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Iatrogen bedeutet, dass etwas durch ärztliche (Arztauf griechisch: iatros) Behandlungsmaßnahmen verursacht ist. Man schätzt zum Beispiel, dass in Deutschland ca. 18% aller Krankenhausaufenthalte auf fehlerhafte ärztliche Maßnahmen zurückzuführen sind oder etwa durch Nebenwirkungenvon Medikamenteneinnahmen.
Es gibt einen etwas zynischen Spruch: "Der Patient erfreut sich solange bester Gesundheit, wie der Arzt nicht störend eingreift."
In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse komplizierter: Wenn ein Arzt in die Gesundheit (eher Krankheit) eines Menschen eingreift, sind damit Risiken verbunden. Der Patient klagt über Schmerzen, mit der Behandlung löst man aber eventuell eine Magenschleimhautentzündungaus. Also ist diese Gastritisiatrogen. Dass der Patient aber auf der anderen Seite nicht bereit ist, mit seinen Schmerzen zu leben, bringt den Arzt in ein Dilemma.
Ein anderes Beispiel: Das "dicke Knie". Ein Gelenkergussist immer schmerzhaft, also wird punktiert. Im Hintergrund steht die Infektion des Gelenkes (Infektarthritis) als Risiko. Unterlässt man die Behandlung, kann das Knie Schaden nehmen. Verursacht der Arzt aber eine Infektion, nimmt das Knie auf jeden Fall iatrogenen Schaden.
Eine wichtige Entscheidungshilfe ist die Frage: Welches Risiko steht welchem zu erwartenden Nutzen gegenüber? Wenn der Arzt dies in Ruhe mit dem Patienten bespricht, kann eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient die Folge sein. Werden Entscheidungen gemeinsam getroffen, kann sich der Patient oft leichter mit den Folgen zurecht finden.
Siehe auch
Kunstfehler, Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, Risikomedizin, Hospitalismus
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