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Granatapfel

Granatapfel
Bild:Punica granatum4.jpg
Granatapfel (Punica granatum)
Systematik
Abteilung: Bedecktsamer(Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Ordnung: Myrtenartige(Myrtales)
Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)
Gattung: Granatapfelbäume (Punica)
Art: Granatapfel
Wissenschaftlicher Name
Punica granatum
L.

Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) gehört zur Familieder Weiderichgewächse(Lythraceae). Im Mittelmeerraum, beispielsweise im Iran, in Ägypten, in Spanien, Tunesien, Israelund der Türkei, wird der Granatapfel seit Jahrhunderten kultiviert (siehe auch Gartenkunst) und in den Monaten Septemberbis Dezembergeerntet. In Indienwird der Granatapfel auch als Gewürzangebaut. Vermutlich liegt die Heimat des Granatapfels in Persien. Granatäpfel wurden als Grabbeigabe in einer Grabkammer eines hohen ägyptischen Beamten aus der Zeit Ramses IV.gefunden.

Die Bezeichnung des Granatapfels ist in vielen Sprachen auf das lateinischeWort für Kerne oder Körner, granae, bzw. auf deren große Zahl (lat. granatus = körnig, kernreich) zurückzuführen. Den lateinischen Namen Punica hat er bekommen, da die Phönizier(auch Punier genannt) diese Pflanze, zum Teil aus religiösenGründen, verbreitet haben. So kam er ins römische Reich, wo er "getauft" wurde. Aufgrund seiner zahlreichen Kerne wurde der Granatapfel als ein Symbolder Fruchtbarkeitangesehen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Die Frucht
  • 2 Der Granatapfelbaum
  • 3 Der Granatapfel in den Religionen
    • 3.1 Erwähnung in der Bibel
    • 3.2 Erwähnung in der griechischen Mythologie
  • 4 Der Granatapfel in der Symbolik
  • 5 Sonstiges
  • 6 Siehe auch
  • 7 Weblinks

Die Frucht

Die Frucht, die in Wirklichkeit eine Scheinfruchtist, hat einen Durchmesservon bis zu ca. 8 cm und ist durchzogen von vielen Wänden. Dadurch entstehen Kammern, in denen sich zahllose bis zu 3 mm große kantige Samenbefinden, die von geleeartigem, saftigem, tiefrotem bis blassrosa Fruchtfleisch umgeben sind. Diese kann man entweder mit den Fingern oder mit der Hilfe eines Löffels gut herauslösen und sogleich verzehren oder Süßspeisenund Eisdamit dekorieren. Eine weitere Methode zum Herauslösen der Samen: Frucht horizontal halbieren, die Schale an den dünnen Häutchen einritzen und die Frucht sternförmig zerbrechen. Der Granatapfel enthält größere Mengen, bis zu 40 Prozent, Ellagsäure. Er ist reich an Kaliumund enthält u. a. Vitamin C, Kalziumund Eisen. Die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach, sie zählen zu den nichtklimakterischen Früchten.

Der Granatapfelbaum

Bild:Granatapfel.jpg
Granatapfel
Bild:Pomegranate.jpg
Bild:Granatapfel 1.png
Ein aufgeschnittener Granatapfel
Bild:Granatapfelbaum.jpg
Granatäpfel am Baum

Der Granatapfelbaum selbst kann bis zu 15 m hoch und einige hundert Jahre alt werden. Er wird bis zu 3 m breit und hat an der Spitze stumpfe, 10 cm lange, glänzende Blätter. Im Frühjahrund Sommerträgt er an den Zweigenden große, trichterförmige, achtzählige, orangerote Blüten, gefolgt von den apfelähnlichen, anfangs grünen, später orangeroten Früchten.

Der Zwerggranatapfelbaum Punica granatum var nana ist ein Strauchgewächs, welches nur etwa 40 cm hoch wird.

Einige Selektionen des Granatapfels können auch in wintermilden Regionen Mitteleuropas ausgepflanzt werden.

