Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Gallertkern

Riesenkalmare
Bild:Riesenkalmar.jpg
Riesenkalmar
Systematik
Stamm: Weichtiere(Mollusca)
Klasse: Kopffüßer(Cephalopoda)
Ordnung: Kalmare(Teuthida)
Familie: Riesenkalmare (Architeuthidae)
Gattung: Riesenkalmare
Wissenschaftlicher Name
Architeuthis
Arten
  • Architeuthis dux
  • Architeuthis martensi
  • Architeuthis physeteris
  • Architeuthis sanctipauli
  • evtl. 4 weitere Arten
    (A. hartingii, A. japonica, A. kirkii, A. stockii)

Riesenkalmare sind Kopffüßer. Sie besitzen zehn Arme, die um die Mundöffnung gruppiert sind, wovon zwei zu Tentakelnumgebildet sind. Aus diesem Grund werden sie den Zehnarmigen Tintenfischenoder Decapoda/Dekabrachia zugeordnet. Die genaue Stellung innerhalb des Systems ist gegenwärtig noch unklar.

Riesenkalmare sind offensichtlich weltweit verbreitet. Besonders häufig werden sie an den Küsten Norwegens, Großbritanniens, Neufundlands, bei Japan, vor Australienund Neuseelandsowie vor Südafrikagefangen. Wahrscheinlich leben sie in einer Tiefe von über 300 Metern und kommen nur sehr selten höher. Aus diesem Grund sind auch erst seit dem Beginn der Tiefseefischereimit Schleppnetzenhäufigere Fänge der Tiere bekannt geworden.

Die Tiere erreichen durchschnittlich eine Länge von sechs bis zwölf Metern, sie können jedoch auch bis zu 15 Meter lang werden, selten sogar über 17 Meter. 1933wurde ein 21,95 m langes Exemplar an der Küste Neufundlands tot angetrieben. Funde von Kiefern, Tentakeln sowie Augen mit 40 cm Durchmesser im Magen von Pottwalen lassen darauf schließen, dass in der Tiefsee noch größere Exemplare existieren, Experten vermuten dass die Maximalgröße des Riesenkalmaren bei etwa 25m liegt, entgegen vieler, teilweise älterer Berichte, die teilweise von deutlich größeren Annahmen ausgingen. Wie alle Kopffüßer wachsen die Tiere sehr schnell: Man geht davon aus, dass sie ein Gewicht von etwa 500 kg bereits nach drei Jahren erreichen.

Wesen

Riesenkalmare orientieren sich wahrscheinlich vor allem durch ihre Augen, die die größten im Tierreich sind. Über die Nahrung der Tiere ist wenig bekannt. Magenuntersuchungenbrachten vor allem Reste von Kalmaren (auch der eigenen Art) und Fischen (zum Beispiel Langschwanzseehecht) zum Vorschein. Bisher wurde vermutet, dass der Riesenkalmar eher ein Lauerjäger, als ein ausdauernd jagendes Tier sei. Die ersten Aufnahmen eines lebenden Tieres ließen jedoch Zweifel an dieser These aufkommen. Die Theorie, dass auch Pottwaleauf seinem Speiseplan stehen, ist abwegig. Wahrscheinlich ist, dass der Pottwal der einzige wirkliche Fressfeind großer ausgewachsener Riesenkalmare ist, wie Saugnapfnarbenauf dem Körper von Walen und Reste von Architeuthis in Pottwalmägen zeigen. Kleinere Exemplare werden aber auch von verschiedenen Fischen und Haien gefressen, sehr kleine Exemplare an der Oberfläche sogar von Hochseevögeln wie Albatrossen. Mittelgroße Exemplare fallen auch großen Grauhaien oder neben Pottwalen auch anderen größeren Zahnwalen zum Opfer, die in der Tiefsee nach Kopffüßern jagen.

Durch Einlagerung von Ammoniumchloridlösungin ihr Muskelgewebe erhalten die Riesenkalmare wie auch einige andere Kalmare den notwendigen Auftrieb, um im Wasser zu schweben. Die Ammoniumchloridlösung macht sich durch starken Geruch bemerkbar, den die Tiere verströmen. Das Fleisch der Riesenkalmare ist aus diesem Grunde für den Menschen ungenießbar.

Noch weniger als über die Nahrung ist über die Paarungbekannt und die Entwicklungder Tiere. Ganz offenbar implantiert das Männchen während der Paarung Spermatophorenunter die Haut der Partnerin. Man fand mehrere weibliche Tiere mit Spermatophoren. Wie diese jedoch die Eier letztlich befruchten, ist bisher unbekannt.

