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Ertrinken

Das Ertrinken ist der Toddurch Einatmenvon Flüssigkeiten und eine spezielle Form der Asphyxie, welche eine Unterform des äußeren Erstickensist. Ertrinken gehört bei Kleinkindernzu den häufigsten Todesursachen.

Das Einatmen kleiner Wassermengen führt zu starkem Husten und zu einem Stimmritzenkrampf, der das weitere Eindringen von Wasser in die Lunge verhindert. Durch den Sauerstoffmangel (die Hypoxie) kommt es zur Bewusstlosigkeit (trockenes Ertrinken). Durch die abnehmende Muskelspannung löst sich schließlich der Stimmritzenkrampf, so dass langsam Wasser in die Lunge eindringt (feuchtes Ertrinken). In dieser Phase bestehen nur noch geringe Überlebensschancen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Rettung Ertrinkender
    • 2.1 Gefahren
  • 3 Ertrinken - chemisch betrachtet
    • 3.1 Sofortmaßnahmen
    • 3.2 Maßnahmen durch den Rettungsdienst
    • 3.3 Therapie im Krankenhaus
  • 4 Prävention
  • 5 Siehe auch
  • 6 Weblinks

Ursachen

Das Ertrinken ist häufig eine Folge von Bade- oder Tauchunfällen. Seltener kommt es auch bei Verkehrsunfällen, Herabfallen von einem Bootu. ä. vor.


Allein in Bayernsterben jedes Jahr ca. 100 Personen auf diese Weise.

Rettung Ertrinkender

Gefahren

Die Gefahren liegen in der möglichen Bewusstseins- und Atemstörung. Es kann bei jeder Art des Beinahe-Ertrinkens zu einem späteren Lungenödemkommen (bis zu 24 Stunden danach).


Ertrinken - chemisch betrachtet

Beim Ertrinken im Meer gelangt Salzwasser in die Lunge. Die Konzentration der Ionen in der Lunge ist höher als im anliegenden Gewebe, sodass ein Konzentrationsausgleich statt findet. Da Biomembranen semipermeabel (für Ionen undurchlässig, für Wassermoleküle durchlässig sind) muss der Konzentrationsausgleich mit Hilfe der Diffusionvon Wassermolekülen erfolgen. Die Konzentration der Wassermoleküle in der Lunge ist geringer als die Konzentration der Wassermoleküle im anliegenden Gewebe, sodass dem Gewebe Wassermoleküle entzogen werden und in die Lunge weiter mit Wasser befüllt wird. Diesen Vorgang nennt man Plasmolyse(Wasser strömt aus den Zellen aus).

Ertrinken im Süßwasser

Auch beim Ertrinken im Süßwasser gelangt Wasser in die Lunge. Die Konzentration der Wassermoleküle in der Lunge ist nun höher als die in den Zellen des anliegenden Gewebes. Um diesen Konzentrationsunterschied auszugleichen, diffundieren Wassermoleküle aus dem Lungengewebe in die Erythrozyten, welche letztlich platzen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Deplasmolyse(Wasser strömt in die Zellen ein).

Sofortmaßnahmen

Falls eine Person zu ertrinken droht, sollte zunächst versucht werden, den Patienten unter Beachtung des Eigenschutzes zu retten. Wenn möglich dem Patienten einen (schwimmenden) Gegenstand zureichen, um direkten Kontakt zu vermeiden. Sollte der Patient nämlich in Panik sein, kann er den Retter unter Wasser drücken. Wenn möglich sind Fachkräfte (z.B. der DLRGoder der Wasserwacht) hinzuzuziehen. Ferner sollte der Notrufveranlasst werden.

Nachdem der Patient in Sicherheit ist, sollte er bei Bewusstlosigkeitin die stabile Seitenlagegebracht werden. Wenn Atemstörungenbzw. Atemstillstand auftreten, soll die Atmung unterstützt werden bzw. der Patient ist zu beatmen. Sämtliche Maßnahmen (auf den Kopf stellen, u. ä.) zum Entfernen von Wasser aus der Lunge sind zu unterlassen!! Es sind Maßnahmen zu treffen, um die Unterkühlungdes Patienten zu vermeiden (Decken/Entfernen nasser Kleidung etc.). Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstesist der Patient zu betreuen.

Maßnahmen durch den Rettungsdienst

  • Überdruckbeatmung und Intubation
  • ggf. Infusionstherapie

Bei Salzwasserertrinken: Auf Grund des Osmotischen Drucks "zieht" das Salzwasser der Lungen Flüssigkeit aus den Blutgefäßen heraus. Das Blut verliert somit an Flüssigkeit und wird dickflüssiger wodurch die Mikrozirkulation des Blutes gestört wird. Die Folge können ein Sauerstoffmangel (Hypoxie), eine metabolische Azidosesowie daraus resultierend ein Kammerflimmernsein.

Bei Süßwasserertrinken: Das Süßwasser durchdringt rasch die Wand der Lungenbläschen (Alveolen) und gelangt so letztendlich in das Blutgefäßsystem. Die Lunge kollabiert und kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff aufnehmen sowie Kohlenstoffdioxid abgeben. Die Folge ist auch hier ein Sauerstoffmangel und eine metabolische Azidose bis hin zum Kammerflimmern. Hier sollte der Rettungsdienst zur Gabe von Medikamenten eine Kanüle legen, über diese jedoch nur sehr langsam Flüssigkeit laufen lassen. Der Körper hat durch das Ertrinken schon genug Flüssigkeit.

Therapie im Krankenhaus

  • Überwachung und ggf. Diuretikum-Therapie

Prävention

Siehe auch: Baderegeln
Es existieren eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen und Verhaltensregeln, deren Befolgung die Gefahr des Ertrinkens deutlich einschränkt. Dazu gehören vor allem:

  • Kinder nicht alleine schwimmen lassen!
  • Bei Bootsfahrten, etc. passende Schwimmwestentragen!
  • Nicht leichtsinnig über zugefrorene Gewässer laufen!
  • Unbekannte Gewässer meiden!
  • Warnungen vor Strömungen ernst nehmen!
  • Erst recht Kopfsprüngein unbekannte oder auch niedrige Gewässer vermeiden!
  • Bei hoher Lufttemperatur nicht ohne vorheriger Abkühlung ins Wasser springen!
  • Nach einer Mahlzeit einige Zeit verstreichen lassen, bevor man ins Wasser zum Schwimmen geht!

Die Erklärung für diese letztere Maßnahme ist eine plötzlich auftretende Blutleere und damit Ohnmachtim Kopf. Da der Magen für die Verdauung bereits Energien abzieht, würde eine zusätzliche Kühlung des Körpers weiteres Blut zur Erwärmung benötigen. Eine Bewusstlosigkeit könnte die Folge sein.

Siehe auch

  • Erste Hilfe
  • ersticken
  • Apnoe
  • Asphyxie
  • Badeunfall
  • Badetod

Weblinks

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Commons: {{{2|Category:Drowning}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
  • DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
  • DRK-Wasserwacht
  • DGzRS - Deutsche Gesellschaft Zur Rettung Schiffbrüchiger
  • http://www.blausand.de/Organisation für mehr Badesicherheit in Europa
  • http://www.argusmatik.de/Erkennung von Ertrinkenden



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