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Die Halswirbelsäule (HWS, engl. cervical spine) bezeichnet die Gesamtheit der sieben Wirbelzwischen Kopfund Brustwirbelsäulebei Menschen und Säugetieren.
Die Halswirbelsäule ist in der Regel der beweglichste Wirbelsäulenabschnitt. Die beiden dem Schädelam nächsten liegenden Wirbel haben Eigennamen: Atlas (= Nicker) und der Axis (= Dreher), bedingt durch ihre vom üblichen Aufbau eines Wirbels abweichende Bauform. Es folgen fünf weitere Wirbel. Die Halswirbelsäule weist beim gesunden Menschen einen Bogen nach vorn auf, was als physiologische Lordosebezeichnet wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Anatomie
- 2 Untersuchungen der Halswirbelsäule
- 3 Erkrankungen der Halswirbelsäule
- 4 Therapie von Halswirbelsäulenerkrankungen
- 5 Literatur
- 6 Weblinks
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Anatomie
Die Halswirbelsäule besteht bei fast allen Säugetieren wie auch dem Menschen aus sieben Halswirbeln. Bei der Spitzmausist die Halswirbelsäule dementsprechend weniger als einen Millimeter lang, während sie bei der Giraffeüber einen Meter lang wird.
Beim Menschen liegt direkt unter dem Foramen magnum des Schädels der erste Halswirbel, der Atlas. Dieser ist nach Atlasaus der griechischen Mythologiebenannt und trägt den Schädel und umfasst dabei den Zahn des zweiten Halswirbels, des Drehers (lat. Axis). Die weiteren Halswirbel haben die übliche Form eines Wirbels mit Wirbelkörper, dem das Rückenmarkumfassenden Wirbelbogen und den Wirbelgelenken. Genauso wie die restliche Wirbelsäule befinden sich zwischen den Halswirbeln Bandscheiben. Die Halswirbelsäule wird durch die Hals- und Rückenmuskulatur sowie durch mehrere Bändergestützt.
Aus dem Rückenmark der Halswirbelsäule entspringen auf jeder Seite acht Nervenstränge, die Spinalnerven. Die oberen vier (C1?C4) bilden zusammen das Halsnervengeflecht (Plexus cervicalis), welches den Hals und die Halsmuskulatur, aber auch das Zwerchfellinnerviert. Die unteren vier (C5?C8) bilden zusammen mit den Nerven des ersten Brustwirbelkörpers (Th1) das Armnervengeflecht (Plexus brachialis), welches die Brust-, Rücken- und Armmuskulatur sowie die dazugehörige Hautinnerviert.
Daraus ergibt sich, dass eine eigenständige Atmungbei Verletzung des Rückenmarks auf Höhe des vierten Wirbelkörpers (oder höher) nicht mehr möglich ist.
Weiterhin ziehen durch die Halswirbelsäule die Vertebralarterien(Arteriae vertebrales), die durch die Querfortsätze der HWS verlaufen und zusammen mit den inneren Halsschlagadern(Arteriae carotidiae internae) die Versorgung des Gehirnsmit Blutsicherstellen.
Untersuchungen der Halswirbelsäule
Wie bei allen Untersuchungen gehört auch zur Untersuchung der Halswirbelsäule eine Anamnese, im Notfallbereich auch eine Fremdanamnese, zum Beispiel zum Hergang eines Autounfalls. Typische Beschwerden bei Auffahrunfällen, dem so genannten Schleudertrauma, sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindelund Übelkeit. Bei Verdacht auf eine Frakturder Halswirbel ist eine starre Halskrause, ein sog. stiff neck anzulegen und Untersuchungen wie Testung auf abnorme Beweglichkeit, Krepitationenoder Stufen zu unterlassen, da die Gefahr einer Rückenmarksverletzung besteht. Rückenmarksläsionen führen ? je nach Höhe und Schwere ? zu Taubheitsgefühl und Lähmungenin Armen, am Rumpf und bei hohen Querschnitten zur Lähmung des Zwerchfells und somit der Atmung. Während früher zur Untersuchung der Halswirbelsäule nach Traumenein Röntgenin vier Ebenen der Halswirbelsäule veranlasst wurde, sind heute Computertomografieund MagnetresonanztomografieMittel der Wahl.
Bei seltenen degenerativenErkrankungen der Wirbelsäule werden neurologischeUntersuchungen durchgeführt, das Blut auf Hinweise einer Erkrankung des rheumatoiden Formenkreisesuntersucht und bei Osteoporoseoder Verdacht auf Tumoreneine Knochenszintigrafieoder eine Computertomografie durchgeführt.
Erkrankungen der Halswirbelsäule
Die weitaus häufigsten Erkrankungen der Halswirbelsäule sind durch Unfälle, vor allem durch Verkehrsunfälle, verursacht. Moderate Form einer Verletzung des Rückenmarks in der Halswirbelsäule ist das Schleudertrauma; Knochenbrücheder Halswirbelsäule können das Rückenmark verletzen und komprimieren und zu einer Querschnittlähmungführen.
Weiterhin gibt es angeborene und erworbene Missbildungen der Halswirbelsäule wie Spina bifida, Block-und Keilwirbel, sowie erworbene Skoliosen, zum Beispiel durch Morbus Scheuermannoder Morbus Bechterew.
ChronischeErkrankungen der Halswirbelsäule und Bandscheibenvorfällesind selten; die Halswirbelsäule kann bei anderen degenerativen Wirbelerkrankungen wie der Osteoporoseoder der Osteomalaziebeteiligt sein.
Ebenfalls selten sind Primärtumoren der Halswirbelsäule und Metastasen.
Therapie von Halswirbelsäulenerkrankungen
Bei Frakturen ist die Ruhigstellung und spätere Rekonstruktion durch eine OperationTherapieder Wahl, insbesondere wenn der Wirbelkanalbeteiligt ist oder es zu einer Beteiligung kommen könnte.
Metastasen können palliativbestrahlt werden, um eine pathologische Frakturmit Einklemmung des Rückenmarks zu verhindern.
Bei Knochen- und Gelenkerkrankungen der Halswirbelsäule wird die Grunderkrankung behandelt.
Literatur
- J. Dvorak, D. Grob: Halswirbelsäule - Diagnostik und Therapie. Thieme Verlag, Stuttgart1999, ISBN 3131161612
Weblinks
- www.biomedicus.de- Bilder der HWS
- Schmerzklinik Bad Mergentheim- HWS-Syndrom
- www.bandscheibe.com- Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule
- www.diebandscheibe.de- Bandscheibenforum -> HWS-Forum
- GAM eugemed- Modell der Halswirbelsäuleen:Cervical vertebrae
fr:Vertèbre cervicale
it:Vertebra cervicale
pt:Vértebra cervical
Seitenkategorien: Knochen
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