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Mit Erythrophobie (v. griech.: erythros = rot, rötlich + phobia = Furcht), somit auch Errötungsfurcht, Errötungsangst, seltener Erythrophobie genannt, wird eine teils intensive Angstbezeichnet, in unpassenden Situationen zu erröten. Die Errötungsangst kann vor allem dann manifest werden, wenn auf Grund einer vegetativenÜbererregbarkeit in Abhängigkeit von der emotionalen Lage in der Vorgeschichte gehäuft Erröten auftrat.
Als eine Form der sozialen Phobien(ICD-10-Code F40.1) kann die Errötungsangst absolut lebenseinschränkend sein, so dass Betroffene ihre Anstellung, den Freundeskreis oder den Partner verlieren, sich total isolieren. Betroffene beobachten sich ständig, versuchen das Erröten zu verhindern, haben Angst vor Ablehnung und lehnen sich selbst wegen ihres Errötens ab. Sie beginnen zu meiden, um sich zu entlasten und keine Angst zu verspüren. Die Erythrophobie kann zur Suchtmittelabhängigkeit und zu Depressionen führen. Eine Psychotherapie, insbesondere die Kognitive Verhaltenstherapie, kann Betroffenen helfen, die Errötungsangst zu überwinden. Kognitive Verhaltenstherapie beinhaltet eine kognitive und eine Verhaltensorienterte Komponente. Die kognitive Behandlung vermittelt den Betroffenen den Zusammenhang zwischen der Art, wie sie ihre Umwelt und Mitmenschen wahrnehmen und interpretieren zu hinterfragen. So meinen Personen mit Errötungsangst häufig, dass es eine Katastrophe sei, wenn andere sehen, dass sie Erröten. Unter vielen Umständen, ist dies jedoch nicht der Fall. Manchmal hat Erröten in der westlichen Kultur ja sogar eine positive Konnotation (Sie/Er signalisiert mir, dass sie/er mich attraktiv findet). In der Therapie, werden die Betroffenen angeleitet, ungünstige Einstellungen und Misskonzeptionen ihrer Umwelt zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Sie lernen weiter, das Erröten angemessen zu bewerten und ihre Aufmerksamkeit auf andere Bereiche und ihre Ziele zu richten. Die Verhaltenskomponente der Therapie besteht in der Schrittweisen Aufgabe von Vermeidung und dem gezielten Aufsuchen der gefürchteten Situationen. Dies führt in der Konsequenz zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls. Entspannungsverfahren sind in ihrer Wirksamkeit für die Behandlung der Erythrophobie bisher nicht untersucht worden.
Literatur
- Angst vorm Erröten ? Erythrophobie: Hintergründe, Auswege und Erfolgsberichte Betroffener von Carsten Dieme, Stillwasser-Verlag Bielefeld2004, ISBN 398086961X
- Keine Angst vor dem Erröten von Doris Wolf, PAL-Verlag Mannheim2000, ISBN 3923614594
Weblinks
- "erröten und die Angst davor - Erythrophobie"Hilfe von und für Betroffene
- Selbsthilfe-Strategien beim Erröten
- Informationseite 'rotwerden'
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