behandlung vor den Altar geführt in der Hoffnung, der hl. Antonius könne eine Wunderheilung vollbringen oder dem Kranken zumindest geistlichen Trost spenden.
Mit Antoniusfeuer (auch ignis sacer - heiliges Feuer) wurden im Mittelalterdie Symptomeeiner regelmäßig auftretenden epidemienartigenVergiftungbezeichnet, die durch den Konsum von mit Mutterkornbefallenem Roggenverursacht wurde. Diese, insbesondere durch Durchblutungsstörungen und schmerzhaftes Absterben von Fingern und Zehen (Gangrän) gekennzeichnete Mutterkornvergiftung wird auch als Ergotismus gangraenosus bezeichnet. Eine Reduktion der Vergiftungsfällekonnte erst im 17. Jahrhundertdurch die Erkenntnis, dass das Krankheitsbild auf einer Vergiftung durch den Mutterkornpilz beruht, erreicht werden.
Insbesondere der Antoniter-Ordenhat es sich im Mittelalter zur Aufgabe gemacht, am Antoniusfeuer Erkrankte zu behandeln und zu pflegen. Sie unterhielten im 15. Jahrhundertin ganz Europa etwa 370 Spitale, in denen rund 4.000 Erkrankte versorgt wurden.
Typische Symptome der Vergiftung durch die im Mutterkorn enthaltenen AlkaloidenErgotamin, Ergotoxinund Ergometrinsind:
Bild:Mathis Gothart Grünewald 018.jpg Detail des Isenheimer Altars? Ein am Antoniusfeuer Leidender
- Hautkribbeln, insbesondere in Fingern und Zehen;
- Ohrensausen;
- Darmkrämpfe, Durchfall;
- allgemeine Lähmungserscheinungen;
- Wahnvorstellungen, die auch nach Wochen oder Monaten noch auftreten;
- Durchblutungsstörungen mit daraus folgendem schmerzhaften Absterben von Fingern und Zehen, eventuell auch Armen oder Beinen;
Bei schweren Vergiftungen kann auch der Todeintreten.en:Ergotism
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