Im StralsunderMeeresmuseumist seit dem 16. Januar2005ein präpariertesExemplarausgestellt, welches von neuseeländischenFischerngefangen worden ist. Das mit 49 KilogrammGewichtund über 6 MeterLänge (von Mantel- zu Tentakelspitze) unterdurchschnittlich große Tier weist am hinteren Ende des Mantels eine Besonderheit auf: Dort wurden implantierte Spermatophorengefunden, deren Herkunft gegenwärtig nicht geklärt ist.

Existenz und Sichtungen

Riesige Tintenfischegehörten bis zur Mitte des 19. Jahrhundertseher in ein Märchenbuch als in eines über Zoologie. Obwohl seit Jahrhunderten über Sichtungen von Riesenkalmaren und Begegnungen mit diesen Tieren berichtet wurde, wurden die Erzählungen meist als Seemannsgarnverspottet und ins Reich der Legenden verwiesen. Selbst die Funde gestrandeter Kalmare mit Längen von weit über 10 Metern wurden nicht ernst genommen. Heute weiß man, dass es diese Tiere tatsächlich gibt.

  • Der erste wissenschaftliche Beweis war der Schnabel eines 1854in Jütland(Dänemark) gestrandeten Tieres, der in die Hände des Naturforschers Japetus Steenstrupgelangte. Dieser untersuchte ihn und beschrieb so den ersten Riesenkalmar, Architeuthis dux.
  • Spanische Wissenschaftler haben im September 2003zwei Riesentintenfische an der Nordküste Spaniensbei Oviedoerstmals lebend geborgen, sie verendeten jedoch kurz darauf. Der größere war elf Meter lang und wog 140 Kilogramm. (stark gekürzte dpa-Meldung)
  • Gekürzt aus Roland Hanewald, S. 188, Auflage 1987, Das Tropenbuch, ISBN 3-923821-13-1: Während des II. Weltkrieges versenkten deutsche Jagdflieger den britischen Truppentransporter ?Britannia?. Elf Überlebende, die sich nach dem Untergang des Schiffes an ein kleines Rettungsfloß geklammert hatten, berichteten übereinstimmend, einer von ihnen sei von einem großen Kopffüßer in die Tiefe gezogen worden.
  • Ferner gibt es einen gut dokumentierten Fall, wonach 1874 ein Schonernamens 'Pearl' von einem verwundeten Riesenkalmar versenkt wurde, nachdem der Kapitänihn vorher beschossen hatte.
  • Am 30. September2004gelang es den japanischen Forschern Tsunemi Kuboderaund Kyoichi Morivom nationalen Wissenschaftsmuseum in Tokiodurch eine Kamera in einer Tiefe von 900 Metern Bilder eines lebenden Exemplares vor den Ogasawara-Inseln im Nordpazifik zu schießen. Das Tier verlor einen seiner Fangarme, als dieser sich im Köderhaken verfing. Die Länge des Fangarmes betrug 5,5 Meter, was auf eine Gesamtlänge des Tieres von rund acht Metern schließen lässt. Bei dieser Gelegenheit konnte auch beobachtet werden, dass diese Tiere aktiv jagen. Es sind die ersten Aufnahmen eines lebenden Riesenkalmars in seinem natürlichen Lebensraum. Die Bilder wurden am 28. September 2005 in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht.
Bild:The Alecton attempts to capture a giant squid in 1861.jpg
30.11.1861: Die Besatzung der Alecton harpuniert 120 Meilen nordöstlich v. Teneriffa einen Riesenkalmar

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg
   
Commons: {{{2|Category:Architeuthis}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
  • Details inkl. Verweis auf Real-Video-Datei eines Filmbeitrags über den Stralsunder Riesenkalmar auf den Netzseiten des Tintenfisch-Archivs TEUTHIS
  • Riesenkalmare bei Weichtiere.at
  • The Cephbase
  • The Cephalopod Homepage
  • Tree of Life: Architeuthidae
  • Deutsches Meeresmuseum
  • ORF-Meldung über die ersten Fotos eines lebenden Riesenkalmars
  • Wissenschaftliche Veröffentlichung über die ersten Fotos eines lebenden Riesenkalmars (engl.)
  • www.wissenschaft.de: Forscher fotografieren erstmals lebenden Riesenkalmarcs:Krakatice obrovská

da:Kæmpeblæksprutte en:Giant squid es:Calamar gigante it:Architeuthis ja:?????? lt:Architeutis nl:Reuzeninktvis pl:Ka?amarnica olbrzymia pt:Lula gigante sl:Veleligenj sv:Jättebläckfisk

Von "http://de.wikipedia.org/Riesenkalmare"



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.