Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Gesichtsbrand

Prosopagnosie (v. gr.: ?Prosopon?: das Gesicht und ?Agnosia?: das Nichterkennen) oder Gesichtsblindheit bezeichnet die Unfähigkeit, Personen aufgrund ihres Gesichtszu erkennen.

Prosopagnosie wird in drei verschiedene Typen unterschieden:

  • apperzeptiveProsopagnosie (in etwa "bewusst wahrgenommen")
  • assoziative(oder amnestische) Prosopagnosie
  • kongenitaleProsopagnosie

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Umgang mit der Erkrankung
  • 3 Siehe auch
  • 4 Literatur
  • 5 Weblinks

Ursachen

Apperzeptive und assoziative Prosopagnosie sind Folgen einer beidseitigen oder rechtslateralen neuronalenSchädigung im Temporal-Okzipitallappen. Prosopagnosie als Folge einer neuronalen Schädigung tritt allerdings sehr selten auf.

Die Ursachen kongenitaler Prosopagnosie sind bisher nicht geklärt. Ebenso unklar ist die Anzahl der Betroffenen. Kongenitale Prosopagnositker zeigen keine reduzierte Aktivierung der relevanten neuronalen Areale. Erste Ergebnisse lassen jedoch die Vermutung zu, dass Prosopagnosie erblich ist und Männer wie Frauen gleichermaßen betrifft.

Umgang mit der Erkrankung

Prosopagnostiker können problemlos einzelne Merkmale des Gesichts erkennen und zum Teil auch Personen anhand einzelner Gesichtsmerkmale erkennen. Andere Merkmale wie Stimme, besondere Kleidung oder Frisuren werden auch zur Erkennung von Personen benutzt. Je nach Art der Prosopagnosie können Betroffene unterschiedliche Informationen aus Gesichtern schließen. Apperzeptive Prosopagnostiker können nicht das Alter und Geschlecht aus dem Gesicht erschließen, auch fällt ihnen das Erkennen von Emotionen schwer. Weiterhin sind sie nicht in der Lage, Gleich-Verschieden-Urteile über Gesichter zu fällen. Assoziative Prosopagnostiker können Gleich-Verschieden-Urteile fällen, das Alter und Geschlecht erkennen. Semantische Informationen (z. B. wer ist die Person oder welchen Beruf hat die Person) können sie ebensowenig wie apperzeptive Prosopagnostiker abrufen. Die Leistungen, zu denen kongentiale Prosopagnositker fähig sind, sind deutlich variabler.

Menschen mit kongentialer Prosopagnosie muss nicht bewusst sein, dass sie eine Prosopagnosie haben, da diese Tatsache schwer zu glauben ist. Zum Vergleich: Ein Kind, das eine Rot-Grün-Blindheithat, wird in den allermeisten Fällen nicht plötzlich zu der Erkenntnis kommen, dass alle Menschen um es herum bestimmte Farben auseinander halten können, bei denen es selbst keinen Unterschied sieht. Vielmehr wird das Kind leicht verwirrt bei der Zuordnung von Farben wirken, sehr bald aber einfach auswendig wissen, dass Erwachsene erwarten, dass es die Frage nach der Farbe des Briefkastens mit ?gelb? beantwortet, dass das obere Licht einer Ampel ?rot? ist usw. Wenn dennoch nahezu alle Rot-Grün-Blinden heute von dieser Blindheit wissen, so liegt das an den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, bei denen routinemäßig auch danach gesucht wird. Die kongentiale Prosopagnosie hingegen ist selbst den meisten Ärzten völlig unbekannt. Die Symptomatik kann, wenn sie sich manifestiert, leicht mit Autismusund Asperger-Syndromverwechselt werden, tritt jedoch auch sehr häufig als Komorbiditätbei Autismus auf. Nahezu alle Kinder mit Prosopagnosie entwickeln unbewusst Strategien, um mit der Störung umzugehen: Erkennung von Menschen an Stimme, Kleidungsgewohnheiten, Statur, Bewegung. Prosopagnostische Kinder profitieren stark von einer frühen Diagnose, da Bezugspersonen ihnen so bei der Entwicklung dieser Strategien helfen können. Eine Behandlung der kongentialen Prosopagnosie selbst ist nicht bekannt.

Es gibt Hinweise aus der Forschung, dass Prosopagnosie und Hochbegabunggehäuft zusammen auftreten. Möglicherweise stehen die Hirnbereiche, die eigentlich als Teil des Sehzentrums der Gesichtserkennung dienen, bei diesen Personen für die Sprachverarbeitung zur Verfügung.

Siehe auch

  • Apraxie

Literatur

  • Behrmann, M. & Avidan, G. (2005). Congential Prosopagnosia: face-blind from birth. Trends in Cognitive Science, 9, 180-187.

Weblinks

  • http://www.prosopagnosia.de/
  • http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID664924,00.htmlndr.de ? Gesichtsblindheit: lauter fremde Gesichter
  • http://www.ruhr-uni-bochum.de/neuropsy/Proso/prosoindex.html
  • www.wissenschaft.de: Warum sich manche Menschen keine Gesichter merken können



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.