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Unter dem Blutzucker versteht man im allgemeinen die Höhe des Glucoseanteils(Glucosespiegel) im Blut.
Der Blutzuckerwert ist ein wichtiger Messwert in der Medizin. Ist er dauerhaft erhöht, liegt in der Regel ein Diabetesvor. Unterzuckerkann die Hirnleistung vermindern, Krampfanfälle oder eine vermehrte Adrenalinausschüttung verursachen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Blutzuckermessung
- 2 Normalwerte
- 3 Messmethoden
- 3.1 Optische Messung
- 3.2 Amperometrische Messung
- 4 Regulation
- 5 Weblinks
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Blutzuckermessung
Bild:Accu-Check.jpg BZ-Messgerät
Bild:Bz-set.jpg BZ-Mess-Set der Accu-Chek Serie der Firma Roche
Der Blutzucker wird aus einer Blutprobein der Regel aus Kapillarblut gemessen.
Als Maßeinheit ist mg/dl (Milligramm pro Deziliter) in Deutschland und vielen europäischen Ländern verbreitet, während mmol/l (Millimol pro Liter) größtenteils in den USA, aber auch in Frankreich, gebräuchlich ist.
Umrechnung:
 oder 
Der Blutzuckerspiegel kann heute mit kleinen Messgeräten sehr schnell bestimmt werden. Eine Abschätzung ist mit Blutzuckerteststreifen möglich.
Normalwerte
Beim Menschen betragen die Normalwerte :
- nüchtern: 3,9 - 6,1 mmol/l, entsprechend 70 - 110 mg/dl
- nach dem Frühstück: bis maximal 8,9 mmol/l, entsprechend 160 mg/dl
Werte > 8,9 mmol/l lassen auf eine gestörte Glucosetoleranz oder gar auf einen Typ II-Diabetes schließen! Im Rahmen einer Wundbehandlung führen solche Werte zu einer deutlich verlängerten / gestörten Wundheilung und werden gegebenenfalls zur Unterstützung der Heilung mit Insulinbehandelt.
Eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme sollte der Wert wieder dem Nüchternwert entsprechen
| | Blutzucker (BZ) mg/dl
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| Erwachsene | 90 - 110
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| Jugendliche | 90 - 110
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| Schulkind | 80 - 110
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| Kleinkind | 80 - 110
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| Säugling | 60 - 90
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| Neugeborene | 60 - 90
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Messmethoden
Bei den Blutzuckermessgeräten, die heute in Apotheken zur Selbstkontrolle zu kaufen sind, haben sich im wesentlichen 2 Messmethoden etabliert:
Optische Messung
Bei der optischenMessung wird das Blutim Teststreifen über eine Kapillarezu einem von außen sichtbaren Testfeld eingesogen. Dort sind verschiedene chemische Stoffe eingelagert, die mit dem Blut reagieren, was zu einer Farbänderung des Testfeldes führt. Diese Farbänderung wird vom Messgerät erfasst und aus der Dauer und Stärke der Änderung der Blutzuckerwert bestimmt.
Amperometrische Messung
Bei der amperometrischenMessung wird das Blutim Teststreifen über eine Kapillarezu einem von außen nicht sichtbaren Testfeld eingesogen. Im Testfeld hat das Blut Kontakt zu verschiedenen elektrischenLeitungen. Das Messgerät legt an diese Kontakte eine definierte elektrische Spannungund mißt im Zeitverlauf die Stromstärke, die durch das Blut geleitet wird. Aus dem Stromstärken-Verlauf bestimmt das Gerät dann den Blutzuckerwert.
