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Gestose

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Gestose nennt man eine Erkrankungder Schwangeren, die ursächlich durch die Schwangerschaftbedingt ist. Nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens unterteilt in Früh- und Spätgestosen.

Hauptvertreter: Hyperemesis gravidarumund schwangerschaftsinduzierte Hypertonie. Von den Gestosen abzugrenzen sind die Dekompensation bereits vorgeschädigter Organe infolge der schwangerschaftsbedingten Mehrbelastung und das zeitlich zufällige Zusammentreffen von Schwangerschaft und Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Hyperemesis gravidarum
  • 2 Krankheitsentstehung
  • 3 Symptome, Befund und Diagnostik
  • 4 Behandlungstrategie
  • 5 Pflege
  • 6 Ernährung
  • 7 Körperpflege
  • 8 Krankenbeobachtung

Hyperemesis gravidarum

Übermäßiges Schwangerschaftserbrechen im ersten Trimenonmit erhöhter Gefährdung von Mutter und Kind. Häufige Frühgestose. Abzugrenzen von der (leichten) morgentlichen Übelkeit mit Erbrechen (Emesis gravidarum), die geradezu typisch für die Frühschwangerschaft ist (betrifft ca.30% aller Schwangeren) und spätestens in der 16. SSW von selbst aufhört.

Krankheitsentstehung

Die genaue Entstehung der Hyperemesis gravidarum ist noch unklar. Sicher spielen hormonelle Faktoren eine Rolle, da es z.B. bei Mehrlingsschwangerschaften oder einer Blasenmole mit ihrem erhöhten HCG-Spiegel häufiger zu einer Hyperemesis kommt. Auf der anderen Seite wird das Erbrechen durch psychische Belastungen verstärkt, z.B. ungeplantes Kind, Probleme mit dem Partner, erwartete Probleme mit dem Beruf durch das Kind, finanzielle Sorgen.

Symptome, Befund und Diagnostik

Bei der Hyperemesis kann es ab der 6. SSW zu unstillbarem Erbrechen unabhängig von der Nahrungsaufnahme kommen. Die Frau nimmt an Gewicht ab. Der Flüssigkeitsmangel führt zu deutlichen Kreislaufsymptomen (Tachykardie, Hypotonie) und eventuell auch zu Durstfieber. In Extremfällen treten Leberschäden mit Ikterus auf oder die Schwangere wird als Zeichen einer ZNS-Beteiligung benommen und verwirrt. Die Diagnose ergibt sich aus der Anamnese, Blutuntersuchungen (Kalium, Ketonkörper,Nieren- und Leberwerte) können erforderlich sein, um das Ausmaß der Gefährdung für Kind und Mutter abzuschätzen und beispielsweise eine Hepatitis als Ursache auszuschließen. Eine sonographische Untersuchung ermöglicht die Abgrenzung von der Blasenmole.

Behandlungstrategie

Vorrangig ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts durch Infusionen. Anfangs ist meist eine vollständig parenterale Ernährung angezeigt. Eine medikamentöse Behandlung der Übelkeit, evtl. unterstützt durch eine Sedierung, erfolgt nur, wenn unbedingt nötig. DAnn müssen für Schwangere geeignete Arzneimittel ausgewählt werden, z.B. Dimenhydrinat (etwa in Vomex A). Bei psychischen Störungen kann eine Psychotherapie angezeigt sein.

Pflege

Die Pflege einer Schwangeren mit Hypermemsis gravidarum ist nicht immer leicht und efordert viel Geduld. Im vordergrund der Pflege steht die Sorge um das psychische Wohlbefinden der Frau. Dabei ist es wichtig herauszufinden, welche die auslösenden Momente für das Erbrechen sind. Verstärkt sich das Erbrechen beispielsweise nach dem Besuch eines Verwnadten oder Bekannten, sollte ein "Besuchverbot" nahegelegt werden. Macht sich die Frau wegen der Beschwerden Sorgen um das Kind, führen die Pflegenden bzw. Ärzte ein beruhigendes Gespräch. Sie erklären ihr das in der ärztlichen Behandlung auch auf das Wohlergehen des Ungeborenen geachtet wird. Manche Frauen können sich nicht damit abfinden im Krankenhaus liegen zu müssen. Dann kann eine Beurlaubung oder sogar eine ambulante Versorgung die bessere Lösung sein. Ist die Frau in sozialen oder finanziellen Nöten, sollte eine Sozialarbeiterin hinzugezogen werden. Da die Schwangere häufig schon erbricht, wenn sie nur eine Nierenschale oder Zellstoff sieht, sollten diese Utensilien nicht in Sichweite aber in Reichweite sein. Das Erbrechen kann so häufig sein, dass die Frau sich Übergeben muss und klingelt , bevor das PP die mit Erbrochenem gefüllte Nierenschale entsorgt haben.

Ernährung

Am Anfang erhält die Patientin nur Milch, Tee, Zwieback und trockenes Gebäck, alles in kleinen Portionen. Verträgt sie diese Lebensmittel gut, wird die weitere Kost nach Arztanordnung langsam aufgebaut, z.B. mit Obst, Säften, Quark und Fleisch in der nächsten Stufe. Fette und stark gewürzte Speisen werden meist schlecht vertragen. Sinnvoll ist es die Frau am Vormittag (Nicht am Vortag) zu fragen, was sie mittags essen möchte und es dann in der Küche zu bestellen oder vom Partner mitbringen zu lassen.

Körperpflege

Bei Schwäche und Benommenheit ist die Pat. auf Hilfe angewiesen. Wegen der Mundtrockenheit durch die Exsikkose achten die Pflegenden v.a. auch auf die Mundpflege.

Krankenbeobachtung

Blutdruck und Puls werden mehrfach, die Temperatur einmal täglich kontrolliert. Zweimal wöchentlich wird die Pat. gewogen. Die Flüssigkeitsbilanzierung erfolgt täglich.

Von "http://de.wikipedia.org/Gestose"



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