Der Granatapfel in den Religionen

Erwähnung in der Bibel

Die Frucht wird auch mehrfach im Alten Testamentder Bibelerwähnt. Der Granatapfel soll 613 Kerne haben, genauso viel wie das Alte Testament Gesetze enthält. Granatäpfel waren laut der Schilderung im 2. Buch Mose28,33f Teil des Efodsdes Hohepriesters, dessen Anfertigung Gottden Israelitenbefohlen haben soll. Der erste König Israels, Saul, wohnte nach 1. Samuel14,2 zeitweilig unter einem Granatapfelbaum. Im Hohelied Salomoswird das Wort Granatapfel mehrere Male verwendet, um die Schönheit einer Frau zu untermalen. Schließlich findet sich der Granatapfelbaum noch bei den ProphetenJoel(Joe1,12) und Haggai(Hag2,19).

Erwähnung in der griechischen Mythologie

Im antiken Griechenlandwurde der Granatapfel den Gottheiten der Unterwelt, Hadesund Persephone, zugeschrieben. Der Unterweltgott Hades stiehlt Persephone von ihrer Mutter Demeterund entführt sie in die Unterwelt. Göttervater Zeusbeschließt, dass das Mädchen zurück zur Mutter darf, aber nur, wenn sie in der Unterwelt nichts gegessen hat. Kurz vor ihrer Rückkehr drückt Hades sechs Granatapfelkerne in ihren Mund. Da sie nun doch etwas in der Unterwelt gegessen hat, muss sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt mit Hades regieren und darf die anderen zwei Drittel mit ihrer Mutter Demeter verbringen, die in dieser Zeit für Blumen und Frucht sorgt.

Es war auch ein Granatapfel, den der TrojanerParisder schönen Aphroditeüberreichte und damit einen jahrezehntelangen Kriegauslöste.

Der Granatapfel in der Symbolik

Der Granatapfel symbolisiert in der christlichen Symbolsprache die Kirche als Ekklesia, als Gemeinschaft der Gläubigen. Sie ist außerdem auch Symbol des Priesterstandes, weil er in seiner harten Schale (= Askese des Priesterstandes) reiche Frucht trägt.

Aufgrund dieser Symbolik taucht der Granatapfel in zahlreichen mittelalterlichenTafelgemälden auf. So spielt zum Beispiel auf der von Matthias Grünewald1517/1519 geschaffenen Stuppacher Madonnadas Jesuskind mit dem Granatapfel, dem ihm seine Mutter reicht. Damit ist die Frucht der Schlüssel zur der mit diesem Gemälde verbundenen Aussage, dass Maria die Mutter der Kirche sei.

Sonstiges

Der Granatapfel hat sowohl der spanischenStadt Granada(die umliegende Landschaft ist heute noch ein wichtiges Anbaugebiet), als auch der Granateund dem scharlachroten HalbedelsteinGranatden Namen gegeben. Er ist auch Bestandteil des Stadtwappensvon Granada. Der angeblich auf der Flaggevon Granada abgebildete Granatapfel ist tatsächlich eine Muskatnuss.

Schale und Saft des Granatapfels sind seit Jahrhunderten Farbstoffe für Orientteppiche. Durch das Kochen der Frucht erhält man eine pechschwarze Tinte. Die Wurzel, die Rinde und die gekochte Schale wurden bis ins Mittelalter als Wurm- und Bandwurmmittel eingesetzt.

Grenadinsirup, also Sirupder einst ausschließlich aus Granatäpfeln der KaribikinselGrenadahergestellt wurde, gibt dem Tequila Sunrise (und verschiedenen anderen Cocktails) seinen fruchtigen Geschmack und seine rote Färbung.

Das Fruchtfleisch oder der Saft des Granatapfels werden in der feinen Küche gerne zur Verfeinerung von Wild- oder Geflügelgerichtenverwendet.

Kenner genießen den Saft des Granatapfels auf folgende ursprüngliche Art: zunächst wird die Schale weich geknetet, dann ein Loch in die Frucht gestochen und anschließend wird der Saft direkt in den Mund gepresst..

Siehe auch

  • Portal:Essen & Trinken
  • Portal:Bibel

Weblinks

  • Inhaltsstoffe des Granatapfelbaums
  • Sagen, Rezepte und vieles mehr rund um den Granatapfel
  • Ausführliche Infos über Granatäpfel bei fruitlife.de
  • Infos über die Frucht bei www.obst-gemuese.at
  • www.wissenschaft.de: Mit Granatäpfeln gegen Prostatakrebs- Forscher weisen vorbeugende Wirkung des Fruchtsafts bei Mäusen nach
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