Regulation
Der Blutzuckerspiegel wird durch das Wechselspiel zweier Peptidhormoneder Bauchspeicheldrüse(Pankreas) reguliert. Diese Drüse enthält in ihren ?- und ?-Zellen Blutzucker-Sensorsysteme, die wie folgt ansprechen:
- bei Abfall des Zuckerspiegels im Blut ("Hungersignal") wird Glucagon sezerniert. Dieses Hormon aktiviert in der Leber die Glykogen-Phosphorylase(GP), welche den Abbau von Glykogenzu Glucose einleitet (kataboler Ast);
- bei Anstieg des Blutzuckerspiegels wird Insulin sezerniert, das besonders in der Leber eine Serie Glucose-verbrauchender Reaktionen initiiert (anaboler Ast). Von zentraler Bedeutung ist hier die Aktivierung der Glykogen-Synthase (GS), die den Glucose-Überschuss zum Aufbau des Energiespeichers Glykogen ("tierische Stärke") nutzt.
Glykogenab- und -aufbau sind über die Phosphorylierung der Schlüsselenzyme Glykogenphosphorylase (GP) und Glykogen-Synthase (GS) strikt gegenläufig reguliert, verlaufen also nie gleichzeitig. In Energiemangelsituationen werden beide Enzyme durch Kinasen phosphoryliert; dieser Vorgang stimuliert die
Phosphorylase, hemmt aber die Synthase. Bei Glucose-Überschuss wird die Situation durch Wirkung von Phosphatasenin das Gegenteil verkehrt: Verlust der Phosphatreste inaktiviert GP, aktiviert aber GS.
Sowohl das Glucagon- als auch das Insulinsignal werden über Signalkaskaden verstärkt. Im Zentrum beider Signalwege stehen Proteinkinasen: jede Kinase phosphoryliert mehrere Moleküle einer nachgeschalteten Kinase (Kaskadenprinzip).
- Im Fall des Glucagons wird ein G-Protein-abhängiger Rezeptor (7TM, Sieben-Transmembran-Helix Typ) angesteuert. Über das G-Protein wird Adenylatcyclaseaktiviert, ein Enzym, das den second messengercAMP produziert. Hierdurch wird die Proteinkinase A(PKA)-Kaskade initiiert, an deren Ende die Glykogen-Phosphorylase (GP) steht. Diese setzt Glucose-1-phosphat (G-1P), eine Vorstufe der Glucose, frei.
- Im Fall des Insulins wird eine Rezeptor-Tyrosinkinase (RTK) aktiviert. Auf dem Wege einer komplexen Signaltransduktion wird hier über die Schlüssel-Kinase raf (´ras-activated factor´) die Aktivierung der MAP-Kinase-Kaskade (MAP, Mitogen-aktivierte Protein Kinase) initiiert. An deren Ende steht die Insulin-stimulierte Proteinkinase (ISPK), die im phosphorylierten Zustand eine Protein-Phosphatase (PP1G) phosphoryliert und damit aktiviert. Letztere dephosphoryliert (aktiviert) die Glykogen-Synthase (GS).
Bild:Kinase-cascades2.png
Abbildung: Blutzucker-Homöostase: gegenläufige Wirkung der Signale des Glucagons und des Insulins, die jeweils über eine Kinasekaskade (PKA-Kaskade bzw. MAP-Kaskade) verstärkt werden. Die im Text nicht erwähnten Komponenten des rechten Astes sind: IRS, Insulinrezeptorsubstrat-1; Grb, growthfactor-receptor bound; GRF, guanin-nucleotide release factor; ras (rat sarcoma), ein "kleines" G-Protein(nur eine Untereinheit).
siehe auch: second messenger, Blutzucker-Sensorsystem, Glucokinase
Weblinks
- Eintrag "Blutzucker" beim Roche Lexikon Medizin
- Beitrag zur richtigen "Blutzucker-Selbstkontrolle" bei D'GATE, dem Portal des Deutschen Diabetiker Bundescs:Glykemie
en:Blood sugar
fr:Glycémie
id:Gula darah
ja:???
nl:Bloedglucosespiegel
no:Blodsukker
sv:Blodsocker
Seitenkategorien: Labormedizin| Diagnostik| Diabetes
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